Green IT: Aufholbedarf bei deutschen Unternehmen
Die Deutschen sind zwar allgemein sehr umweltbewusst, in den Unternehmen schlägt sich dies jedoch kaum in konkreten Richtlinien für Green IT nieder: Im internationalen Vergleich steht man eher auf einer Stufe mit den USA als mit den europäischen Nachbarn.
Gerade die umweltbewussten Deutschen müssen in Sachen verbindliche Green IT noch aufholen
Umweltschutz spielt aus Kosten- und Marketinggründen auch in Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Eine Green IT-Richtlinie legt dabei fest, wie eine Firma ihre Computer- und Telekommunikationssysteme zum Energiesparen nutzt und möglichst umweltschonend einsetzt. 50 Prozent der deutschen Unternehmen haben sich bisher eine solche Richtlinie gegeben, so eine Studie von Accenture [1]. Damit liegt Deutschland zwar vor den USA (44 Prozent), allerdings deutlich knapper als erwartet. Deutlich weiter sind hier schon die europäischen Nachbarn, etwas Frankreich, in dem bereits knapp drei Viertel der Unternehmen entsprechende Richtlinien formuliert haben. Immerhin scheint den Deutschen ihr Aufholbedarf bewusst zu sein: Jedes vierte Unternehmen in Deutschland plant, entsprechende Regeln in absehbarer Zeit einzuführen (27 Prozent).
Ein Beispiel für den Rückstand deutscher Unternehmen ist der Einsatz von Virtualisierungstechniken in Rechenzentren. Unternehmen bilden dabei mehrere virtuelle Server auf einer physikalische Maschine nach und setzen dadurch weniger Rechner ein. Dadurch sinkt der Energieverbrauch um durchschnittlich 14 Prozent, so ein Ergebnis der Untersuchung (13 Prozent in Deutschland). Während hierzulande erst 72 Prozent der Firmen und öffentlichen Einrichtungen mit den nötigen Voraussetzungen diese Technik nutzen, ist die Virtualisierung in anderen Ländern schon deutlich weiter verbreitet. Spitzenreiter sind hier die USA mit 85 Prozent, aber auch Frankreich (81 Prozent) und Italien (78 Prozent) sind uns voraus.
Nationale Unterschiede auch bei Gründen für Green IT
Auch auf die einzelnen Gründe für Green IT-Regelungen geht die Studie näher ein und registriert dabei ebenso deutliche Unterschiede zwischen den Ländern: In Deutschland haben 50 Prozent der Unternehmen aus Imagegründen eine Richtlinie für den nachhaltigen Einsatz von IT. Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit als Motiv folgt dichtauf mit 48 Prozent. In Frankreich spielt das Image zwar auch für 56 Prozent die wichtigste Rolle, eine höhere Wettbewerbsfähigkeit ist dort allerdings nur für jede vierte Firma (26 Prozent) wichtig. Ähnlich ist die Situation in Italien. In Frankreich und Japan werden harte Faktoren offensichtlich weniger im Zusammenhang mit Green IT gesehen.
Wirtschaftlich besonders interessant sind Green IT-Maßnahmen, bei denen IT überhaupt erst Möglichkeiten schafft Energie einzusparen, zum Beispiel in Büros und Gebäuden sowie für Reisen und Fahrten zum Arbeitsplatz. Diese und weitere Punkte sind Bestandteile einer so genannten »Grünes Büro-Strategie«. 54 Prozent der deutschen Unternehmen verfolgen eine solche Strategie, gegenüber 52 Prozent in den USA, 38 Prozent in Frankreich und 27 Prozent in Italien. Allerdings unterscheidet sich die Umsetzung von Land zu Land. Deutsche Unternehmen zum Beispiel setzen vergleichsweise selten auf folgende Aspekte: Beschleunigung von Geschäftsprozessen durch den Einsatz der IT, Flexibilisierung des Mitarbeiterarbeitsplatzes zum Beispiel durch Heimarbeit und die Verringerung von Geschäftsreisen durch moderne Videokonferenzen. Am seltensten sind offizielle Regelungen für Heimarbeiter (20 Prozent, USA: 27 Prozent, Japan: 32 Prozent, Frankreich: 35 Prozent, Italien: 49 Prozent). Hier versäumen deutsche Firmen die Möglichkeit, durchschnittlich 15 Prozent ihrer Kosten zu sparen.
Die InformationWeek zeichnet zusammen mit Experton [2] auch 2009 wieder die innovativsten und erfolgreichsten Green IT Projekte in Deutschland mit dem »Green CIO Award« aus. Wenn auch Sie in ihrem Unternehmen grüne IT-Projekte geplant oder realisiert haben, können Sie sich hier [3] bewerben.
[1] http://www.accenture.com/Countries/Germany/default.htm
[2] http://www.experton-group.de/nc/home/article/greencio-award-2009-gesucht-werden-innovative-und-betriebswirtschaftlich-sinnvolle-projekte-rund-um-greenit.html
[3] http://www2.informationweek.de/schwerpunkt/greencio/
- 1. Seite: Green IT: Aufholbedarf bei deutschen Unternehmen
- 2. Seite: Nationale Unterschiede auch bei Gründen für Green IT
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Das sind die Top-Notebooks
Auf der Suche nach neuen Notebooks sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unsere Kollegen von der PC Go haben daher die besten Geräte für Sie getestet.
NEC prämiert die schönste Installation
Einen Fotowettbewerb der etwas anderen Art startet NEC Display Solutions für seine Partner. Unter dem Motto »Application Picture Competition« können NEC-Partner Bilder einsenden, die NEC-Produkte im Einsatz zeigen. Für die kreativsten Fotografen winkt als Preis ein iPhone.
SAP will den Cloud-Anbieter Ariba übernehmen
Der Softwareanbieter SAP steht vor einem weiteren großen Zukauf im SaaS-Segment: Für 4,3 Milliarden Dollar wollen sich die Walldorfer den kalifornischen Beschaffungsspezialisten Ariba einverleiben und das Cloud-Geschäft auf diese Weise ausbauen.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
So sexy sind Deutschlands Bäuerinnen
Vor kurzem war es wieder soweit: Die Macher des Deutschen Bauernkalenders suchten nach den schönsten Botschafterinnen für die Landwirtschaft. Die ansprechendsten Bewerberinnen kamen zum Casting nach München und Hamburg. Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Vorauswahlen in unserer Bilderstrecke ...
Massenentlassungen bei HP geplant
Der Rückgang der PC-Nachfrage und die Zusammenlegung von PC-und Druckersparte haben einschneidende Konsequenzen für die Mitarbeiter von HP. Es sollen laut Medienberichten 30.000 Mitarbeiter entlassen werden.