CRN-Studie »Channeltracks«:
ITK-Fachhändler wieder optimistischer
Markt- und Wirtschaftsforscher verzeichnen eine aufgehellte wirtschaftliche Stimmungslage. Auch die ITK-Fachhändler blicken wieder etwas optimistischer in die Zukunft.
Laut aktuellen Ergebnissen der CRN-Channeltracks hellt sich die Stimmung im ITK-Channel zur Jahresmitte wieder ein wenig auf: Immerhin 17 Prozent der befragten Reseller glauben nun wieder an ein Wachstum in den kommenden zwölf Monaten. Im Befragungszeitraum 1. Quartal 2009 rechneten nur neun Prozent mit einem Marktwachstum. Von Aufschwungseuphorie kann jedoch keine Rede sein: Immerhin noch 42 Prozent der Befragten (Q1/2009: 45 Prozent) prognostizieren einen weiterhin rückläufigen Markt, 36 Prozent (Q1/2009: 41 Prozent) gehen von einer Stagnation aus.
Auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung warnen vor einer allzu optimistischen Auslegung ihrer jüngsten, überraschend positiven Marktdaten: Die Wirtschaft stabilisiere sich auf niedrigem Niveau.
Das Stimmungstief, das im ersten Quartal 2009 erreicht war, scheint überwunden: Deutlich mehr ITK-Reseller gehen nach dem zweiten Quartal von einem Marktwachstum in den kommenden zwölf Monaten aus. 17 statt neun Prozent der 300 Befragten rechnen mit einem Wachstum. Doch immer noch prognostizieren deutlich mehr Fachhändler einen Rückgang (42 Prozent) oder eine Stagnation (36 Prozent). Optimistisch stimmt, dass in beiden Fällen die Werte gegenüber der vorhergehenden Befragung deutlich zurückgegangen sind.
Was die Entwicklung des eigenen Geschäfts angeht, sind die Fachhändler allerdings wenig positiv gestimmt: Nur noch 30 Prozent der Reseller gehen von einem Wachstum für den eigenen Betrieb aus. Im Vorjahr glaubten immerhin noch 50 Prozent der Befragten an ein Wachstum, zum Jahreswechsel waren es schon nur noch 34 Prozent. Nun rechnen schon 49 Prozent der Reseller mit einer Stagnation des eigenen Geschäfts in den kommenden zwölf Monaten. 18 Prozent der Fachhändler schätzen sogar, dass sich ihr Geschäft rückläufig entwickeln werde.
Positive Signale für die Wirtschaft kommen von den Marktforschern: Der GfK-Konsumklimaindex für August klettert nach revidiert 3,0 Punkten im Juli überraschend stark auf 3,5 Punkte. Offenbar gehen die Verbraucher davon aus, dass die steile Talfahrt der Konjunktur zum Stillstand gekommen ist, wenngleich sie die Rezession nicht für überwunden halten. Der private Konsum bleibe eine wesentliche Stütze der Konjunktur, stellt die Gesellschaft für Konsumforschung fest. Allerdings ist das Niveau des Indikators nach wie vor vergleichsweise niedrig. Auch der Ifo-Geschäftsklimaindex des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung stieg im Juli überraschend stark: von 85,9 Punkten im Vormonat auf 87,3 Zähler. Die 7.000 befragten Unternehmen bewerteten demnach ihre Geschäftslage und die Aussichten für das nächste halbe Jahr deutlich besser. Im dritten Quartal rechnen die Forscher deshalb schon wieder mit einer positiven Wachstumsrate.
Doch von einer Aufschwungseuphorie ist noch nichts zu spüren. Analysten erwarten lediglich eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Die GfK geht etwa davon aus, dass der eigentliche Härtetest für das Konsumklima noch bevorstehe, sollten die Arbeitslosenzahlen im Spätherbst wieder stärker steigen. Viele Unternehmen versuchten momentan, Einbußen vor allem mit Kurzarbeit aufzufangen. Um jedoch künftig Entlassungen in größerem Ausmaß vermeiden zu können, müsste sich die wirtschaftliche Situation tatsächlich dauerhaft stabilisieren.
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