Microsoft plant eigene Retail-Stores

von Dr. Matthias Hell

13.02.2009

Mehr als einmal hat sich Microsoft bereits von den innovativen Ideen des Rivalen Apple »inspirieren lassen«. Nun will der Softwaregigant auf den Erfolg der Apple Stores aufspringen: Der ehemalige Walmart-Manager David Porter soll für Microsoft eine Ladenkette aufbauen.

Ob die Microsoft-Geschäfte mehr werden als nur Apple Stores mit Microsoft-Logo?

Im Vorfeld der Markteinführung von Windows Vista soll es Apple [1]-Chef Steve Jobs ausgesprochen haben: »Mit Windows 95 hat Microsoft [2] das originale Mac OS kopiert und jetzt tun sie es wieder.« Tatsächlich lässt sich Microsoft gerne von den Erfolgsideen des Rivalen »inspirieren«, wie sich auch an der Einführung des MP3-Players Zune inklusive angeschlossenem Musik-Store erkennen ließ – Ähnlichkeiten zu iTunes und iPod rein zufällig. Derzeit scheint es Microsoft-Chef Ballmer der Erfolg der Apple Stores angetan zu haben, wie eine aktuelle Personalie belegt:

David Porter, langjähriger Manager des US-Retailkette Walmart, wurde zum Corporate Vice President of Retail Stores berufen. Der Titel sagt es schon: Microsoft plant den Aufbau eigener Retail Stores. Man wolle den Kunden beim Erwerb von PCs und Microsoft-Software eine bessere Kauferfahrung bieten, so das Unternehmen in einer Erklärung.

Konkurrenz für Microsoft-Partner?

Seine Retail-Kompetenz soll den Erfolg der Microsoft-Stores sicherstellen: David Porter

»Auf diese Weise werden unsere Kunden noch deutlicher den Innovationsgrad und Nutzen der Microsoft-Produkte erkennen«, erklärt dazu Microsoft-Chief Operating Officer Kevin Turner. Der Softwaregigant habe gute Voraussetzungen, um eine Einkaufsmöglichkeit von Weltklasse aufzubauen. Microsoft-Partner, die durch die neuen Verkaufsgeschäfte eine Schwächung des Channel-Modells befürchten, beruhigt der COO: »Natürlich teilen wir die Erfahrung, die wir mit unseren Stores sammeln, mit unseren Handels- und OEM-Partnern, die auch weiterhin für unseren Erfolg essentiell bleiben.«

Wenn auch unklar ist, ob der Softwarekonzern das Store-Konzept des für seine designstarken Produkte bekannten Rivalen Apple einfach kopieren kann, steht jedoch außer Frage, dass sich Microsoft mit David Porter einen ausgewiesenen Retail-Spezialisten an Bord geholt hat: 25 Jahre sammelte Porter im Walmart-Konzern Handelserfahrung und hatte dort zuletzt die Hauptverantwortung für den Entertainment-Bereich. 2007 wechselte der Manager zum Unterhaltungskonzern Dreamworks und wird Microsoft nun ab 16. Februar verstärken.

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[2] http://www.microsoft.com/germany
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