Web-Datenschutz: Jugend zeigt sich lernresistent
Eine Microsoft-Studie zeigt: Die vielen Datenschutz-Skandale des letzten Jahres haben das allgemeine Bewusstsein für den Schutz persönlicher Daten merklich gestärkt. Gerade unter jungen Surfern gibt es aber auch weiterhin eine beunruhigende Sorglosigkeit gegenüber Datenkraken.
Allzu gerne übersehen jugendliche Surfer die Gefahr für ihre Daten im Internet
Deutsche Internetnutzer halten den Datenschutz im Internet zwar inzwischen für ein sehr wichtiges Thema, sind aber gleichzeitig auch immer häufiger und leichter bereit, persönliche Daten im Netz preiszugeben. Das zeigt eine aktuelle Studie von Microsoft [1] zum Thema Datenschutzverhalten im Web. Als klarer Trend ist zudem zu erkennen: Wer regelmäßig soziale Netzwerke nutzt, hat weniger Scheu vor Datensammlungen und ist damit auch eher bereit, persönliche Daten zu veröffentlichen.
37 Prozent der Befragten gehören allerdings dem Typus der Unbesorgten an und geben im Web grundsätzlich ohne Bedenken ihre persönlichen Daten im Internet preis und zahlen dort stets mit Kreditkarte. Laut der Studie sind es hauptsächlich jugendliche Surfer, die sich so sorglos im Web bewegen. Die Mehrheit der Surfer wägt aber insgesamt eher kritisch ab oder steht dem Web generell skeptisch gegenüber. Ein unsicheres Gefühl bekommen viele Nutzer auch durch Online-Dienste, die das Nutzerverhalten auswerten, um so ihre Angebote personalisieren zu können. 45 Prozent der Nutzer halten personalisierte Angebote zwar generell für interessant bis äußerst interessant. Allerdings überwiegt bei rund 80 Prozent der Befragten die Skepsis gegenüber der Art der Auswertung und Nutzung der Daten.
Eigene Kontrolle ist unabdingbar
Immerhin 63,1 Prozent der befragten Männer und 50 Prozent der Frauen schätzen ihren eigenen Kenntnisstand zum Datenschutz als gut ein. Die meisten Nutzer sehen sich dabei vor allem selbst in der Pflicht – und betrachten ihr eigenes Verhalten kritisch. Mehr als die Hälfte findet, dass sie ihrer Aufgabe zum Datenschutz nur annehmbar oder schlecht gerecht wird. So gibt etwa ein Drittel an, die Datenschutzbestimmungen bei Dienstanbietern nicht zu lesen, meist aus Zeitgründen. »Diese Zahl dürfte der Wirklichkeit nicht annähernd gerecht werden. Die komplexen, mehrseitigen Datenschutzbestimmungen werden wohl in der Realität von kaum jemanden durchgelesen«, äußert Tom Köhler, Direktor Strategie Informationssicherheit & Kommunikation bei Microsoft Deutschland Skepsis gegenüber der eigenen Studie.
Microsoft selbst verfolgt in Deutschland schärfere Datenschutzrichtlinien, als sie in der Zentrale in Redmond üblich sind. Die deutsche Tochter will auch gegenüber der Konzernmutter stärker die Bedeutung des Datenschutzes betonen.
[1] http://www.microsoft.com/de/de/default.aspx
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