Steigender Altersdurchschnitt bei Informatikern

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Dr. Jakob Jung

15.05.2009

Für IT-Freiberufler ist zunehmend Erfahrung gefragt. Das schlägt sich in der Alterspyramide nieder, die Zunft wird zunehmend älter.

Aufgrund ihrer Erfahrung werden auch immer wieder IT-Rentner reaktiviert

31 Prozent der IT-Freiberufler sind derzeit unter 40 Jahre alt, sagt eine aktuelle Auswertung der IT-Personalagentur GULP Information Services GmbH [1]. Das sind zwölf Prozent weniger als noch im August 2008. Der durchschnittliche Selbstständige in der IT ist mittlerweile 43 Jahre alt und hat 19 Jahre Berufserfahrung. Projektanbieter suchen bevorzugt nach freiberuflichen Spezialisten, die ihre theoretischen Kenntnisse bereits in der Praxis beweisen konnten.

Die Nachfrage nach Freiberuflern mit über 20 Jahren Berufserfahrung nahm laut GULP Stundensatz-Auswertung von Februar 2007 bis Februar 2009 um 19 Prozent zu. In 41 Prozent aller Projektausschreibungen werden aktuell solche erfahrenen Spezialisten gesucht. Außerdem zahlen sich Projekthistorie und Erfahrung aus: Externe IT-Spezialisten mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung fordern um 26 Prozent höhere Honorare als unerfahrene Kollegen. Erfahrung hin oder her: »Die freiberufliche Tätigkeit ist unter dem Strich einfach nicht mehr so attraktiv, dass ein junger Angestellter mit Karriereperspektiven bereit ist, unter Inkaufnahme der Risiken und der geringeren Einkommensaussichten seine Festanstellung aufzugeben«, äußerte ein Selbstständiger gegenüber GULP.

Stundensätze zu niedrig

Viele externe IT-Experten schieben dem Verdienst den Schwarzen Peter zu: »Die heute bezahlten Stundensätze sind viel zu niedrig.« Andere schreiben der Disziplin Informatik einen Imageverlust zu. Von 2000 bis 2006 hat die Anzahl der Studierenden in der Informatik im ersten Fachsemester laut Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) und Destatis an deutschen Hochschulen um 26 Prozent abgenommen.

Der Mangel an Nachwuchs könnte aber auch darin begründet sein, dass Unternehmen jüngere Informatiker bevorzugt fest anstellen, um Talent und Know-how an sich zu binden und für die eigenen Zwecke zu formen - während sie ältere Fachkräfte gerne in den IT-Projektmarkt entlässt.

[1] http://www.gulp.de/

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