Oracle setzt auf Vertikalisierung
Nach den Übernahmen von Hyperion und Bea wurde es um Oracle zuletzt etwas ruhiger. Jetzt startet das Unternehmen seine »Fusion Applications« mit CRM-Modulen. Den Kampf mit SAP um ERP-Marktanteile hofft der Konzern nicht nur über seine Plattform zu entscheiden, sondern auch über die Vertikalisierung seines Angebots.
Jürgen Kunz, Geschäftsführer von Oracle Deutschland
Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt als Geschäftsführer von Oracle [1] Deutschland zeigt sich Jürgen Kunz zufrieden: »Sowohl in EMEA als auch in Deutschland haben wir extrem gute Ergebnisse erreicht.« Tatsächlich konnte Oracle nach zuletzt schwächeren Quartalen in allen Bereichen wieder kräftig wachsen. Weltweit stiegen die Erlöse im Ende Mai abgelaufenen, vierten Geschäftsquartal zwischen 26 und 36 Prozent. Nach Schätzungen des Marktforschungsinstitutes Lünendonk wuchs der Umsatz in Deutschland von 527,5 Millionen Euro (2006) auf 620 Millionen (2007).
Dabei war Oracle vor allem in Branchen wie dem Handels- und Bankensektor erfolgreich. »Wir wollen die Vertikalisierung unseres Angebots stärker vorantreiben «, bestätigt Kunz im CRN-Gespräch. Vor allem in Deutschland will Oracle die Anteile im ERPMarkt über bestimmte Branchen steigern. »Es wäre nach wie vor vermessen, im SAP-Heimatland die Marktführerschaft im ERP-Bereich anzustreben«, so Kunz. »Wir sehen aber, dass wir in einigen vertikalen Märkten stark zulegen. « Kunz zufolge sei das Erfolgsrezept eine Kombination aus breiter und flexibler Funktionalität, gepaart mit Industrieverstand. Letzteren steuern häufig die Partner bei. Entgegen seiner Ankündigung von 2006, den Channel-Anteil von gut 50 Prozent weiter auszubauen, sieht Kunz derzeit aber keinen Anlass, die Partnerzahl signifikant zu erhöhen. »Wir verfügen über einen qualitativ sehr guten Channel, der unsere Fusion-Strategie aktiv mitträgt«, so der Geschäftsführer.
»Fusion Applications« startet mit CRM
Als Bereicherung entpuppen sich Kunz zufolge auch die Hyperion- Partner, die ein gutes Jahr nach der Übernahme mittlerweile gut integriert seien. So hätten sich bereits einige Kooperationen mit bestehenden Oracle-Partnern entwickelt, die auch im Rahmen von Fusion neue Projektmöglichkeiten ausloten würden.
Oracle hatte mit der Ankündigung von Fusion, einer breiten Palette integrierter Services und Module aus diversen Anwendungen auf Basis einer Service-orientierten Architektur (SOA), eine neue Ära eingeleitet. Den lang erwarteten Anfang im Applikationsbereich machen nun CRMModule, die Kunz zufolge am stärksten nachgefragt sind. »Unsere flexible Software-Architektur wird das Zünglein an der Waage sein«, glaubt Kunz. Früher hätten sich die Kunden aufgrund zusätzlicher Funktionalitäten für ein System entschieden, heute zähle die Möglichkeit zur flexiblen und schnellen Integration. SAPs Plattform Netweaver lässt Kunz dabei offenbar nicht als echte Konkurrenz gelten: »Fragen Sie mal nach, wer Netweaver wirklich unternehmensweit einsetzt?«.
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