SAP-Anwender beklagen »Vertrauensbruch« durch neuen Support
Die neu gegründete Arbeitsgruppe SAP Wartung des IT Forums Seestern kritisiert heftig den neuen einheitlichen Enterprise Support und fordert Änderungen. Die einseitige Änderung sei ein »Vertrauensbruch« der über viele Jahre gewachsenen Geschäftsbeziehungen und für den Mittelstand unattraktiv.
Die Stellungnahme der Arbeitsgruppe SAP Wartung
Ab Januar 2009 stellt SAP [1] sämtliche Bestandskunden auf den neuen Enterprise Support um, der einheitlich 22 Prozent des Lizenzpreises kostet. Die Deutschsprachigen SAP Anwendergemeinschaft DSAG [2] kritisierte den zwangsverordneten Einheits-Support bereits als zu unflexibel für den Mittelstand: »Für den Großteil der mittelständischen Unternehmen könnte der Enterprise Support überdimensioniert sein.«, so der Vorsitzende der DSAG, Prof. Dr. Karl Liebstückel.
Noch wesentlich schärfere Worte findet jetzt die Arbeitsgruppe SAP Wartung des IT Forums Seestern [3] in einer gemeinsamen Anwender-Stellungnahme. Die Arbeitsgruppe möchte damit ausdrücklich dem von SAP propagierten Bild widersprechen, der Enterprise Support erfülle genau den Bedarf der Unternehmen. »Die Begründung zur Änderung von Wartungsleistungen entspringt nicht dem Bedarf von uns SAP-Anwendern. Der Mittelstand würde ein variables Wartungsmodell erwarten und begrüßen, damit dies auch zu seinem Geschäft passt.«, so das Papier. Alleine schon die Preissteigerung um knapp 30 Prozent sei für viele Mittelständler untragbar und schränke ihre Flexibilität zu sehr ein. Daher müsse man als Unternehmens-Verantwortlicher nun konsequenter Weise sämtliche SAP-Ausgaben kritisch neu zu betrachten und auch Alternativen zu suchen.
»Vertrauensbruch unserer Geschäftsbeziehungen«
Noch viel mehr stört man sich allerdings an der Art und Weise, in der SAP den Unternehmen den neuen Tarif oktruiert: »Die einseitige Änderung solch zentraler IT-Leistungen, verbunden mit einer massiven Kostensteigerung, empfinden wir als Vertrauensbruch unserer über viele Jahre gewachsenen Geschäftsbeziehungen. Dies wiegt umso schwerer, als dass sich viele Unternehmen erst vor kurzer Zeit unter Aufwendung erheblicher Investitionen durch einen neuen Lizenzvertrag an SAP gebunden haben. Diese Investitionen wurden oft unter Gesichtspunkten zukünftiger Investitionssicherheit, weniger aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen, getätigt.«.
Als Fazit empfiehlt die Arbeitsgruppe SAP, den Herausforderungen immer komplexer werdender IT-Landschaften eher »durch geeignete Produkte und Systemarchitekturen« entgegenzuwirken, als durch komplexere Wartungsleistungen. Man sei überzeugt davon, »dass hierin auch der Königsweg für SAP zu mehr Wachstum liegt«. Unterzeichnet ist die Stellungnahme unter anderem von den Verantwortlichen der Krombacher Brauerei, Nordenia IT Services, sowie Knüppel Verpackungen. Die gesamte Stellungnahme können Sie hier [4] herunterladen.
[1] http://www.sap.com/germany/index.epx
[2] http://www.dsag.de/
[3] http://www.seestern-forum.de
[4] https://i.cmpnet.com/crn.de/crn_img/2008/2008_08/seestern_Stellungnahme.pdf
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