Online-Banking: Sicherheit steht weiterhin ganz oben
Online-Banking: Sicherheit steht weiterhin ganz oben Rund 92 Prozent der Online-Bevölkerung in Deutschland erledigt private Bankgeschäfte inzwischen über das Internet. Doch vielen Kunden bereiten Berichte zu Schadensfällen Kopfzerbrechen. Hier sind die Kreditinstitute in der Pflicht, ihre Anstrengungen bei der Sicherheit weiter zu erhöhen.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)
Vor allem für alltägliche Erledigungen ist das Internet-Banking besonders populär: Nahezu alle Nutzer tätigen Überweisungen per Computer. Fast neun von zehn Befragten verwalten inzwischen auch Daueraufträge online – noch einmal eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr (76 Prozent), so die neueste Trendstudie »Bankpräferenzen«, die PPI in Kooperation mit handelsblatt.com und dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt hat. Selbst bei komplexeren Transaktionen setzen die Bankkunden inzwischen immer häufiger auf das Internet. Mehr als sieben von zehn Befragten verwalten ihr Depot und erledigen Aktiengeschäfte vom heimischen Computer aus (Vorjahr: 58 Prozent). 57 Prozent der Kunden gehen auch für eine Kapitalanlage nicht mehr in die Bankfiliale – das bedeutet einen Zuwachs von 20 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Aus Sicht der Banken ist die immer größere Akzeptanz des Internet-Banking positiv zu bewerten. Je höher der Online-Nutzungsgrad, desto stärker sinken ihre Bearbeitungskosten. Um auch die letzten »Online-Banking-Verweigerer« von den Vorzügen der heimischen Bankgeschäfte zu überzeugen, müssen sie vor allem Vorbehalte gegen die Sicherheit der Technik überwinden. Ein zu hohes Risiko, die Angst vor Viren, Trojanern oder Phishing zählen zu den Hauptgründen, Bankgeschäfte weiterhin in der Filiale zu erledigen. Für vier von zehn »Verweigerern« ist zudem die Befürchtung entscheidend, dass die Banken keine Haftung bei Online-Geschäften übernehmen.
Kunden würden für mehr Sicherheit zahlen
Bessere Sicherheitsverfahren können die Nutzung der Online-Dienste steigern. Inzwischen wird das längst als überholt geltende einfache PIN/ TAN-Verfahren zwar nur noch von knapp sechs Prozent der Kunden genutzt. Rund sieben von zehn Befragten arbeiten mit indizierter TAN-Liste, dem sogenannten iTAN-Verfahren. Doch auch dies ist nach Ansicht von Experten mit deutlichen Risiken behaftet. Als sicherer geltende Verfahren wie der TAN-Generator mit Transaktionsbindung (nutzen acht Prozent), die mobile TAN per SMS (sieben Prozent) oder ein Kartenlesegerät über eine elektronische Signatur (sieben Prozent) werden nur von vergleichsweise wenig Kunden genutzt. Hier stehen die Institute in der Verantwortung, selbst aktiver zu werden. So würden die Kunden zum Beispiel gerne bei privaten Transaktionen auf ein Kartelesegerät zurückgreifen, wenn die Bank ihnen das anbieten würde. Und mehr als jeder zweite wäre auch bereit, Geld dafür auszugeben. Am sichersten erscheint den Nutzern bisher das Online-Banking über die Internetseiten ihres Instituts (73 Prozent). Nur gut jeder Vierte ist davon überzeugt, dass sich das Risiko durch eine auf dem heimischen PC installierte Kundensoftware weiter verringern ließe. Unter anderem deshalb führen auch mehr als sieben von zehn Kunden ausnahmslos ihre Transaktionen über die gesicherte Web-Seite der Bank aus. Doch es sind nicht allein Sicherheitsaspekte, die aus Sicht der Befragten gegen eine lokal beschränkte Software sprechen. Jeder zweite Kunde möchte seine privaten Bankgeschäfte uneingeschränkt über verschiedene Computer erledigen können. Dies geht aber nur, wenn die Internet-Seite der Bank genutzt wird. Zwei von zehn Nutzern ist die Kundensoftware außerdem zu teuer, zumal viele die damit angebotenen Funktionen ohnehin nicht benötigen. Wichtig ist den Kunden bei der Erledigung von Transaktionen über die Internet-Seite ihrer Bank dagegen die Echtzeitanzeige zum Beispiel von Kontoständen.
Institute müssen neue Angebote entwickeln
Obwohl immer mehr Transaktionen online erledigt werden und die Filiale immer seltener für Bankgeschäfte aufgesucht wird, zeigt die Befragung aber auch: Es geht nicht ohne den Angestellten hinter dem Schalter. Immerhin lehnen es knapp drei von zehn Bankkunden ab, ihr Konto online zu eröffnen oder Kapital per Internet-Banking anzulegen. Zwei Drittel würden auch künftig keine Finanzierungen online abwickeln. Stattdessen setzen sie bei diesen langfristigen Geschäften auf die persönliche Beratung. Insgesamt stimmen die Online-Angebote der Banken: 85 Prozent der Nutzer sind zurzeit sehr zufrieden damit. Doch die Bedürfnisse der Kunden steigen und dem müssen die Banken Rechnung tragen. Schließlich ist ein gutes Online-Angebot für die Kreditinstitute inzwischen wettbewerbsentscheidend. Knapp jeder dritte Kunde wäre bereit, die Bank zu wechseln, wenn das Internet-Angebot unzureichend ist. Die Kreditinstitute sind also gezwungen, ständig neue, attraktive Zusatzangebote zu entwickeln, um den Kunden zu binden.
Uwe Prieß ist Vorstand der PPI AG
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