PAC korrigiert Prognosen für Outsourcing-Wachstum nach unten

von Dr. Jakob Jung

23.02.2009

Anders als derzeit häufig dargestellt profitiert der Outsourcing-Markt in Deutschland nicht nur von der Talfahrt, urteilen die Analysten von PAC. Er leidet durchaus, wenn auch dank dynamischem Neugeschäft auf hohem Niveau.

Angesichts prall gefüllter Pipelines strotzt der Outsourcing- Markt vor Optimismus, verwechselt dabei aber gerne Auftragseingang mit Markt, so eine Studie von PAC [1]. Die Analysten haben jetzt ihre Wachstumsprognose für den deutschen Outsourcing Markt auf sechs Prozent nach unten korrigiert. Zwar beschert die Wirtschaftskrise dem Outsourcing in Deutschland eine neue Dynamik. Attraktive Finanzierungsmodelle und Kostensenkungspotenziale lassen angesichts der ökonomischen Rahmenbedingungen viele Unternehmen Outsourcing-Modelle in Erwägung ziehen. Das Neugeschäft verspricht erfreulich zu werden in diesem Jahr.

Um zu Marktwachstum zu führen muss dieses Neugeschäft aber zunächst die rückläufige Entwicklung des bereits existierenden Geschäfts ausgleichen. »Im Jahr 2008 wurden immerhin 13,5 Milliarden Euro in Deutschland in Form langfristiger Betriebsverträge erwirtschaftet. Und ein gewisser Teil dieses Umsatzvolumens hängt direkt von Faktoren wie Beschäftigtenzahlen oder Produktions-kapazitäten auf Kundenseite ab«, so Karsten Leclerque, Senior Consultant bei PAC.

Schon im wirtschaftlichen Aufschwung ist ein Rückgang im Bestandsgeschäft die Regel, vor allem durch den stetig sinkenden Preis der Technologie und immer effizientere Leistungserbringung. Im Abschwung dagegen wirkt neben einem verschärften Preiseffekt zusätzlich ein negativer Volumeneffekt. Der zunehmende Kostendruck wird über Nachverhandlungen der Konditionen an den Dienstleister weitergegeben. Projekte werden auf Eis gelegt. Ein Rückgang der Beschäftigungszahlen und der Produktion führt zu sinkenden Zahlen von IT-Benutzern und geringerem Bedarf an IT-Ressourcen; angesichts flexibler Preismodelle mit unmittelbaren Auswirkungen auf die Umsätze der Verträge.

Vertragsbeziehungen unter Druck

»Seriöse Prognosen abzugeben ist derzeit denkbar schwierig. Nach wie vor lassen sich der volle Umfang und die Dauer der Wirtschaftskrise nicht absehen. Alle Anzeichen sprechen aber dafür, dass das schwierige Umfeld bestehende Vertragsbeziehungen noch deutlicher unter Druck setzen wird als dies sowieso schon die Regel ist, so dass auch das Wachstum des Gesamtmarkts relativiert werden muss«, so der PAC-Berater. Und schließlich trifft die steigende Outsourcing-Nachfrage auf eine Anbieterlandschaft, die vor den Auswirkungen der Krise keineswegs gefeiter ist als viele ihrer Kunden. Allerdings sind die Auswirkungen nicht einheitlich. Für einige Outsourcing-Arten hat PAC die Wachstumsprognose für 2009 und 1010 aufgrund des prosperierenden Neugeschäfts sogar erhöht. Leiden werden dagegen besonders solche Dienstleistungen, die bereits ein hochvolumiges Bestandsgeschäft aufweisen oder stark von Kennziffern wie etwa Beschäftigtenzahlen abhängen.

[1] https://www.pac-online.com/pac/pac/live/pac_germany/index.html

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