Googeln ist nicht gleich wissen:
Die Generation Google versagt im Internet
Junge Generationen haben einen Vorteil im Umgang mit für sie alltäglicher Technik, in die sich ältere Generationen erst einarbeiten müssen. Eine kanadische Studie zeigt allerdings, dass die jungen dafür massive Probleme im Umgang mit den Inhalten aus dem Internet haben.
Mit der Breite des Informationsangebotes im Internet sinkt zunehmend die Fähigkeit der jungen Leser, Inhalte selbst zu filtern und verarbeiten.
Die jungen Generationen haben es deutlich leichter im Umgang mit neuester Technik, da sie bereits von Kindesbeinen an damit aufwachsen. Ob Handys, Computer oder das Internet: Meist finden die jungen deutlich schneller die richtigen Knöpfchen, ganz ohne Bedienungsanleitung. Wenn es allerdings um die Verarbeitung von Inhalten geht, bringt dieser Vorteil in der Handhabung gar nichts, wie jetzt eine kanadische Studie [1] zeigt. Denn mit zunehmender Geschwindigkeit der Geräte wird auch die Zeit für die Informationsverarbeitung beim Nachwuchs selbst immer weiter reduziert. Mit einem kurzen Blick auf Google [2] oder Wikipedia [3] werden so selbst die Recherchen für wissenschaftliche Arbeiten meist innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Wie die Forscher der Sheffield University herausfanden, wird selten kritisch hinterfragt, oder gar weiteres Material wie Lexika oder Fachbücher zur Rate gezogen. »Es scheint, als würden sie online gehen, um das Lesen im klassischen Sinne zu vermeiden«, so das Fazit der Studienautoren.
Die meisten der Probanden waren denn auch nicht einmal in der Lage, eine persönliche Meinung in einem Blog von einer fundierten Analyse zu unterscheiden. Diese Phänomene kennt auch Max Schmidt, Vorsitzender des bayrischen Philologenverbandes [4]: »Ich stelle fest, dass die Erwartungshaltung der Schüler gegenüber der Recherche im Netz meist größer ist als die Informationen, die sie dann tatsächlich darüber beziehen. Die private Meinung irgendeines anderen Nutzers kann oft nicht von wissenschaftlichen Informationen unterschieden werden.«. In Bayern will man diesem Trend durch mehr Seminare zur sinnvollen PC- und Internetnutzung an den Schulen entgegenwirken. Erstaunlicherweise zeigt die Studie auch, dass es bei den ganz jungen auch einen harten Kern von fast 20 Prozent gibt, die sich dem PC und dem Internet ganz Verweigerern, da sie diese als Technik für die Generation ihrer Eltern empfinden.
[1] http://www.shef.ac.uk
[2] http://www.google.de/
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite
[4] http://www.bpv.de
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