Microsoft: Ende der Beta - Windows 7 auf der Zielgeraden

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Dr. Jakob Jung, Bernd Reder

12.02.2009

Heute ist Schluss mit Download, die Public Beta von Windows 7 wird aus dem Netz genommen. Das neue Betriebssystem ist damit auf der Zielgeraden und ein Microsoft-Offizieller orakelt gar: »Wer Vista noch sehen will, sollte sich beeilen.«.

Vorerst ist Schluß mit der freien Verteilung der Windows 7 Beta

Kunden, die öffentliche Server nutzen, haben ab heute keine Möglichkeit mehr, am Beta-Test für Windows 7 teilzunehmen. Für Microsoft [1] Kunden mit MSDN- oder TechNet-Abos steht der Download aber nach wie vor zur Verfügung. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, die Software über diverse Donkey- und Mule-Seiten herunterzuladen, ohne Produktschlüssel nützt das aber herzlich wenig.

Die Reaktionen auf die Windows 7 Beta sind bisher großen Teils positiv, auch wenn es einige Irritationen in Punkto Sicherheit gab, in erster Linie wegen der neuen User Account Control. Da sich diese zwar als besser zu handhaben, aber dafür unsicherer präsentierte, versprach Microsoft eine Nachbesserung. Viele Anwender setzen die Windows 7 Beta aber sogar bereits auf ihrem Produktivsystem ein. Als nächstes steht nun der Release Candidate (RC) von Windows 7 an, eine zweite Beta wird es dieses Mal nicht geben. Auch dieser RC soll dafür nach bisherigem Stand wieder der Allgemeinheit zum Download und Test zur Verfügung gestellt werden.

»Wer Vista noch sehen will, sollte sich beeilen.«

Robert Helgerth sieht Windows 7 schon in greifbarer Nähe

Wann genau Windows 7 aber fertig sein wird, ist jedoch nicht bekannt - Microsoft hält sich bezüglich des genauen Zeitplanes extrem bedeckt. Offiziell wird weiterhin Anfang 2010 als Verkaufsstart angegeben. Andererseits bestätigte Steven Sinofsky, Senior Vice President for the Windows and Windows Live Engineering Group, in seinem Blog [2] aber, dass man mit dieser überraschenden Geschwindigkeit nur genau im internen Zeitplan liege.

Analysten vermuten daher, dass der RC im März oder April an den Start gehen könnte und der Verkaufsstart schon im Sommer erfolgt. Dass die Gültigkeitsdauer der Beta bis 1. August ausläuft, scheint ein sicherer Anhaltspunkt für den Startpunkt zu sein. Gestützt wird dies auch von der Aussage einiger Netbook-Anbieter, im Sommer und Herbst 2009 Geräte mit Windows 7 auf den Markt bringen zu wollen. Robert Helgerth, Senior Director Partner & Mittelstand bei Microsoft, verriet schon mal so viel: »Wer Vista noch sehen will, sollte sich beeilen.«.

Damit können wohl auch die Aktivisten der internationalen Petitionsseite »Release Windows 7! [3]« beruhigt sein, die es jetzt schon nicht mehr erwarten können, das neue Betriebssystem in den Händen zu halten. Ein wohl einmaliger Vorgang in der Windows-Geschichte, zeigt dies aber auch die hohen Erwartungen, die trotz der Vista-Pannen inzwischen an den Nachfolger gestellt werden.

Ballmer setzt auf Druck durch die Mitarbeiter

Den vielen Unternehmen, die sich aus nachvollziehbaren Gründen Vista gespart haben, empfiehlt Microsoft selbstredend den Umstieg auf Windows 7. Das kann sich mit dem neuen Kandidaten tatsächlich oft auch lohnen. Doch darin, wie dieser Umstieg ideal gestaltet werden sollte, ist sich Microsoft selbst offenbar nicht ganz sicher. Während man offiziell noch versucht, den Kunden Vista schmackhaft zu machen, propagiert CEO Steve Ballmer einen direkten Umstieg.

Gavriella Schuster, Senior Director im Windows-Produktmanagement von Microsoft, rät bisherigen XP-Anwendern etwa dringend zum Zwischenschritt über Vista. Die Begründung: Die finale Version von Windows 7 sei erst später verfügbar, und der Aufwand, von XP zu Vista zu migrieren sei derselbe wie beim Umstieg von XP auf Windows 7. Hinzu komme, dass Systemhäuser und ISVs (Independent Software Vendors) den Support für Windows XP auslaufen lassen. Bei Systemintegratoren und IT-Fachleuten in den USA löste sie damit einige Verärgerung aus: »Ich habe von keinem ISV gehört, dass er XP-Anwendungen nicht mehr unterstützen wird. Das ist einfach lächerlich«, sagt beispielsweise Andy Kretzer, Verkaufsdirektor von Bold Data Technology in Fremont (Kalifornien).

Ballmer hingegen sprach sich in den vergangenen Wochen mehrfach für einen direkten Wechsel der XP-Kunden aus. Neben der erhöhten Produktivität hofft er als Argument für den Umstieg auch auf den Druck der Mitarbeiter: »Nutzt man heutzutage noch ein vier bis fünf Jahre altes Betriebssystem, werden sich die Angestellten fragen, warum ihr Chef nicht auf das System umsteigt, das sie auch zu Hause benutzen«, so Ballmer vergangene Woche in New York.

[1] http://www.microsoft.com/de/de/default.aspx
[2] http://blogs.msdn.com/e7/archive/2009/01/30/our-next-engineering-milestone.aspx
[3] http://www.releasewindows7.com/

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