Datenflut überfordert CIOs

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de), Lars Bube

08.05.2009

Die stetig wachsende Menge ihres Datenspeichers macht immer mehr europäischen Unternehmen und ihren IT-Verantwortlichen schwer zu schaffen. Laut einer aktuellen Umfrag ist jeder IT-Manager im Schnitt für über 400 Terabyte Daten verantwortlich.

Laut einer aktuellen Umfrage von Unisys [1] unter 80 europäischen IT-Managern und CIOs verschiedener Branchen, sieht sich weniger als die Hälfte von ihnen sicher in der Lage, die Entwicklung der Storage-Anforderungen und -Kapazitäten vorherzusagen. Über 40 Prozent der Befragten gab dabei an, höchstens einen begrenzten Zugang und Einblick auf die unternehmensübergreifenden Speicheranforderungen zu haben. Das wirkt auch negativ auf die Unternehmen zurück: Fast zwei Drittel der Verantwortlichen gaben an, mit internen oder externen Service-Level-Agreements im Speicherbereich Probleme zu haben.

Ein weiterer Teil der Umfrage beschäftigte sich mit der Frage, wie effizient europäische Unternehmen ihre vorhandenen Storage-Ressourcen nutzen. Auch hier wurden erstaunliche Defizite festgestellt, die die Unternehmen bares Geld kosten und die Durchgängigkeit des Information-Lifecycle-Management (ILM) verhindern: Die Hälfte der Befragten schätzte die Speicherauslastung im eignen Unternehmen auf nur etwa 40 Prozent. Weitere 15 Prozent sahen sich gar nicht in der Lage, Aussagen über die Speichernutzung zu machen. Die im Industriestandard festgelegten »Best Practices« sehen eine Auslastung von 75 Prozent vor, die jedoch nur von 20 Prozent der befragten Unternehmen erreicht oder übertroffen wird. Das zeigt klar, dass die meisten Storage-Systeme deutlich überdimensioniert sind.

Anwender sollten für Storage-Nutzung zahlen

»Firmen kämpfen mit explosivem Datenwachstum, und die dauernden Zukäufe von Speicher helfen nicht weiter«, erklärt Nicola Wilson, Director of Information and Data Management bei Unisys. Um dieses Datenwachstum sinnvoll unter Kontrolle zu bekommen, müsse man eventuell auch ungewöhnliche gehen: »Ein Weg, um Abteilungen für das proaktive Management ihrer Daten zu motivieren, wäre, sie nach Verbrauch bezahlen zu lassen. Dies kann die Kosten reduzieren und den notwendigen Dialog zwischen der IT-Abteilung und der Unternehmensleitung in Gang setzen.«

Die Umfrage zeigt laut Unisys, dass ein stärker auf Konsistenz ausgerichteter und strukturierter Ansatz zum Datenmanagement gebraucht wird. Er sollte vom Einkauf über die Nutzung bis hin zur Automatisierung und Sicherheit reichen. Die Mehrheit der Befragten (90 Prozent) hat dabei vor allem die Vorteile von Speichervirtualisierung im Auge, speziell die Möglichkeit, Daten im laufenden Betrieb über Speicher-Ebenen hinweg zu bewegen. Außerdem versprechen sich IT-Fachleute von dieser Technik eine bessere Auslastung und weniger Ausfälle.

[1] http://www.unisys.com/2

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