Sun kündigt MySQL 5.4 an
Sun verpasst der Open-Source-Datenbank MySQL noch einmal ein Facelifting. Es könnte das letzte Hurra sein, denn MySQL steht wahrscheinlich bei Oracle auf der Abschussliste.
Die Zukunft von Sun MySQL ist nach der Übernahme durch Oracle mehr als ungewiss
Die Worte »kostenlos« und »Datenbank« sind Oracle [1]-Chef Larry Ellison noch nie in einem Atemzug über die Lippen gekommen und wenn er den lästigen Open-Source-Mitbewerber MySQL abwürgen kann, ist dies zwar nicht der Hauptzweck, aber wohl ein willkommener Nebeneffekt der Übernahme von Sun Microsystems [2].
Die meisten Beobachter geben MySQL im Hause Oracle deshalb kaum mehr eine realistische Überlebenschance. So etwa Mathieu Durano, Netzwerkspezialist beim Spielehersteller Ubisoft, der MySQL bereits als tot ansieht. Zwar ist es nicht so einfach, ein Open-Source-Projekt stillzulegen und Oracle wird dies auch nicht tun, aber die strategische Priorität, die MySQL bei Sun hatte, wird es bei Oracle mit Sicherheit nicht mehr genießen. »MySQL wird der existierenden Suite von Oracles Datenbankprodukten hinzugefügt, zu denen Oracle Database 11g, TimesTen, die Berkeley DB Open Source Datenbank und die Open Source transaktionale Storage Engine InnoDB gehört«, so die offizielle Aussage seitens Oracle.
Bessere Skalierbarkeit
Aktuell steht aber noch die Version 5.4 von MySQL an. Neue und verbesserte Eigenschaften betreffen unter anderem die Skalierbarkeit, wodurch die InnoDB Speicher-Engine auf x86-Server mit maximal 16 Kernen sowie Chip Multithreading (CMT)-Server mit bis zu 64 Kernen skalieren kann. Die Verarbeitung von Unterabfragen wurde ebenfalls beschleunigt. Neue Abfragealgorithmen greifen auf den Hauptspeicher zu. Bei bestimmten Abfragen verbessern sich die Antwortzeiten dadurch um 90 Prozent.
Ebenfalls neu ist der MySQL Cluster 7.0. Die Software bietet unter anderem die Möglichkeit, einem bestehenden Cluster im laufenden Betrieb neue Knoten hinzuzufügen. Außerdem unterstützt die neueste Version bekannte Lightweight Directory Access Protokolle (LDAP) und konsolidiert Datenbestände über diese Standardprotokolle. Einheitliche, unternehmensweite Momentaufnahmen (Snapshots) der Datenbestände erleichtern die Sicherung und Wartung von Rechenzentren. Mit MySQL Cluster 7.0 sind Verfügbarkeiten bis zu 99,999 Prozent zu erreichen. Vorhersagbare Antwortzeiten im Millisekundenbereich bei mehreren zehntausend Operationen pro Sekunde sind möglich.
[1] http://www.oracle.com/global/de/index.html
[2] http://de.sun.com/
- 1. Seite: Sun kündigt MySQL 5.4 an
- 2. Seite: Bessere Skalierbarkeit
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