Cybergangster machen Jagd auf Kinder
Mit einer neuen äußerst perfiden Masche machen derzeit Cybergangster sogar friedliche Kinderspiele im Internet zur Gefahrenzone. Indem sie die Community des virtuellen »Habbo Hotels« mit gezielten Phishing-Attacken angreifen, versuchen sie, an die Kreditkartendaten der Eltern zu kommen.
Die täuschend echt gefälschten Login-Seiten greifen die Zugangsdaten der Kids ab.
Nicht nur soziale Netzwerke stehen mit zunehmender Beliebtheit auch immer mehr im Fadenkreuz der Schattenwirtschaft im Internet, auch Onlinespieler werden immer häufiger Opfer von Phishing- und anderen Attacken. Dabei ist jetzt eine neue Variante aufgetaucht, die einmal mehr zeigt, wie skrupellos die Cybergangster dabei vorgehen: Wie die Sicherheitsfirma G Data [1] festgestellt hat, gibt es seit einigen Tagen eine groß angelegte Welle von Phishing-Angriffen gegen die Seite und Spieler des beliebten Gesellschaftsspiels »Habbo Hotel [2]«, das sich insbesondere an junge Spieler zwischen 12 und 16 Jahren richtet.
Die Hintermänner versuchen dabei zuerst über gefälschte Webseiten und dubiose Blogeinträge an die Log-in Daten der minderjährigen Nutzer zu kommen. Auf täuschend echt nachgemachten Seiten werden die Kinder aufgefordert, ihre Logins und Passwörter einzugeben. Diese verwenden die Cyberdiebe dann, um sich der Habbo Taler, der virtuellen Währung des Spiels, des Opfers zu bemächtigen. Dieses Speilgeld geben sie dann entweder in der virtuellen Welt aus, oder verkaufen es auf Auktionsplattformen wie Ebay an andere Spieler weiter.
Nicht nur deutsche Nutzer sind dabei im Visier der Hacker: Experten der G Data Security Labs haben die gefälschten Seiten bereits auf Französisch, Niederländisch, Spanisch und Englisch aufgespürt.
Kreditkartendaten der Eltern in Gefahr
Auch die telefonische Bestellung der Spielwährung wird von den Cybergangstern ausgenutzt, um die Kinder abzuzocken.
Doch damit nicht genug: Wenn sie erst einmal Benutzername und Passwort eines Spielteilnehmers haben, versuchen die Cyberkriminellen auch gleich noch an die Kreditkartendaten der Eltern heranzukommen. Dies machen sie, indem sie die gehackten Benutzer auf eine weitere gefälschte Seite schicken, auf der man reales Geld gegen Habbo Taler eintauschen kann. Auch hier ist die Seite wieder einer originalen Seite des Spielanbieters täuschend ähnlich nachempfunden. Statt jedoch seinen Spielcharakter finanziell besser auszustatten, macht man mit der geforderten Eingabe der Kreditkartendaten in diesem Fall eher die Kriminellen reich. Sie verwenden die auf die Weise eingesammelten Kartendaten entweder direkt für Einkäufe, oder verkaufen sie über einschlägige Untergrundportale im Internet an Dritte weiter.
In Deutschland entdeckten die Sicherheitsexperten von G Data außerdem noch eine weitere fiese Masche der Hintermänner. Auch der telefonische Service zum Erwerb des Spielgeldes wird demnach für kriminelle Aktionen missbraucht. So locken die Cybergangster in gefälschten Blogs mit angeblich kostenlosen Talern, die auf diesem Wege eigentlich 3,30 Euro für 18 Stück kosten. Sie geben dabei vor, Administratoren des Spiels zu sein und über einen speziellen Administrator Code kostenlos Taler zu verschenken. Tatsächlich ist der vermeintliche Code jedoch lediglich die für jeden Spieler einmalig vergebene »Habbo ID«, mit der sich die Spieler beim Telefonservice identifizieren können. Somit müssen die Anrufer den normalen Preis bezahlen – überweisen die bezahlten Spieltaler jedoch direkt an den Account des vermeintlichen Administrators, der sie wiederum verkaufen kann.
Eltern haften für ihre Kinder
Um die eigenen vor solchen Abzock-Fallen zu schützen, empfiehlt G Data den Eltern allgemein, mit ihren Kindern gemeinsam altersgerechte Seiten im Internet zu besuchen und stets ein wachsames Auge auf das Surfverhalten des Nachwuchses zu werfen. So können sie die besuchten Angebote und auch die URL im Browser genau überprüfen, bevor sie einen Benutzernamen und das zugehörige Passwort, oder gar ihre Bankdaten, eingeben. Wer sich hingegen nicht ausreichend um den Schutz der jugendlichen im Netz bemüht, darf sich nicht wundern, wenn er irgendwann die Rechnung dafür bezahlen muss, indem zum Beispiel seine Kreditkarte missbraucht wird.
Im vorliegenden Fall wird Eltern empfohlen, zur ersten Registrierung im Habbo Hotel die gesicherte Anmeldeseite des Anbieters [3] aufzurufen. Außerdem sollten Eltern genau hinschauen, um die gefälschten Seiten der Cybergangster identifizieren zu können. Im Zweifelsfall gilt: lieber nicht einloggen und zuerst nachprüfen, ob es sich wirklich um die Originalseite handelt.
[1] http://www.gdata.de/
[2] http://www.habbo.de/
[3] https://www.habbo.de/register
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