Oracle - das heimliche Rückgrat von SAP
Drei von vier SAP-Kunden setzen bei der Datenbank auf Oracle. Nach Einschätzung von Raad Research wird sich an der Dominanz des Erzrivalen auf absehbare Zeit auch nichts ändern. Mit der Übernahme von Sun dringt Oracle künftig noch ein Stück tiefer in die SAP-Welt ein.
Die Dominanz ist erdrückend: Drei von vier SAP-Anwendern in Deutschland setzen als Datenbank für ihre betriebswirtschaftlichen Anwendungen ein System von Oracle ein. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Raad Research [1], für die das Marktforschungsinstitut aus Münster knapp 2.000 IT-Leiter befragte. Damit vertraut die absolute Mehrheit der SAP-Kunden ausgerechnet auf Datenbanktechnologie des Herstellers, der den Walldorfern im ERP-Kerngeschäft am härtesten Paroli bietet. Zugleich übersteigt der Anteil der deutschen SAP-Kunden, die eine Oracle-Datenbank einsetzen, sogar den Marktanteil des US-Herstellers. Der liegt bei relationalen Datenbanken laut Gartner knapp unter 50 Prozent.
Seit Jahren hat sich an der Vorherrschaft von Oracle in der deutschen SAP-Landschaft wenig geändert: Der Anteil des Datenbankherstellers bei der Klientel der Walldorfer sank seit dem Jahr 2000 allerdings von knapp 80 Prozent auf 73 Prozent im Jahr 2008, wie Raad im Rahmen der Studie »Plattformstrategien für SAP-Systeme 2009« ermittelt hat.
Somit sei es SAP bisher weder durch Open Source-Datenbanken noch durch strategische Partnerschaften mit IBM und Microsoft gelungen, Oracle als führendes Datenbanksystem abzulösen, folgern die Münsteraner Marktforscher. »Dies wird sich auch in Zukunft bei den SAP-Bestandskunden in Deutschland nur wenig ändern.« Immerhin verzeichnet SAP mit der MaxDB anteilig die größten Zuwächse bei der Kundenzahl. Knapp drei Prozentpunkte gewann die Datenbank seit 2006 in der SAP-Klientel hinzu. Damit kommt MaxDB auf einen Anteil von zehn Prozent und liegt knapp vor Microsofts SQL Server (neun Prozent) und knapp hinter IBMs DB2 (elf Prozent).
Den Fuß bei vielen SAP-Kunden in der Tür
Die Dominanz von Oracle zu brechen ist nach Einschätzung der Raad-Analysten schon allein deshalb schwierig, weil Datenbanksysteme ein Eckpfeiler der IT sind. Deshalb scheuten Anwender das Risiko einer Migration, die meist nur im Zuge eines ERP-Systemwechsels in Frage komme.
Künftig nimmt Oracle den deutschen Rivalen noch von einer anderen Seite in die Zange: Bekanntlich kündigte der US-Riese im April die Milliarden-Übernahme von Sun Microsystems an, die bislang noch nicht abgeschlossen ist. Laut Raad betreiben immerhin elf Prozent der deutschen SAP-Anwender ihre Applikationen auf Servern von Sun. Bei diesen Kunden handelt es sich vor allem um Unternehmen mit besonders vielen Nutzern. Der statistische Mittelwert liegt bei rund 7.500 SAP-Nutzern. Damit rangiert Sun deutlich vor Server-Herstellern wie HP und IBM. Nicht zuletzt erhält der Datenbankriese mit der Sun-Übernahme auch Kontrolle über die Java-Technologie, auf der wiederum SAPs Integrationsplattform Netweaver basiert.
Somit bilden Hardware- und Software-Komponenten von Oracle bei vielen SAP-Anwendern künftig das technologische Rückgrat ihrer ERP-Installation. Bei manchen Kunden der Walldorfer hat Larry Ellisons Unternehmen über die Zeit auch an anderer Stelle den Fuß in die Tür bekommen: So gibt es zahlreiche SAP-Anwender, die CRM-Systeme von Siebel, Business Intelligence-Tools von Hyperion oder Middleware-Produkte von Bea Systems einsetzen. Allesamt Anbieter, die sich Oracle in den vergangenen Jahren einverleibte.
[1] http://www.raad.de/
- 1. Seite: Oracle - das heimliche Rückgrat von SAP
- 2. Seite: Den Fuß bei vielen SAP-Kunden in der Tür
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Das sind die Top-Notebooks
Auf der Suche nach neuen Notebooks sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unsere Kollegen von der PC Go haben daher die besten Geräte für Sie getestet.
NEC prämiert die schönste Installation
Einen Fotowettbewerb der etwas anderen Art startet NEC Display Solutions für seine Partner. Unter dem Motto »Application Picture Competition« können NEC-Partner Bilder einsenden, die NEC-Produkte im Einsatz zeigen. Für die kreativsten Fotografen winkt als Preis ein iPhone.
SAP will den Cloud-Anbieter Ariba übernehmen
Der Softwareanbieter SAP steht vor einem weiteren großen Zukauf im SaaS-Segment: Für 4,3 Milliarden Dollar wollen sich die Walldorfer den kalifornischen Beschaffungsspezialisten Ariba einverleiben und das Cloud-Geschäft auf diese Weise ausbauen.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
So sexy sind Deutschlands Bäuerinnen
Vor kurzem war es wieder soweit: Die Macher des Deutschen Bauernkalenders suchten nach den schönsten Botschafterinnen für die Landwirtschaft. Die ansprechendsten Bewerberinnen kamen zum Casting nach München und Hamburg. Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Vorauswahlen in unserer Bilderstrecke ...
Massenentlassungen bei HP geplant
Der Rückgang der PC-Nachfrage und die Zusammenlegung von PC-und Druckersparte haben einschneidende Konsequenzen für die Mitarbeiter von HP. Es sollen laut Medienberichten 30.000 Mitarbeiter entlassen werden.