SaaS spielt auch im ERP-Markt eine Rolle

von Petra Adamik

20.05.2009

SaaS spielt auch im ERP-Markt eine Rolle SaaS oder Cloud Computing sind die aktuellen Schlagworte. Auch im ERP-Umfeld kommt kaum jemand daran vorbei. Entscheidend ist für den Anwender aber letztendlich, ob unter dem Strich seine Geschäftsprozesse stimmen.

Mit integrierten Analyse-Tools lassen sich Informationen aus allen Bereichen selektieren.

ERP-Lösungen, die vollständig auf den Einsatz im Internet ausgelegt sind, machen gerade im Mittelstand Furore. Die Vorteile dieser Variante liegen auf der Hand. Software wird nicht mehr aufwendig auf unternehmenseignen Servern installiert und gepflegt, sondern über das Internet von allen Anwendern gemeinsam genutzt. Unternehmen, die sich für diese Form des ERP-Einsatzes entscheiden, rechnen damit, von Einsparungen bei der Hardware und Software sowie bei den Betriebskosten zu profitieren. Darüber hinaus ruhen die Hoffungen auch auf einer Optimierung von Geschäftsprozessen. SaaS hat nicht nur Vorteile für den Anwender, auch die Softwarehersteller profitieren von diesem Modell. In der Regel kann die Software zu besseren Preisen angeboten werden, da professionelle Hostingkonzepte den Aufwand für Services und Supportaufgaben beim Endkunden reduzieren.

SaaS will gut geplant sein

Über Windows Mobile funktioniert CRM auf auf Smartphones und Pocket PCs.

Dennoch lassen sich SaaS-Lösungen im ERP-Umfeld nicht aus dem Ärmel schütteln. Die Benutzer erwarten denselben Nutzungskomfort sowie ihre gewohnte Betriebsumgebung. Um das zu ermöglichen werden Technologien, wie »Rich Thin Clients« verwendet. Sie ermöglichen es, auf einer Vielzahl von Plattformen komplexe Applikationen über das Internet darzustellen. So werden Lösungen beim Benutzer im Look und Feel einer Windows Vista, Linux oder Mac Betriebssystemumgebung dargestellt und haben den gleichen Bedienkomfort. Abacus beispielsweise, Schweizer Hersteller von ERP-Lösungen für den Mittelstand, hat seine ERP-Suite auf die Anforderungen eines SaaS-Umfeldes umgeschrieben. Das Unternehmen lässt seine Lösungen nicht zentral an einer Stelle hosten, sondern hat sich für das Konzept »Multi-Hosting« entschieden und bei rund 50 Steuerberatern, die als Hosting-Partner fungieren, installiert. Die Treuhandfirmen treten als Berater und Hoster für ihre Kunden auf und stellen diesen die Softwarekomponenten via Internet zur Benutzung zur Verfügung.

Praktische Werkzeuge für das Projektmanagement

Staware, ERP-Anbieter vom Starnberger See, hat im Rahmen von ERP-Lösungen ein großes Anwenderinteresse für das Dokumentenmanagement sowie das Projektmanagement festgestellt. Gerade im unteren Segment des Mittelstandes, wo eine Vielzahl von Ingenieur-, Architektur- und Planungsbüros, Steuerberatungskanzleien sowie Arztpraxen angesiedelt sind, stehen diese Themen im Fokus. Für die Projektsteuerung bieten die Starnberger ein Modul, das dem Projektleiter alle notwendigen Werkzeuge für Kalkulation, Angebotserstellung, Auftragsverwaltung sowie Controlling und Abrechnung bietet. Die Dokumentenmanagement-Lösung ist als Modul in die ERP-Lösung »InfoCenter« integriert. Mit ihr können zum Beispiel Architekten und Ingenieure Informationen und Dokumente aller Art und jeglichen Formats schnell und einfach finden, richtig zuordnen und verwalten. Auf diese Weise stehen aktuelle Projektdaten schnell zur Verfügung, heißt es. Mitarbeiter sehen, wer welchen Vorgang hat, wie lange er vorliegt und wie dessen aktueller Status ist. Anwender der DMS-Lösung können bei der Suche beliebige Kriterien filtern, die sich beliebig miteinander kombinieren lassen, so der Hersteller.

Der Frische-Kick für Kundenbeziehungen.

Mit vielen Detailinformationen lassen sich Projekte professionell planen.

Ein professionelles CRM-System ist ein wesentliches Element einer ERP-Lösung. Combit hat in der Version 14 seine Kontaktmanagement-Software Address Manager überarbeitet und mit neuen Eingabemasken-Designs aufgefrischt. Die individuell anpassbare Standardlösung verfügt über eine Anbindung an Windows Mobile 6 und kann dadurch mit aktuellen Smartphones und Pocket PCs abgeglichen werden. Beim Telefonieren kann auch Skype als Telefonprovider eingestellt werden. Outlook-Nutzer haben die Möglichkeit HTML-E-Mails aus dem Address Manager auch über Outlook verschicken zu lassen. Zu den angebundenen Routenplanern ist Google Maps hinzugekommen. Der Address Manager übergibt die Daten so an MS MapPoint, dass beispielsweise Jahresumsätze nach PLZ-Gebiet übersichtlich in der Karte dargestellt werden.

ERP für Dienstleister

Auf Dienstleister oder Handelsunternehmen mit intensivem Projektgeschäft zielt die Lösung »ERP für Dienstleister« von Actricity. Dem Hersteller zufolge umfasst seine browser-basierte ERP-Software ein integriertes Projektmanagement-Modul. Zum Leistungsumfang gehört auch die Projektgrobplanung und -kalkulation, die Unternehmen bei der Steuerung, Überwachung und dem Controlling von Projektvorhaben unterstützt. Auf diese Weise lassen sich bereits in der Endphase von Projekten notwendige Ressourcen sowie die entsprechenden Fachleute einplanen. Eine ?Offline-Funktion erlaubt den automatischen Daten-Download sowie die Installation von Actricity-Anwendungen auf einen mobilen Rechner.

Chancen rechtzeitig nutzen

Die neue Version SAP Business Suite 7 ist jetzt weltweit verfügbar und soll Unternehmen helfen, ihre Geschäftsprozesse auch über traditionelle Anwendungsgrenzen hinweg zu verbessern. Die service?orientierte Architektur ermöglicht es, Upgrades im laufenden Betrieb mit Hilfe von Erweiterungspaketen (SAP Enhancement Packages) aufzuspielen. Neu sind auch verschiedene Analyse-Tools, die als integraler Bestandteil mit der Suite ausgeliefert werden. Der modulare Ansatz der Lösung reduziere das mit IT-Implementierungen verbundene Risiko und helfe Unternehmen, in wirtschaftlich turbulenten Zeiten wettbewerbsfähig zu bleiben, heißt es. Gleichzeitig könne die Suite Unternehmen dabei unterstützen, Geschäftschancen schnell zu ergreifen, sobald der Aufschwung einsetzt. So bietet die SAP Business Suite 7 beispielsweise 150 funktionelle Neuerungen, unter anderem zur Unterstützung der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit oder für den Betrieb von Shared Service Centern. Vereinheitlichte Benutzeroberflächen in allen Anwendungen des Softwarepaketes ermöglichen dem Hersteller zufolge eine einfache und konsistente Bedienung. Integrierte Analyse-Tools liefern Informationen über Nachfrage, Produktion, Warenwirtschaft, Vertriebs- und Lieferantenaktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zudem erlauben Rund 2800 Enterprise Services die flexible, modulare Realisierung individueller Geschäftsabläufe.