PCs: 900 Millionen Euro Sparpotential im Power-Knopf
Green IT soll den Geräten das Stromsparen beibringen und damit Kosten sparen und die Umwelt schützen. Doch all das hilft nichts, wenn die Anwender nicht mitmachen. Rund 900 Millionen Euro gehen pro Jahr alleine in Deutschland durch in Arbeitspausen nicht abgeschaltete PCs verloren.
Den Power-Knopf zu drücken ist vielen Mitarbeitern schlicht zu lästig.
Allzu gerne sehen es deutsche Arbeitnehmer, wenn ihr Unternehmen sich aktiv am Umweltschutz beteiligt und beispielsweise auf grüne IT-Lösungen setzt. Doch bei sich selbst sieht die Sache ganz anders aus, wie jetzt eine Studie der Alliance to Save Energy [1] und von 1E [2], einem Anbieter von Desktop-Management-Lösungen, deutlich zeigt. Wie der »2009 PC Energy Report« aufdeckt, sind viele Mitarbeiter selbst kleine »Umweltschweine«, die Umwelt und Unternehmen täglich aus Faulheit und Nachlässigkeit schaden: So summieren sich laut der Studie alleine in Deutschland die jährlich durch nicht abgeschaltete, aber ungenutzte, Arbeitsplatzrechner entstehenden Stromkosten auf 918 Millionen Euro. Umgerechnet in Kohlendioxid-Einheiten bedeutet das einen CO2 Ausstoß von rund 2,6 Millionen Tonnen. Das entspricht in etwa der Menge an Schadstoffen, die 475.000 Autos in einem Jahr im Durchschnitt produzieren.
Wie in der Studie auch nachzulesen ist, fahren 43 Prozent der Beschäftigten in Deutschland ihren PC nicht herunter, oder versetzen ihn in den Schlafmodus, wenn sie das Büro für längere Meetings oder in Richtung zu Hause verlassen. Trotz dieser hohen Zahl sind die hiesigen Arbeitnehmer damit noch nicht einmal das Schlusslicht. Auch in England lassen 47 Prozent die Geräte einfach laufen, in den USA verlassen sogar 49 Prozent den Arbeitsplatz mit laufendem PC.
»Herunterfahren dauert zu lange«
Der Energiesparrechner von 1E gibt - wenn auch grobe - Hinweise darauf, wie viel Geld Firmen sparen können, wenn die Client-Systeme bei Nichtbenutzen ausgeschaltet werden.
Die Begründungen mit denen die Angestellten die Rechner laufen lassen sind so vielfältig wie durchsichtig: Sie reichen von »Das Herunterfahren dauert zu lange« über »Ich vergesse es meistens« bis hin zu »Um Software-Updates zu ermöglichen« oder »Ich will von zu Hause oder unterwegs aus auf meinen Rechner zugreifen«. Einige behaupteten gar, es sei bei ihnen Firmenpolitik, Systeme immer durchlaufen zu lassen. Dabei lässt sich der Energiebedarf eines PCs nach Schätzungen der Alliance to Save Energy um 80 Prozent senken, wenn ihn der Nutzer bei längerer Abwesenheit abschaltet oder zumindest in den Energiesparmodus versetzt. Pro Jahr können so bei jedem Rechner im Schnitt an die 27 Euro eingespart werden.
Im krassen Gegensatz zum eigenen Verhalten steht die Erwartungshaltung vieler Mitarbeiter an die Umweltschutzaktivitäten ihres Arbeitsgebers: Immerhin 58 Prozent in Deutschland wünschen sich, dass ihr Unternehmen mehr tut, um den Energiebedarf zu senken. In England sind es 67 Prozent der Beschäftigten, in den USA 63 Prozent. 1E hat übrigens auf ihrer Web-Site einen kleinen Energiesparrechner [3] platziert. Mit lässt sich grob errechnen, wie viel ein Unternehmen sparen kann, wenn die Client-Systeme ausgeschaltet werden.
Wenn auch Sie in Ihrem Unternehmen Green IT Projekte angestoßen haben, können Sie sich hier [4] zum Green CIO Award 2009 der InformationWeek anmelden.
[1] http://ase.org/
[2] http://www.1e.com/
[3] http://www.1e.com/energycampaign/Calculation.aspx
[4] http://www2.informationweek.de/schwerpunkt/greencio/
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