Informationen auf Abruf
Informationen auf Abruf Der IT-Riese IBM will seine vielfältigen Produkte für das Informationsmanagement zu Bausteinen machen, die sich in Lösungen einfach kombinieren lassen.
Ambuj Goyal, General Manager der Software-Sparte Information Management bei IBM, warb in Berlin einmal mehr für systematische Datenverwaltung.
Vor drei Jahren schon hatte Ambuj Goyal, General Manager für den Bereich Information Management der Software Group von IBM, das Motto »Information on Demand« (IOD) ausgegeben. Der Zweck sind bessere geschäftliche Ergebnisse der Unternehmen. Es gelte, die Applikationsagenda mit einer Informationsagenda zu ergänzen, um Informationen systematisch zu verwalten und auszuwerten, sagte er voriges Jahr (siehe InformationWeek 11/2008, Seite 34). Neben den Software-Produkten für das Daten- und Dokumenten-Management sowie für Business Intelligence und Performance Management spielt dabei der Dienstleistungsbereich IBM Global Business Services eine wesentliche Rolle. Auf der vom 2. bis 5. Juni in Berlin abgehaltenen EMEA-Konferenz seiner Sparte zeigte sich Goyal nun mit der Resonanz bei den Kunden und den weiteren Aussichten zufrieden. IBM arbeite daran, aus den vielen Produkten dieses Bereichs einfach kombinierbare Komponenten zu machen, verkündete er diesmal. Bis auf weiteres bleibt es jedoch bei punktuellen Softwareerweiterungen und dienstleistungsintensiven Kundenprojekten, wie auf dem Kongress deutlich wurde.
Features und Projekte
So wurde in Berlin eine Business-Intelligence-Lösung des deutschen Logistikkonzerns DHL vorgestellt, die auf der Basis von IBM-Software verschiedene Datenquellen integriert und aktuelle Informationen über die Geschäftstätigkeit liefert. Mehr als 30 Millionen Kundenanfragen können nun in Sekunden bearbeitet werden. In einem anderen Projekt hat der genossenschaftliche Finanzdienstleister VR Kreditwerk die Kreditvergabe automatisiert und den Papierverbrauch reduziert. Pro Tag fallen nun 20000 Dokumente weniger an, und die Bearbeitungszeit eines Kreditantrags verkürzte sich von einem Tag auf eine Stunde. Zum Einsatz bei Finanzdienstleistern hat IBM außerdem neue Modelle für Compliance-Anforderungen zusammengestellt. Gesundheitseinrichtungen offeriert der Hersteller neue Analysesoftware, um Qualität und Effizienz der Behandlung der Patienten gleichermaßen im Blick zu behalten. Für statistische Auswertungen werden künftig Verfahren des Data-Mining-Spezialisten SPSS in die Business-Intelligence-Software von IBM integriert. Und für den Informationslebenszyklus gab es in Berlin eine ganze Reihe von Ankündigungen. Bei der Produktlinie Optim soll das neue Development Studio die Entwicklung von Anwendungen mit Datenbanken unterschiedlicher Hersteller erleichtern. Ergänzungen gibt es ferner für die Werkzeuge Query Tuner und Data Architect. Ergänzende Tools der Infosphere-Produktlinie betreffen die Datenqualität, ein Business-Glossar und eine Workbench für Metadaten. Die im Juni auf den Markt kommende Version 9.7 des Datenbanksystems DB2 wartet ebenfalls mit Verbesserungen auf. Der Speicherbedarf verringert sich dank durchgängiger Komprimierung, sodass die damit verbundenen Kosten bis zu 75 Prozent sinken sollen. Ferner lassen sich relationale und XML-basierte Daten nun einheitlich analysieren. Und nicht zuletzt können Oracle-Datenbanken künftig einfacher nach DB2 migriert werden.
Keine Architektur
»Es gibt keine Architektur für IOD-Lösungen wie etwa beim Data Warehousing«, bemängelt jedoch Rüdiger Spies, Analyst bei der Marktforschungsfirma IDC. Die Akquisitionen von Herstellern wie Ascential, Cognos oder Filenet sind beachtliche Investitionen, und das IOD-Anliegen ist sicher sinnvoll. Entsprechende ganzheitliche Ansätze der Informationsverwaltung gibt es freilich auch außerhalb des IBM-Kosmos, etwa unter dem Label »Enterprise Information Management« (EIM). Die Wettbewerber Oracle und Microsoft sind in diesem Bereich ähnlich breit aufgestellt, und auch in deren Produktwelten ist Integration ein Ziel. »Die Unternehmen müssen ihre Informationen managen und nicht nur Technologien«, schreibt Debra Logan, Analystin bei dem Marktforschungs- und Beratungshaus Gartner, den Anwendern außerdem ins Stammbuch.
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