Cloud Computing als IT-Architektur und Outsourcing-Option
Das sogenannte Cloud Computing knüpft an vorhandene Konzepte für IT-Infrastrukturen an und erweitert die Möglichkeiten des Outsourcings. Experten sehen darin eine von drei IT-Architekturen der Zukunft.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
(Bild: pixelio.de; knipseline)
Das IT-Marktforschungs- und Beratungshaus Gartner sieht das Cloud Computing, von dem neuerdings öfter die Rede ist, eng verwandt mit dem, was vor vielen Jahren Application Service Providing (ASP) und später Software as a Service (SaaS) genannt wurde. ASP fokussiert auf die Bereitstellung, SaaS auf die Software und Cloud Computing auf die Hardware.
Analyst Robert Desisto berichtet, dass sich nicht wenige Anbieter einfach verbal umpositionieren und nun eben mit dem neueren und vermeintlich zugkräftigeren Schlagwort für sich werben. Nichtsdestoweniger habe das Konzept Substanz. Er und seine Kollegen betonen die große Skalierbarkeit über das Internet. Verschiedene Unternehmen könnten in diesem Modell dieselbe Software eines Anbieters nutzen. SaaS und eine adäquate IT-Infrastruktur zur Bereitstellung durch den Anbieter sei in der absehbaren Zukunft für die Anwender eine relevante Sourcing-Möglichkeit.
James Staten, Analyst in Diensten von Forrester Research, deutet Cloud Computing ebenfalls als Outsourcing-Konzept. Er spricht vom Hosten von Endbenutzeranwendungen und von der Abrechnung nach Verbrauch, was sich auch für kleinere Unternehmen eigne. Die IT-Ressourcen bezeichnet er dabei als abstrakten und virtualisierten Pool. Allerdings werde das Cloud Computing von den maßgeblichen IT-Anbietern bislang nicht groß unterstützt. Für die Unternehmens-IT sei das Thema noch nicht reif genug.
In der Zukunft drei IT-Architekturen
Frank Gillett, langjähriger Marktbeobachter bei Forrester, nimmt die Basis ins Visier und sieht im Cloud Computing eine von drei IT-Architekturen der Zukunft. Cloud Computing eigne sich für große Arbeitslasten, wie sie bei großen Websites anfallen, etwa denen von Amazon oder Google. Auch im Grid Computing oder für Hochleistungsberechnungen (High-Performance Computing, HPC) vorzugsweise im technisch-wissenschaftlichen Umfeld gebe es entsprechende Konstellationen. Kennzeichnend sind viele Server und Absicherungen gegen Ausfälle. Virtualisierung bringt in diesen Szenarien nicht viel, weil die IT-Ressourcen zweckbezogen bereitgestellt werden.
Als zweiten Typ hat Gillett Organic IT identifiziert – in der IT-Branche sind für diese Vision die Bezeichnungen Utility, On-demand oder Adaptive Computing seit einigen Jahren gebräuchlich. Hier sind Ressourcen-Pooling, Server-Virtualisierung und automatisiertes Management von entscheidender Bedeutung, um den diversen Anwendungen die gemeinsam genutzten Rechen- und Speicherkapazitäten nach Anfrage zuteilen zu können. Virtualisierung – ebenfalls ein Hype-Konzept – ist im Kommen, doch der Weg zur Automatisierung der Rechenzentren noch sehr weit.
Die dritte Architektur nennt Gillett Insel-IT: Hier geht es um unternehmenskritische Anwendungen, für die eine eigene IT-Infrastruktur aufgebaut wurde. Dazu gehören vorgefertigte Applikationen von Herstellern wie Oracle oder SAP. Ressourcen-Pooling und Virtualisierung können eine gewisse Rolle spielen. Solche Szenarien sind heutzutage weit verbreitet.
Und nicht zuletzt sind es Unzulänglichkeiten dieses Status quo, die bei den Anbietern die Arbeit an Alternativen motivieren und bei den Anwendern das Interesse daran.
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