CeBIT: 18.000 offene Stellen für Informatiker
Während derzeit in vielen Unternehmen Stellen gestrichen werden, sind Informatiker in Deutschland nach wie vor Mangelware. Die IT bietet damit auch in der Krise gute Beschäftigungsaussichten. Für Jobsuchende ist die CeBIT in Hannover alleine schon deshalb eine Reise wert.
Trotz Entlassungswellen sind IT-Fachkräfte in Deutschland weiter gesucht
Trotz der momentan nicht enden wollenden Meldungen über Entlassungen wegen der Wirtschaftskrise gibt es auch in Deutschland Bereiche, in denen die Situation genau anders herum ist und dringend Arbeitskräfte benötigt werden. Besonders die IT-Abteilungen und –Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften: so gibt es derzeit nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) [1] etwa alleine schon knapp 18.000 offene Stellen für Informatiker. Und auch andere Ingenieure, Elektrotechniker und Mechatroniker werden weiterhin zahlreich benötigt. Insgesamt gehen Schätzungen von aktuell 45.000 bis 50.000 entsprechenden offenen Stellen im deutschen IT-Sektor aus.
Die Krise hat dabei kaum Auswirkungen auf diese hochspezialisierten Fachkräfte und Arbeitsbereiche: »Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Zahl auf konstant hohem Niveau«, sagte Dieter Westerkamp, stellvertretender Leiter für Technik und Wissenschaft im VDI. »Im Zuge der Wirtschaftskrise ist dies eine erfreulich positive Nachricht, zumal auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Informatiker in den letzten zwölf Monaten erneut gesunken ist.« Im Jahresverlauf ging sie um acht Prozent auf 6.700 zurück. Mit 176.000 beschäftigen Informatikern wurde im Jahr 2008 ein neuer Höchststand erreicht. Selbst im IT-Boomjahr 2000 waren es noch 21 Prozent weniger.
Politik muss Weichen stellen
Wie die jährliche VDI-Umfrage zur CeBIT unter 500 Mitgliedern verdeutlicht, sind Anzeichen eines Durchschlagens der Krise auf den IT-Sektor gering. Lediglich zwölf Prozent der Befragten sagen, dass auch in den IT-Abteilungen Personal abgebaut wird. Eine Mehrheit sieht hingegen keine negativen Auswirkungen. »Das Ergebnis freut uns«, fuhr Westerkamp fort. »Wir appellieren an die Unternehmen, auch weiterhin auf ihre qualifizierten Fachkräfte zu setzen und nicht in den üblichen Schweinezyklus zu verfallen. Allein so bleibt Deutschlands IT-Branche wettbewerbsfähig.«.
Aber nicht nur die Unternehmen sind gefordert, auch die Politik muss endlich die Weichen richtig stellen. »Die Konjunkturpakete gehen prinzipiell in die richtige Richtung«, so Westerkamp. »Aber neben dem Ausbau der Hochgeschwindigkeitsnetze müssen vor allen Dingen auch Schulen und Universitäten besser mit PCs und Internetzugängen ausgestattet werden. Und Hightech muss viel stärker in den Mittelpunkt der Konjunkturprogramme rücken, nicht allein der Städte- und Straßenbau. Nur das schafft langfristig Wachstum und Arbeitsplätze.« Beispielsweise wünschen sich über 30 Prozent der befragten Experten Zuschüsse für Investitionen in umwelt- und ressourcenschonende Informations- und Kommunikationssysteme.
Wachstum bei integrierter IT und mobilem Multimedia
Innovationen der IT helfen nicht nur dem Fahrzeugbau oder der Elektroindustrie wieder auf Wachstumskurs zu gehen. Auch mobiles Internet und multimediale Anwendungen (z.B. PC und Fernseher in einem Gerät) sind nach Ansicht der VDI-Experten die Wachstumsmärkte bis zum Jahr 2015. Ebenso werden integrierte IT-Systeme eine größere Rolle spielen. Hier können Innovationen wie etwa Brems- oder Spurhalteassistenten die derzeit gebeutelte Autoindustrie wieder in Schwung bringen. Allein 2008 wurde eine Milliarde Euro mit integrierten IT-Systemen in der Fahrzeugindustrie umgesetzt.
Auch die Logistikbranche profitiert von den Innovationen in der IT. Jeder vierte Befragte sieht das »Internet der Dinge« (elektronische Vernetzung von Gegenständen) als Wachstumsmarkt an. Beim Verbraucher werden Fernsehen über das Internet und IP-Telefonie zunehmend in den Fokus rücken.
[1] http://www.vdi.de/
- 1. Seite: CeBIT: 18.000 offene Stellen für Informatiker
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