Firmen müssen Fachkräfte selbst »heranziehen«
Trotz voller Auftragsbücher bei den Unternehmen verliert der Aufschwung in Deutschland weiter an Fahrt. Ein Grund ist der dramatische Fachkräftemangel. Dabei könnten viele Unternehmen mithilfe staatlicher Förderung Fachkräfte aus den eigenen Reihen rekrutieren.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Kostenerstattung möglich
Ursula Schindler, Mitglied der Geschäftsleitung beim BBW, sieht Weiterbildung auch als effektive Maßnahme zur Miarbeiterbindung
In Deutschland fehlen derzeit annähernd 100.000 Fachkräfte, überwiegend aus dem technischen Bereich. Der Verein Deutscher Ingenieure [1] (VDI) stuft die Situation als alarmierend ein, denn viele Unternehmen müssten mangels Fachkräfte lukrative Aufträge ablehnen. Der immer dramatischer werdende Fachkräftemangel in Deutschland könne damit verheerende volks- und betriebswirtschaftliche Folgen haben.
Dabei könnten viele Unternehmen – ausgerüstet mit stattlichen Fördergeldern vom Bund – aus den eigenen Reihen Fachkräfte rekrutieren. Als einer der erfahrenen und größten Anbieter im Bereich Personal- und Bildungsarbeit in Deutschland unterstützt beispielsweise das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft [2] (BBW) Unternehmen dabei, angelernte Mitarbeiter weiter zu qualifizieren und die Qualifikation älterer Mitarbeiter zu aktualisieren.
Im Rahmen des von der Bundesagentur für Arbeit aufgelegten Sonderprogramms »WeGebAU« (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) hat das BBW qualifizierte Weiterbildungsmaßnahmen entwickelt, die noch dazu auch finanziell attraktiv sind: Die Agentur für Arbeit erstattet Arbeitnehmern unter bestimmten Voraussetzungen nicht nur die kompletten Weiterbildungskosten, auch die Arbeitgeber erhalten einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt und zu den Sozialversicherungsbeiträgen.
Weiterbildung gleich Mitarbeiterbindung
Das Münchener Filmunternehmen Arri [3] profitiert bereits von dieser Förderung. Seit Februar schulen dort praxiserprobte und erfahrene Trainer 39 fest angestellte Arri-Mitarbeiter. An den Schulungen beteiligen sich Mitarbeiter, die lange nicht mehr in ihrem erlernten Beruf gearbeitet oder keine Berufsausbildung beendet haben.
Die Mitarbeiter selbst sind durchweg engagiert bei der Sache: Zum einen ist da die Erkenntnis, mit dem schnellen technologischen Wandel Schritt halten zu müssen, zum anderen ist kaum etwas motivierender als ein Erfolgserlebnis, wenn Neuerlerntes erfolgreich in der Praxis angewendet wird. Nicht zuletzt deshalb ist das Weiterbildungsprojekt auch ein effektives Mittel zur Mitarbeiterbindung.
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[1] http://www.vdi.de
[2] http://www.bbw.de
[3] http://www.arri.de/film_tv/
[4] http://forum.crn.de
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