Nachwuchssorgen bremsen die IT

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Dr. Jakob Jung

17.07.2008

Die deutsche IT-Branche wird ihre Nachwuchssorgen nicht los. Nach wie vor gibt es eine große Differenz zwischen Angeboten und Bewerbern, die nur schwer auszugleichen ist.

Mehr als die Hälfte der deutschen IT-Firmen wird in ihren Geschäften durch den fehlenden Nachwuchs ausgebremst, so eine Studie von PPI [1]. So suchen derzeit rund 60 Prozent der führenden IT-Unternehmen gezielt nach Berufseinsteigern, meist ziemlich erfolglos. Ganz weit vorn auf der Wunschliste der Unternehmen stehen Fachkräfte aus der Anwendungsentwicklung und der IT-Beratung. Besonders groß ist der Bedarf an IT-Fach-Kräften weiterhin im Süden und Westen der Republik, wobei Bayern und Baden-Württemberg als führende IT-Zentren den meisten Bedarf melden.

Trotzdem ist der Fachkräftemangel auf der anderen Seite auch kein Freibrief für Jobsuchende. Die Unternehmen haben sehr klare Anforderungen ihre Bewerber und deren Fachwissen: Jede zweite Stellenanzeige erfordert heute Java-Kenntnisse, jede dritte Erfahrungen mit Datenbanken. BWL-Kenntnisse werden in 47 Prozent der Anzeigen verlangt. Aber auch die Mobilität spielt bei der Einstellung mittlerweile eine wichtige Rolle, da gerade von Berufsanfängern eine erhöhte Bereitschaft zu Dienstreisen verlangt wird. Unabhängig vom jeweiligen Fachgebiet und –Wissen wird auf dem IT-Arbeitsmarkt von den Berufseinsteigern auch immer häufiger ein Spagat zwischen spezialisiertem Fachwissen und übergreifenden Allrounder-Fähigkeiten gefordert.

[1] http://www.ppi.de/