Lizenzberater können SAP-Preiserhöhung abfedern
Die Umstellung auf den einheitlichen Enterprise Support zu 22 Prozent des Lizenzpreises, die SAP als Serviceverbesserung anpreist, hat für viel Unmut in Unternehmen gesorgt. Professionelle Lizenzberater wittern ihre Geschäftschance und versprechen, den Lizenz- und Kostendschungel zu lichten.
Ralph Treitz und Prof. Dr. Andreas Mielke sind die Gründer und Geschäftsführer von VMS
Software von SAP [1] stand noch nie im Verdacht, wirklich günstig zu sein. Mit der jüngsten Preiserhöhungsrunde für den Support befindet sich der Hersteller allerdings in guter Gesellschaft, da auch Oracle und Citrix erst vor kurzem kräftig zugelangt haben. Die neuen Wartungsverträge von SAP bringen für Kunden zwar Verbesserungen der Wartungs- und Support-Leistungen, allerdings sind diese Vorteile mit einer Preiserhöhung auf einheitlich 22 Prozent der Lizenzgebühren verbunden, die auch für Bestandskunden in Stufen eingeführt wird. So kommentierte etwa Prof. Dr. Karl Liebstückel von der Deutschsprachigen SAP Anwendergemeinschaft den Einheitstarif eher kritisch: »Für den Großteil der mittelständischen Unternehmen könnte der Enterprise Support überdimensioniert sein.«
Auf der anderen Seite kann die Einbeziehung eines (SAP-)Lizenzberaters dem Unternehmen bei den Aufwendungen für Lizenzen und Wartung bis zu 20 Prozent sparen, schätzt zumindest die Lizenzberatungsfirma VM Solutions GmbH [2]. Schließlich unterschätzen Unternehmen oft genug die Folgekosten von IT-Investitionen und ihre Berücksichtigung beim Kauf und der Verwaltung von Lizenzen. So werden auch die von SAP angekündigten Preiserhöhungen bei den Wartungsverträgen von vielen Entscheidern zwar mit Missfallen, aber dennoch als zwangsläufige Gegebenheit betrachtet. »SAP Enterprise Support ist die logische Weiterentwicklung der bisherigen Angebote von SAP und verdeutlicht einen Trend, der sich bei Dienstleistungen im Software-Support abzeichnet«, bestätigt auch Elaina Stergiades, Senior Research Analyst im Bereich Software Support Services bei IDC diesen Trend zum einheitlichen Rundum-Support.
Mittelständler kräftig zur Kasse gebeten
Doch ganz so ausweglos wie es scheint, ist die Situation der Unternehmen gegenüber SAP und Co auch wieder nicht: Da die Wartungskosten direkt an die Lizenzkosten gekoppelt sind, muss die Grundlage für niedrige Wartungsgebühren eben bereits bei Beschaffung oder Nachkauf der Lizenzen gelegt werden. Besonders im Hinblick auf oftmals unübersichtliche Lizenzstrukturen können professionelle Lizenzberater sie dabei unterstützen, überflüssigen Mehraufwand zu vermeiden.
Die genauen Auswirkungen der SAP-Preiserhöhungen auf bestimmte Unternehmen hängen hauptsächlich von der Größe ihrer SAP-Landschaft ab. Hier ist davon auszugehen, dass Mittelständler aufgrund ihrer IT-Strukturen stärkere Auswirkungen zu erwarten haben, als große Unternehmen und Konzerne. Bei mittelständischen Unternehmen liegt der Anteil der Softwarekosten an den SAP-Gesamtkosten typischerweise zwischen 35 und 45 Prozent, während er bei größeren Unternehmen nur zwischen 8 und 12 Prozent liegt. Aufgrund dieses hohen Wertes wirken sich steigende Wartungskosten, die weiterhin an die Lizenzen gekoppelt bleiben, gerade bei den Mittelständlern sofort und signifikant auf die IT-Gesamtkosten aus.
»Gerade mittelständische Unternehmen haben wenig Zeit und Gelegenheit sich mit den Details der SAP-Vertragswerke vertraut zu machen. Daher nehmen sie den Text der SAP-Preisliste als gegeben hin«, bestätigt auch Ralph Treitz, Geschäftsführer bei VMS. »Dabei verkennen Sie den Verhandlungsspielraum für individuell angepasste Lösungen, der auch bei SAP durchaus gegeben ist. Wir helfen diese Einsparpotenziale zu erkennen und durch Unterstützung bei den Verhandlungen freizusetzen.«. Doch auch Großunternehmen verschenken hier oft Potential, indem unübersichtliche Lizenzstrukturen, gerade nach Übernahmen oder Abspaltungen, zu unnötigen Mehr- und Folgekosten führen. Je nach Systemgröße seien so Einsparungen bis in den zweistelligen Millionenbereich erreichbar, so Treitz weiter.
[1] http://www.sap.com/germany/index.epx
[2] http://www.vm-s.com/
- 1. Seite: Lizenzberater können SAP-Preiserhöhung abfedern
- 2. Seite: Mittelständler kräftig zur Kasse gebeten
» Tipp der Redaktion
Das sind die deutschen Top IT-Managerinnen 2010
IT-Riesen wie Microsoft, IBM oder Dell haben längst erkannt, dass Frauen in Führungspositionen gehören. Nachdem wir Ihnen in den vergangenen Woche die weltweit mächstigesten IT-Damen vorgestellt haben, folgen jetzt die deutschen Top IT-Managerinnen 2010 - mit einigen Neuzugängen und Managerinnen die schon seit Jahren ihre »Frau« in der IT stehen.
50 Jahre IFA
2010 feiert Berlin die 50. IFA. Seit dem Startschuss zur ersten IFA sind aber fast doppelt so viele Jahre vergangen. Die ersten »Große Deutsche Funk-Ausstellung« hatte bereits 242 Aussteller und 180.000 Besucher auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern. Seither war die IFA Schauplatz für zahlreiche Premieren und Neuvorstellungen, etwa den Startschuss für das Farbfernsehen 1967.
» Top-Stories der Woche
50 Jahre IFA
2010 feiert Berlin die 50. IFA. Seit dem Startschuss zur ersten IFA sind aber fast doppelt so viele Jahre vergangen. Die ersten »Große Deutsche Funk-Ausstellung« hatte bereits 242 Aussteller und 180.000 Besucher auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern. Seither war die IFA Schauplatz für zahlreiche Premieren und Neuvorstellungen, etwa den Startschuss für das Farbfernsehen 1967.
Halbleitermarkt erreicht Rekordniveau
Der Markt für Halbleiter wird in diesem Jahr ein Rekordwachstum verzeichnen. Das Marktforschungsinstitut Gartner geht allerdings davon aus, dass die hohe Nachfrage wegen schleppender PC-Absätze schon bald wieder abflauen könnte.
Weitere Artikel
» Meistgelesene News
Das sind die deutschen Top IT-Managerinnen 2010
IT-Riesen wie Microsoft, IBM oder Dell haben längst erkannt, dass Frauen in Führungspositionen gehören. Nachdem wir Ihnen in den vergangenen Woche die weltweit mächstigesten IT-Damen vorgestellt haben, folgen jetzt die deutschen Top IT-Managerinnen 2010 - mit einigen Neuzugängen und Managerinnen die schon seit Jahren ihre »Frau« in der IT stehen.
Nokia N8 mit Symbian 3
Mit seinem neuen Touchscreen-Smartphone N8 will Nokia endlich Apples iPhone und der wachsenden Andoid-Konkurrenz wieder ernsthaft Paroli bieten. Eine besonders wichtige Rolle kommt daher dem neuen Symbian 3 zu, das die Bedienung per Touchscreen weit besser unterstützt als die Vorgängerversionen.
» Preisvergleich Top 5
- Hier finden Sie Software zum Thema FMEA
Die Leserkommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.