Green IT:
Anwender wollen Energie sparen, ohne zu messen
Die Ergebnisse einer Studie des IDC über die Verbreitung von Green IT zeigen deutlich: Strom sparen wollen viele, Ziele dafür definieren aber nur sehr wenige und gemessen oder simuliert wird so gut wie nicht.
49 Prozent von 80 befragten deutschen Unternehmen über 1000 Mitarbeiter haben bereits eine Green-IT-Strategie (Bild: IDC)
40 Terawatttstunden (TWh) verbrauchten europäische Datencenter schätzungsweise 2007 (nur Server: 1,6 TWh) und bezahlten dafür 4,5 Milliarden Euro. Das sind zwar, verglichen mit den Kosten des Servermanagements, immer noch Peanuts. Dennoch ist das Green-IT-Thema inzwischen in den Köpfen der IT-Manager angekommen. Das beweisen die Resultate einer Untersuchung von IDC [1], die von Dell [2] gesponsert wurde. Das Green-IT-Barometer soll rund alle sechs Monate wiederholt werden, um diesbezügliche Branchentrends festzustellen.
49 Prozent der befragten deutschen Unternehmen haben eine Green-IT-Strategie, 36 Prozent besitzen keine und planen auch nicht, eine solche zu implementieren. Die übrigen Teilnehmer wollen das Thema irgendwann in den nächsten zwei Jahren anpacken.
Kosteneinsparung und Energieverbrauch sind die wichtigsten Treiber (70 beziehungsweise 68 Prozent Nennungen), wichtig sind aber auch Compliance, Recycling-Gesichtspunkte und das Bestreben, sich durch »grüne« Aktivitäten als attraktiver Arbeitgeber zu profilieren. Von den Firmen, die eine Green-IT-Strategie haben, betrachten 76 Prozent sie als Teil ihrer Gesamtstrategie.
Konkretes Engagement noch selten
81 Prozent der von IDC befragten Unternehmen machen keine Vorgabe für die Stromeinsparung der IT (Bild: IDC)
Geht es ins Konkrete, offenbart sich schnell, dass das Engagement noch recht beschränkt ist. So fließen nur vier Prozent der Budgets von Umfrageteilnehmern, die IT-Anschaffungen für Green-IT-Programme machen dürfen, in Umweltschutzprogramme. Was darunter zu verstehen ist, ist nicht definiert. Es ist also nicht klar, ob zum Beispiel die Anschaffung von Virtualisierungssoftware unter Green IT verbucht wird oder nicht.
Klar ist jedoch andererseits, dass die Verantwortlichen sich eindeutige Kosteneinsparungen erwarten – »definitiv ja« antworten 44 Prozent, 22 Prozent »wahrscheinlich ja«. Immerhin 34 Prozent rechnen nicht mit unmittelbaren Kosteneinsparungen durch Green IT.
Messtechnik und Simulation werden unzureichend genutzt
Mess- und Simulationstechnik nutzt noch keines der befragten Unternehmen, um den Stromverbrauch im RZ zu optimieren. Das verwundert. Anscheinend halten es die Verantwortlichen derzeit vor allem mit der Trial-and-Error Methode. Die Gründe dafür lässt die Umfrage im Dunkeln. Vorstellbar ist, dass entsprechende Produkte und Services sehr teuer, nicht in breitem Umfang verfügbar oder noch zu unbekannt sind. Immerhin wollen 14 Prozent derartige Systeme in den nächsten 12 Monaten einführen.
Auch Verwaltungs- und Automatisierungssoftware für die Optimierung des RZ-Stromverbrauchs finden sich nur in 17 Prozent der Firmen – 67 Prozent verzichten darauf und planen auch keine Aktivitäten in dieser Richtung. 81 Prozent der befragten Unternehmen definieren zudem keine konkreten Ziele für den Stromverbrauch der IT.
Beliebt sind dagegen Methoden wie Virtualisierung, die Nutzung von Thin Clients, Verbesserungen bei der System- und Datenverwaltung oder Green Printing. Kurz: Szenarien, die neben Stromeinsparungen auch andere Vorteile versprechen, etwa weniger Management- oder Geräteaufwand.
[1] http://www.idc.de
[2] http://www.dell.de
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