»Problemoutsourcing funktioniert nicht«

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

24.03.2009

In den letzten Monaten haben Ereignisse wie um den indischen Dienstleister Satyam vielerorts das Vertrauen in billige Offshore-Lösungen erschüttert. Dennoch kann Outsourcing mit neuen Ideen gerade in der Krise zu dringend benötigten Vorteilen und Einsparungen verhelfen.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

Die Zeit der großen Mega-Deals im Outsourcing flaut ab und verschafft dafür einzelnen Bereichen von Business Prozessen (BPO) über Applikationen bis zum Projekt-Outsourcing und Managed Services immer mehr Zulauf. Neben einer besseren und schnelleren Absprache und Durchführung mit Spezialisten ist bei diesen kleineren Lösungen meist auch der ROI attraktiver. Für Unternehmen und Organisationen bietet die Krise damit auch eine enorme Chance, überfällige Optimierungen anzugehen und gestärkt aus der schweren Zeit hervorzugehen. »In der aktuellen Zeit muss sich jedes Unternehmen fragen: Bin ich – gerade auch mit meiner IT – gut aufgestellt?«, mahnt Olaf Scholz, Geschäftsführer Sales & Marketing und verantwortlich für Outsourcing beim Dienstleister

Neue Wege im Outsourcing

Zu solchen neuen Ideen für das Outsourcing, wie Scholz sie anspricht, gehört zum Beispiel Blended Outsourcing, bei dem je nach den Anforderungen im Einzelfall eine individuelle flexible Mischung der Outsourcing-Lösungen, zum Beispiel aus Off- und Nearshore, erstellt werden kann. Eine weitere Neuerung ist auch Managed Testing, das unter anderem beim Trusted Adviser Survey in St. Gallen reges Interesse bei den CIOs hervorrief. Test-Prozesse können damit automatisiert und voll integriert (mit Fachbereichen) optimiert werden. Logica bietet Managed Testing etwa über eine Tochter und auf Basis eines Erfolgsorientiertes Bonus-Malus Modell, bei dem Logica mit ins Risiko geht. Als einer der Vorreiterkunden lässt etwa Arcor inzwischen regelmäßig seine neuen Software-Releases von Logica testen.

Eins müsse aber jedem bewusst sein, der Outsourcing-Überlegungen anstellt, gibt Scholz zu bedenken: »Problemoutsourcing funktioniert nicht«. Beide Seiten müssen zusammenarbeiten um Ursachen der Probleme zu finden und sie ausmerzen. Auch der Führungsstil muss dazu passen. Ein ebenso häufiger wie gefährlicher Fehler unter der Kosten-Knute dieser Tage ist es beispiels, die Innovation aufgrund der Sparzwänge zu bremsen. Selbst wenn sich einiges gefahrlos reduzieren oder auslagern lässt, muss das Kerngeschäft auch in der Krise innovativ bleiben. Aufgabe der Führungskräfte ist es somit, bei allem Kostenbewusstsein auch Freiräume für Ideen zu erhalten und neu zu schaffen. »Was fehlt, ist die Innovation im Innovationsprozess«, zitiert Scholz einen Kollegen.

Virtualisierung weiter Top-Thema für KMUs

Etwas anders sieht es mit dem Thema Outsourcing im Mittelstand aus: Gerade bei KMUs ist die Frage ob und inwieweit Outsourcing überhaupt Sinn macht sehrt branchenunterschiedlich und erfordert eine genauere Betrachtung und Bearbeitung des Einzellfalls. Im Mittelstand spielt deshalb eher Virtualisierung weiterhin die wichtigste Rolle bei der Kostenreduktion. Auch Scholz sieht diesen Trend weiterhin als zentral für den Mittelstand an und weist auf damit verbundene Sparmöglichkeiten im zweistelligen bereich hin. Auch intern habe man so die Zahl der benötigten Server erheblich reduzieren können.

Nach zwei Jahren mit zweistelligem Wachstum in 2007 und 2008 sieht Scholz Logica auch für die aktuelle Krise gut aufgestellt: »Wir wollen weiter wachsen, auch in diesem Jahr«. Neben einem umfangreichen Restrukturierungsprogramm zur Stärkung der eigenen Kompetenzen gibt es dazu auch neue Best Practises für SAP, BI, Smart Metering, Application Management, Managed Testing. Logica zählt momentan rund 90% der DAX-Unternehmen zu den eigenen Kunden und strebt in Deutschland insbesondere Neukunden mit einer Deal-Größe zwischen 5 und 50 Millionen Euro an. »Unsere Vorteile sind die regionale Präsenz mit 12 Standorten (Regionalcentern) in D, gepaart mit einer globalen Ressourcenverfügbarkeit und einem globalen Infrastruktur-Modell. Somit kann von Near- bis Offshoring alles, inklusive Hybrid-Lösungen, realisiert werden.«. 2008 wurde Logica mit dem »Fair Company« Gütesiegel ausgezeichnet, das besondere Fairness gegenüber Absolventen und Praktikanten honoriert.

Verwandte Artikel