Deutsche wollen mehr Sicherheit - aber keine Biometrie
Keine europäische Nation hat so ein hohes Sicherheitsbewusstsein wie Deutschland. Gleichzeitig gibt es jedoch nirgendwo sonst noch so schwerwiegende Vorbehalte gegen moderne biometrische Sicherheitssysteme, wie hierzulande.
Die Deutschen sind nach wie vor überdurchschnittlich besorgt um ihre Sicherheit, insbesondere wenn es um die Sicherheit von persönlichen Daten, Online-Transaktionen und Kreditkarten geht, so eine Studie von Unisys [1]. 80 Prozent der Befragten – und damit zwei Prozent mehr als bei der letzten Umfrage im März 2008 – gaben an, extreme oder große Angst vor dem Diebstahl und Missbrauch ihrer persönlichen Daten zu haben. Die Anzahl derer, die hier nicht besorgt sind, beträgt nur noch vier Prozent (12 Prozent im August 2007, sechs Prozent im März 2008).
Obwohl die Deutschen damit europaweit die höchsten Sicherheitsbedenken haben, ist ihre Akzeptanz neuer biometrischer Sicherheitsverfahren jedoch überraschend gering. Sind zwar rund 60 Prozent der Befragten bereit, ein persönliches Passwort oder Foto, einen PIN oder einen Fingerprint Scan zu nutzen, nimmt diese Bereitschaft ab, wenn es um moderne biometrische Identifikationsverfahren geht: Iris- oder Augenscan akzeptieren nur 48 Prozent der Befragten, einen Gesichtsscan 43 Prozent, die Identifikation über die Stimme 35 Prozent und nur noch ein knappes Viertel ist auch mit Scans der Blutgefäße in der Hand einverstanden. »Die Unwissenheit um den Einsatz und die Funktionsweise neuerer biometrischer Identifikationsverfahren ist groß. Hier ist Aufklärungsarbeit notwendig«, erläutert Dietrich Schmitt, Geschäftsführer Unisys Deutschland GmbH und Leader Global Industries im Central Cluster.
Große Bedenken wegen finanzieller Sicherheit
In Punkto finanzielle Sicherheit sind die Bedenken der Deutschen immer noch am zweitgrößten. 73 Prozent gaben an, extrem bzw. sehr besorgt darüber zu sein, dass ihre Kreditkartendetails von Dritten ausspioniert und verwendet werden könnten. Auch das Vertrauen in Online-Banking und -Shopping nimmt weiterhin ab: Während die Anzahl derer, die hier extreme Sicherheitsbedenken haben, von 24 auf 26 Prozent gestiegen ist und weitere 27 Prozent sehr besorgt sind, haben nur noch 11 Prozent in diesem Punkt keine Angst (18 Prozent im August 2007, 13 Prozent im März 2008).
»Die jetzt vorliegenden Ergebnisse entstanden noch vor der Finanzkrise. Hier rechnen wir bei der nächsten Runde unserer Security Index-Ermittlung im Frühjahr 2009 mit größeren Veränderungen«, so Dietrich Schmitt.
[1] http://www.unisys.de/index.htm
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