Sapphire 2008: SAP zeigt Zuversicht

von Petra Adamik

26.06.2008

Sapphire 2008: SAP zeigt Zuversicht Viel Optimismus verbreiteten die SAP-Führungskräften auf der diesjährigen Kundenkonferenz in Berlin. Die Umsatzerwartungen für die Zukunft sieht der Softwarehersteller eher rosig.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

SAP-Chef Henning Kagermann setzt auf die Märkte in Europa und Asien.

Nicht zu optimistisch schätzt das Unternehmen zwar die Umsatzerwartungen für das laufende Jahr ein – zu gebeutelt wurden die Märkte in den letzten Wochen. Aber die Grundtendenz mache Mut. Weder der europäische noch der asiatische Markt schwächle über­mäßig, weshalb auch in Zukunft mit gesunden Um­sätzen zu rechnen sei, so Hennig Kagermann in seiner Keynote. Besondere Hoffnung setzt die SAP-Chefetage auf den russischen Markt, denn hier sei durch den Wirtschaftsboom ein hoher Bedarf an betriebswirtschaftlicher Software, den SAP mit seinem Portfolio vollständig abdecken möchte. Sorgen bereitet lediglich der US-Markt, der unter der anhaltenden Finanzkrise leidet und auf das Ergebnis drücke.

Daimler-Benz goes SAP Co-CEO Léo Apotheker belegte die optimistische ­Einschätzung von Kagermann durch die Bekanntgabe einiger lukrativer Vertragsabschlüsse. So konnten die Walldorfer einen weltweiten Deal mit Daimler-Benz an Land ziehen. Durch das auf zunächst fünf Jahre ausgelegte Global Enterprise Agreement werde in dem Konzern die Zahl der SAP-Anwender von derzeit 65000 auf 100000 ansteigen, heißt es. Dieser Deal dürfte in den Chefetagen der SAP für zufriedene Mienen sorgen, denn er sei ­wirklich groß, verkündete Apotheker, ohne konkrete Summen zu nennen. Immerhin ermöglicht der Vertrag mit dem Autokonzern es, dass SAP an Finanzprognosen für 2008 festhalten könne. Laut Vereinbarung will Daimler die Informatik ­seiner weltweiten Standorte auf SAP NetWeaver ­portieren und sich dabei von SAP-Beratern unterstützen lassen. Das soll zur Standardisierung branchenspezifischer Lieferketten und Finanzprozesse beitragen.

Positive Einschätzung von Business by Design

Co-CEO Léo Apotheker ­erläutert lukrative ­Vertragsabschlüsse.

Die Mittelstandslösung Business by Design wird weltweit zwar erst im kommenden Jahr eingeführt, in Deutschland gibt es aber bereits ­Pilotnutzer. Wima beispielsweise, ein mittelständisches Unternehmen der Elektroindustrie mit weltweiter Kundschaft und drei Fertigungsstandorten, zieht bereits eine positive Zwischenbilanz. »Die Lösung ist einfacher zu handhaben als viele ERP-Lösungen«, erklärt David Sutinger, der bei Wima das Projekt SAP Business by Design federführend ­betreut. Kinderkrankheiten hätte es gegeben, die aber gemeinsam mit dem Softwarehersteller behoben werden konnten. Auch Verbesserungsvorschläge habe man als Pilotkunde beisteuern können. »Die monat­liche Miete enthält sämtliche Services und automatische Upgrades, ­wodurch die Lösung unterm Strich preiswerter ist als herkömmliche«, so ­Sutinger. Der Bezug der Anwendung über das Internet vereinfache deren Implementation an den diversen Standorten und ­gebe seinem Unternehmen eine höhere Flexibilität, mit der man die Wettbe­werbs­position stärken könne. Und das ServiceCenter der SAP sorge bei Bedarf dafür, dass Probleme schnell behoben werden und die Lösung wieder rund läuft. Neben Business by Design war die Integration des teuer eingekauften Software-Anbieters Business Objects eines der wichtigsten Gesprächsthemen auf der Kundenveranstaltung der Walldorfer. John Schwarz, ehedem CEO von Business Objects, geht davon aus, dass die technische Integration in spätestens einem Jahr abgeschlossen sein wird. Fazit: viel Neues hatte SAP in Berlin diesmal nicht zu erzählen. Wichtigste Botschaft: Software soll einfacher werden und leichter zu bedienen sein, damit sie in den Unternehmen zum selbstverständlichen Instrument wird, um Prozesse transparenter zu gestalten und gleichzeitig zu optimieren.