Ungesicherte USB-Sticks gefährden Unternehmen

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Dr. Jakob Jung

14.04.2008

IT-Verantwortliche sind sich nicht des Ausmaßes bewusst sind, in dem ungesicherte Flash-Laufwerke in ihren Unternehmen eingesetzt werden. Dabei gehen von den kleinen USB-Sticks erhebliche Gefahren aus.

Genauso praktisch wie gefährlich: Private USB Sticks sind ein oft unterschätztes Sicherheitsrisiko.

USB-Sticks sind sehr praktisch, verführen aber zum Missbrauch. Während sie Schadcode die Türen in ein Unternehmen eröffnen können, gelangen mit den Sticks auch immer wieder sensible Daten unverschlüsselt in fremde Hände. Vielen Nutzern sind diese Gefahren jedoch nicht bewusst. Die CIOs sollten sich deshalb über die Risiken im Klaren sein und Gegenmaßnahmen einleiten, wie auch eine aktuelle Studie von Sandisk [1] zeigt.

Demnach haben 77 Prozent der befragten Mitarbeiter bereits private Flash-Laufwerke auch für berufsbezogene Zwecke genutzt. IT-Verantwortliche schätzten hingegen den Anteil der Mitarbeiter, die private Flash-Laufwerke nutzen, lediglich auf 35 Prozent. Nutzerangaben zufolge sind die am häufigsten auf private Flash-Laufwerke kopierten Dateien: Kundeninformationen (25 Prozent), Finanzinformationen (17 Prozent),Geschäftspläne (15 Prozent),Mitarbeiterdaten (13 Prozent), Marketingpläne (13 Prozent), geistiges Eigentum (6 Prozent) und Quellcodes (6 Prozent).

Die Mobilität der USB-Flash-Laufwerke birgt ein erhebliches Risiko des Datenverlustes. Etwa einer von zehn Endnutzern gab an, schon einmal ein Flash-Laufwerk an einem öffentlichen Ort gefunden zu haben. Die Befragten sollten zudem drei Dinge nennen, die sie beim Fund eines Flash-Laufwerks an einem öffentlichen Ort tun würden. Dabei gaben 55 Prozent an, dass sie sich die Daten ansehen würden. Selbst Schutzmechanismen wie Fingerabdrucksensoren können im Verlustfall einen Fremdzugriff nicht immer verhindern.

Leitlinien werden ignoriert

Die Umfrage ergab auch, dass einige Unternehmen Maßnahmen ergriffen haben, um Leitlinien einzuführen und Nutzer über den richtigen Umgang mit USB-Flash-Laufwerken aufzuklären, jedoch handelt es sich größtenteils um reaktive Maßnahmen. Aufgrund von Daten- und Sicherheitslücken in ihren Unternehmen haben mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der IT-Verantwortlichen Leitlinien eingeführt oder werden dies in Kürze tun. Zudem haben etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller IT-Verantwortlichen eine Endpoint-Sicherheitslösung eingerichtet. Der Kenntnisstand der Befragten in Bezug auf die Unternehmensleitlinien für USB-Flash-Laufwerke variiert deutlich. 23 Prozent der Endnutzer kennen die Unternehmensleitlinien für Flash-Laufwerke entweder gar nicht oder wissen zwar, dass diese existieren, sind aber mit den einzelnen Details nicht vertraut. Zugleich gaben fast die Hälfte der Endnutzer (44 Prozent) an, nichts von einer Leitlinie in ihrem Unternehmen zu wissen, die das Kopieren von Firmendaten auf private USB-Flash-Laufwerke verbietet. Weitere 16 Prozent wussten noch nicht einmal, dass eine Leitlinie vorhanden ist. 40 Prozent hingegen sagten aus, dass ihr Unternehmen eine Leitlinie besitzt, die das Speichern von Firmendaten auf privaten Flash-Laufwerken verbietet.

Die Angaben der IT-Manager stimmten in diesem Punkt mit denen der Endnutzer überein: 23 Prozent geben an, dass ihre Mitarbeiter Leitlinien nur begrenzt verstehen, 33 Prozent hingegen hätten mäßiges Verständnis, 28 Prozent verfügen über ein angemessenes und 19 Prozent über ein umfassendes Verständnis. In Bezug auf Schulungen geben IT-Verantwortliche folgendes an: 33 Prozent der Mitarbeiter werden einmal jährlich über die Leitlinien zur Nutzung von USB-Sticks geschult, 24 Prozent mehr als einmal jährlich, 22 Prozent bei ihrer bei ihrer Einstellung, 17 Prozent bei Bedarf und 3 Prozent erhalten überhaupt keine Schulung. 41 Prozent der IT-Manager berichten, dass sie zumindest ein gewisses Unbehagen bezüglich der Verwendung von USB-Flash-Laufwerken in ihrem Unternehmen haben, da diese ein erhebliches Gefahrenpotential bergen. Endnutzer in Unternehmen bestätigten diese Bedenken. Jeder Fünfte ist sich nicht bewusst, dass eine Datenübertragung auf Flash-Laufwerke Gefahren birgt. Dies stellt ein signifikantes Datenverlust-Risiko dar.

[1] http://www.sandisk.de/

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