Arbeitsmarkt:
Softwareingenieure dringend gesucht

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

06.08.2009

Entgegen aller Krisenstimmung und dem Auftragsrückgang in vielen Branchen sehen die Jobperspektiven für Softwareentwickler und andere IT-Fachkräfte derzeit sehr gut aus. Experten empfehlen deshalb, entsprechende Weiterbildungsangebote zu nutzen, um die freien Stellen nutzen zu können.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

Softwareingenieure und IT-Fachpersonal werden trotz Krise dringend gesucht.

Während andere Berufsgruppen derzeit eher mit Kündigungswellen zu kämpfen haben, bieten sich Softwareingenieuren am Jobmarkt rosige Aussichten. Zwar gehen auch bei ihnen die Stellenangebote krisenbedingt leicht zurück, aber dennoch bleibt eine nicht zu schließende Lücke zwischen der Anzahl an freien Stellen und den verfügbaren Bewerbern. Auch der Industrieverbands VDE geht deshalb davon aus, dass sich die Wirtschaftskrise am Arbeitsmarkt für Ingenieure in der IT nicht negativ bemerkbar macht. »Ingenieure aus dem IT-Bereich sind nach wie vor gesucht«, bestätigt auch Dr. Sonja Dulitz vom Industrieverband ZVEI.

In Zahlen belegt dies eine aktuelle Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), das derzeit von rund 15.000 fehlenden Ingenieuren im Bereich Informationstechnik ausgeht. Dabei sind sich die Experten einig, dass diese Zahl schon bald weiter ansteigen wird. Der Großteil der Firmen will laut einer aktuellen Repräsentativumfrage des IW unter deutschen Unternehmen die Zahl der Ingenieure in den nächsten Monaten konstant halten bzw. sogar aufstocken. Trotz Auftragsrückgang suchen bereits jetzt einige Unternehmen neues Fachpersonal: So sucht zum Beispiel ABB Deutschland derzeit rund 200 Mitarbeiter, die meisten davon aus dem IT-Sektor. Durch den steigenden Anteil an Embedded-Systemen (Lösungen aus Hard- und Software) sind insbesondere Softwareentwickler immer mehr gefragt.

Großes Defizit im Mittelstand

Eine Weiterbildung zur IT-Fachkraft ist derzeit eine der sichersten Investitionen in die eigene Zukunft.

Durch diese Verknappung der Fachkräfte entsteht ein regelrechtes Hauen und Stechen um die zur Verfügung stehenden Kräfte. Wie etwa das Jobportal Stepstone meldet, versucht inzwischen fast jedes Dritte Unternehmen Fachkräfte andernorts abzuwerben. Noch vor einem Jahr war nur ein Fünftel zu diesem Schritt bereit. Gerade die großen Unternehmen agieren hier inzwischen vorbehaltsloser und verschaffen sich so einen Vorteil für den Aufschwung nach der Krise: »Für den nächsten Aufschwung sind Unternehmen, vor allem der Mittelstand, schlecht gerüstet«, warnt deshalb die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech). Bedenkt man zudem, dass die Anzahl der derzeit studierenden Softwareentwickler und -Architekten noch nicht einmal ausreicht, um die Zahl der in Rente gehenden Kollegen auszugleichen, dürfte der Wettbewerb sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen.

Eine gute Chance hat deshalb auch, wer sich weiterbildet. Dies bestätigt auch Prof. Dr. Barbara Paech, Sprecherin des Fachbereichs Softwaretechnik der Gesellschaft für Informatik. Ihrer Erfahrung nach haben Hochschulabsolventen gerade dann sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, »wenn sie eine Weiterqualifizierung im Bereich Software Engineering absolviert haben«. Auch eine DEKRA-Studie bestätigt, dass die Chancen für Softwareentwickler am Arbeitsmarkt sogar noch besser sind als jene für SAP-Spezialisten.

Weiterbildung zum Master of Engineering

Einen berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang zum Softwareingenieur mit international anerkanntem Master-Abschluss bietet zum Beispiel die Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg gemeinsam mit der Nürnberger Verbund IQ gGmbH an. Er richtet sich insbesondere an Softwareentwicklern oder –architekten, die ihre Domänenkompetenz mit Software-Engineering ergänzen und Informationstechnikern, die sich weiter entwickeln wollen. Aufnahmebedingungen zum auf vier Semester angelegten Studiengang »Master of Engineering« (M.Eng.) sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium mit informationstechnischer Fachrichtung oder ein anderes technisches Studium sowie mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung bis zum Abschluss des Studiums. Beginn Weiterbildungsstudiengangs ist am 28. Oktober.

Anmeldeunterlagen und weiterführendes Informationsmaterial erhalten Interessenten bei: Verbund IQ gGmbH, Dürrenhofstr. 4, 90402 Nürnberg, Tel. 0911/424599-13, carsten.schmidhuber@verbund-iq.de sowie unter diesem Link [1].

[1] http://www.verbund-iq.de/master-software-engineering

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