IT schafft Durchblick im Firmengeflecht

von Ariane Rüdiger

07.05.2009

Viele größere Unternehmen müssen umfangreiche Beteiligungsgeflechte gesetzeskonform managen. Eine Studie der Fernuniversität Hagen in Zusammenarbeit mit zetVisions untersuchte, welche Rolle IT dabei spielen kann.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Die meisten Unternehmen nutzen zum Beteiligungsmanagement vor allem Excel-Tabellen. Daneben werden selbstgeschriebene Lösungen und Standardtools eingesetzt.

Fürs Beteiligungsmanagement braucht man IT. So jedenfalls eine Studie, an der sich 255 deutschsprachige Spezialisten auf diesem Gebiet aus unterschiedlichen Branchen beteiligten. Die Hälfte der Teilnehmer arbeitet für Aktiengesellschaften, die befragten Unternehmen erzielten größtenteils Umsätze mindestens im dreistelligen Millionenbereich.

Ein wichtiges Thema dieser Anwender ist die Steigerung der Datenqualität bei (48 Prozent Nennungen), was sich durch den Aufbau eines unternehmensweit vereinheitlichten IT-gestützten Berichtsmanagements erreichen lasse, so die Studie von Fernuniversität Hagen/zetVisions. Zusätzlich bedürfe es einer ganzheitlichen IT-Strategie, die von den Beteiligungsmanagern in alle Unternehmensteile getragen werden müsse.

In der Praxis bereits sehr verbreitet sind IT-Tools, um Daten aus den einzelnen Konzernbestandteilen zu erfassen und zu integrieren. Rund drei Viertel der Befragten verwenden dafür die Tabellenkalkulation Excel von Microsoft. Daneben kommen Eigenentwicklungen (34,9 Prozent) und spezialisierte Standardtools vor (45,5 Prozent).

Softwarewerkzeuge größtenteils zufriedenstellend

Die vorhandenen Tools können anscheinend einfache aufgaben wie Datenerfassung weit besser erledigen als komplexere wie Planung.

Mit der Qualität der eingesetzten Softwarewerkzeuge sind die Anwender größtenteils eher zufrieden, allerdings hängt der Grad der Zufriedenheit stark von der jeweiligen Aufgabe ab. So waren die Anwender mit Software für anspruchsvollere Aufgaben Analyse, Planung und Kontrolle nur 14,8 Prozent sehr zufrieden mit ihrer Software.

Eine große Rolle spielen Werkzeuge, mit denen sich IFRS (International Financial Reporting Standard)-Abschlüsse bewerten lassen und automatisierte Risikowarnsysteme. Etwas seltener nutzen die Befragten Tools für den Beteiligungserwerb.

Besonders wichtige Einsatzfelder sind die Ermittlung quantitativer Größen im Konzernmanagement, die Optimierung der Steuerlast und die Berechnung branchenspezifischer Kenndaten für die Konzernsteuerung. Erstaunlich ist allerdings, dass nur 39 Prozent der Befragten Corporate Government und 36 Prozent Compliance direkt mit dem Thema Beteiligungsmanagement verbinden – schließlich soll beides die Risiken von Beteiligungen begrenzen.

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