Banken erwarten viel von ihrer IT

von Markus Bereszewski (markus.bereszewski@informationweek.de)

18.05.2006

Banken erwarten viel von ihrer IT. Durch die Finanzinstitute geht auch in diesem Jahr ein Riss in Bezug auf die IT-Investitionsfreudigkeit. Derweil steigt der Stellenwert der IT weiter. Betriebssysteme stehen ganz oben auf der Liste der wichtigsten IT-Projekte.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)

Banken erwarten viel von ihrer IT

Mit 34 Prozent gaben Finanzdienstleister überdurchschnittlich (28,4 Prozent) häufig an, im laufenden Jahr mehr für IT ausgeben zu wollen. Gleichzeitig gaben mit 23,4 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich (21,5 Prozent) viele Banken und Versicherungen an, im Jahr 2006 weniger in ihre EDV stecken zu wollen beziehungsweise zu können. Die Werte haben sich im Vorjahresvergleich somit nicht signifikant geändert (34,9 beziehungsweise 23,3 Prozent).
Die IT ist in keiner anderen Branche wichtiger als bei den Finanzdienstleistern. Mehr als zwei Drittel wiesen der IT einen sehr hohen Stellenwert zu. Im Durchschnitt über alle Branchen waren es gerade einmal 21,5 Prozent. Zudem ist die Finanzbranche die einzige, aus deren Kreis niemand der
IT einen niedrigen oder sehr niedrigen Stellenwert beigemessen hat.

Beim Blick auf die Investitionsziele für das laufende Jahr überrascht zunächst, dass Betriebssysteme die Liste der anstehenden Projekte anführen. Nahezu ein Viertel der Institute plant hier konkrete Maßnahmen, im Durchschnitt aber gerade einmal 8,2 Prozent der Unternehmen. Ein Blick auf die Infrastruktur erklärt diesen Unterschied: In fast 43 Prozent der Banken ist immer noch das nicht mehr zeitgemäße Windows NT im Einsatz, während es durchschnittlich »nur« in einem Drittel der Unternehmen noch vorkommt. Ebenfalls große Abweichungen zu den anderen Branchen zeigen sich beim Thema Groupware, das bei den Instituten mit knapp 14 Prozent viel präsenter ist als im All­gemeinen (fünf Prozent). Geringere Unterschiede bestehen bei den ­Themen Security, Netzwerke und Umstrukturierung/Optimierung, die Finanzdienstleister mit 19,4 beziehungsweise je 16,7 Prozent um rund fünf ­Prozent häufiger auf der Agenda haben als die übrigen Befragten.

Getrieben werden Banken und Versicherungen dabei weniger von handfesten Geschäftsanforderungen, sondern vor allem von gesetzlichen Anforderungen, die mit einem Wert von 1,23 weit vor allen anderen Investitionsgründen rangieren. Neben der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen haben Finanzdienstleister vor allem die Steigerung der Produktivität (89,5 Prozent, Durchschnitt 75,6 Prozent) als Ziel ihrer IT-Investitionen benannt. Passend zum hohen Stellenwert der IT in dieser Branche ist auch, dass Finanzdienstleister signifikant häufiger konkreten Geschäftsnutzern erwarten. So erhoffen Banken und Versicherungen in 63,2 Prozent der Fälle eine Verbesserung der Kundenbindung/Kundenzufriedenheit und 42 Prozent sogar Ertragssteigerungen.