Kopfnuss:
Gut gegen Schweinegrippe: »An Apple a day keeps the doctor away«
Der IT-Branche geht es schlecht. Nein, nicht wegen der in all ihren Auswirkungen bereits zur Genüge ausgeleuchteten Wirtschaftskrise.
Vielmehr leidet die IT-Branche unter gesundheitlichen Problemen. Wie eine Studie des Projekts DIWA-IT herausgefunden hat, hängt die körperliche und seelische Gesundheit von Beschäftigten in IT-Jobs am seidenen Faden. Das ist auch kein Wunder. Wenn ein SAP-Spezialist zu seinem Kollegen sagt: »Ich nehme mir jetzt mal eine Auszeit«, meint er damit, dass er während des Mittagessens sein Blackberry auf »stumm« schaltet – natürlich mit Vibrationsalarm.
Aber wie jeder weiß, geht es SAP-Beratern in ihren schönen dunklen Anzügen im Vergleich zum Feld-, Wald- und Wiesen-Fachhändler noch recht gut: Diese werden sich an dieser Stelle nämlich fragen: »Mittagessen? – Vor Jahren hatte ich auch mal eins«. Besonders die wackeren Kämpfer an der Kundenfront sind nicht zu beneiden. Treffen sie doch täglich auf selbsternannte Computerspezialisten, die nicht einsehen wollen, dass es für einen DVD-Brenner nicht zuträglich ist, diesen mit einer Tasse Kaffee zu begießen. Schuld ist immer erstmal der Dienstleister. Da bekommt der Begriff »Burn-Out-Syndrom« doch gleich eine ganz neue Bedeutung.
Ein anderer Begriff, der jeden IT-Außendienstleister in Angst und Schrecken versetzen dürfte, heißt »Service-Level-Agreements«. SLAs sind nichts anders, als die Übereinkunft zwischen dem eigenen Chef und dem Kunden, dass – was auch immer geschieht – der Techniker im Zweifel geschlampert hat. Bei so wenig Wertschätzung ist es kein Wunder, dass immer mehr IT-Experten krank werden.
Wie der Kopfnuss zu Ohren gekommen ist, fürchtet Microsoft die Ausbreitung der Schweinegrippe unter seinen Mitarbeitern inzwischen fast so sehr, wie die Open Source-Bewegung. Der IT-Riese hat deshalb weitreichende Gegenmaßnahmen ergriffen: Trotz der großen Abneigung der Redmonder gegen Konkurrent Apple hat sich Microsoft-Geschäftsführer Achim Berg nun dazu durchgerungen, sei-nen labilen Mitarbeitern in der besonders Viren-gefährlichen Herbstzeit jeden Tag ein iPhone, einen iPod oder einen iMac zukommen zu lassen. Denn es heißt immer noch: »An Apple a day keeps the doctor away«.
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