Exklusiv-Interview:
»Phänomenaler Absatz«
Während sich die Netzbetreiber mit dem Thema »Mobile Internet« noch schwer tun, baut der Provider 1&1 Internet AG den Mobility-Bereich zum dritten Firmen-Standbein aus. Eine Million Mobilfunk-Neukunden konnten die Montabaurer mit dieser Strategie schon gewinnen und auch der Handel profitiert davon kräftig, wie Kirsten Haynberg, Head of Indirect Sales bei 1&1, im Interview mit Computer Reseller News betont.
CRN: 1&1 ist mit Webhosting groß geworden und außerdem einer der größten DSL-Anbieter in Deutschland. Soll mit dem Bereich Mobility (mobile EMail / mobiler Internet-Zugang) ein drittes Standbein hinzukommen?
Haynberg: Keine Frage, das ist für 1&1 ein absolut wichtiges, strategisches Thema. Neben unserer Hosting- und DSL-Sparte wird der Bereich Mobile Internet zum dritten Standbein ausgebaut. Der Geschäftsbereich ist sehr gut angelaufen: Der Absatz des von uns angebotenen Notebook-Sticks ist phänomenal.
CRN: Sind Sie enttäuscht darüber, dass der langjährige 1&1-Partner Deutsche Telekom das iPhone weiterhin exklusiv vermarktet und 1&1 ein solches Produkt nicht im Angebot hat?
Haynberg: Das von uns angebotene Smartphone von HTC kann alles, was ein iPhone kann, während unser Datentarif aber deutlich günstiger ist – darauf haben wir den Fokus gelegt. Davon abgesehen kann sich aber auch jeder ein iPhone kaufen und es mit dem 1&1-Tarif nutzen.
CRN: Wie differenziert sich die ja in erster Linie als Internet-Anbieter bekannte 1&1 gegenüber den etablierten Mobilfunk-Netzbetreibern?
Haynberg: Wir haben zwar auch eine Handy-Flatrate im Angebot, positionieren uns aber nicht vorrangig als weiterer Sprach-Anbieter. Im Fokus steht in erster Linie das mobile Internet, zum Beispiel mobile E-Mail, wo wir ja weitaus mehr bieten als die klassischen Netzbetreiber. Mit dieser Strategie sind wir bisher sehr gut unterwegs. Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres werden wir den millionsten Mobilfunkkunden begrüßen. Für unsere Partner und uns bietet der Mobilfunk darüber hinaus noch einen Zusatznutzen, denn in manchen Regionen ist zwar DSL nicht oder nur schlecht verfügbar, aber ein UMTS-Zugang ist möglich. Dort können wir dann einen Breitbandzugang auf Mobilfunkbasis anbieten, was für viele Anwender in diesen Regionen eine gern genommene Alternative zur analogen Einwahl ist.
CRN: Werden Händler, die bisher eher Webhosting oder DSL vermarktet haben, für das Mobility-Angebot speziell geschult?
Haynberg: Nein, denn hier haben wir bisher keinen Schulungsbedarf bei unseren Partnern ermittelt, da das Produkt sich quasi von selbst verkauft und das Thema »vorverkauft« ist – da brauchen unsere Partner keine Hilfe. Um Mobile Internet erfolgreich vermarkten zu können, benötigen die Partner insbesondere Flyer und Poster, die sie bei 1&1 kostenlos abrufen können. Darüber hinaus stellen wir in Kürze den Partnern Werbemittel wie Anzeigenvorlagen, Banner etc. zur Verfügung.
CRN: Eng verbunden mit dem Thema Mobility sind natürlich auch »Microsoft Exchange« und die Open- Source-Alternative »MailXchange«. Wie kommen diese Produktlösungen auf dem Markt an?
Haynberg: Dabei handelt es sich weiterhin um einen relativ kleinen Markt mit starkem Business- Charakter. Sowohl »Microsoft Exchange« als auch »Mail Xchange« sind ganz sicher noch keine Massenprodukte. Aber wir sind zuversichtlich, dass sich dieser Markt noch weiter entwickelt und arbeiten auch selbst aktiv daran. Ein Schlüssel zur weiteren Expansion ist dabei sicherlich die stärkere Verbreitung des Blackberry und ähnlicher Smartphones.
Derzeit keine eigenen Stores in den Fußgängerzonen geplant
CRN: Bleiben wir noch kurz beim Thema Software: Denken Sie darüber nach, dass 1&1 – ähnlich wie Apple mit dem App-Store und Nokia mit Ovi – in die Vermarktung mobil nutzbarer Softwarelösungen (z.B. zur Navigation, Übersetzer, MP3-Musik, etc.) einsteigt?
Haynberg: Wir beobachten den Content-Markt sehr genau und finden dieses Thema durchaus überlegenswert. Konkrete Pläne, uns hier zu engagieren, haben wir im Augenblick jedoch nicht.
CRN: Während alle Netzbetreiber und auch der Provider Freenet, an dem die 1&1-Muttergesellschaft beteiligt ist, mit Flagship-Stores und teilweise auch mit Franchise- Shops bundesweit präsent sind, ist die Marke 1&1 bisher ausschließlich über Partnershops vertreten. Wird es dabei bleiben oder müssen Sie hier nachziehen?
Haynberg: Natürlich prüfen wir regelmäßig, ob im Vergleich zu Arcor, Vodafone und anderen Netzbetreibern unsere Vertriebsbasis ausreicht oder ob wir auch eigene Stores in den Fußgängerzonen eröffnen sollten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind wir aber der Ansicht, dass wir mit unseren Vertriebskanälen gut aufgestellt sind, zumal zahlreiche 1&1-Partner mit Ladengeschäft ja durchaus sehr deutlich als solche zu erkennen sind.
CRN: Im vergangenen Jahr war in der ganzen Branche IP-TV ein großes Thema, inzwischen ist es darum deutlich ruhiger geworden. 1&1 ist hier über das United Internet Joint- Venture »Maxdome« auch engagiert. Sind Sie mit der Nachfrage zufrieden, oder waren die Hoffnungen zu groß?
Haynberg: Das müssen Sie differenziert betrachten. Ich stimme Ihnen zu, dass es um das reine IPTV, also Fernsehempfang über DSL-Breitband, ruhiger geworden ist. Mit »Maxdome« bieten wir aber vielmehr Video-on-demand an. In diesem Bereich ist der Knoten eindeutig geplatzt und er entwickelt sich sehr gut. Wir haben hier aktuell rund eine Million registrierte Nutzer und über 200.000 aktive Kunden, die mindestens einmal im Monat einen Stream herunterladen. Ich bin überzeugt davon, dass sich der Entertainment-Bereich noch weiter stark entwickeln wird.
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INFO
1&1 Internet AG
Elgendorfer Straße 57, 56410 Montabaur
Tel. 02602 96 -1100, Fax 02602 96 -1013
www.1und1.de [1]
www.symantec.de [2]
[1] http://www.1und1.de
[2] http://www.symantec.de
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