SAP gehen Berater aus
»Ich bekomme keinen vernünftigen Ansprechpartner mehr«, klagte mir kürzlich ein CIO sein Leid. »Wo sind die alle nur hin?«, fragte er nach.
»Ich bekomme keinen vernünftigen Ansprechpartner mehr«, klagte mir kürzlich ein CIO sein Leid. »Wo sind die alle nur hin?«, fragte er nach. Er meinte konkret SAP-Berater, die kompetenten wohlgemerkt. Ansprechpartner hat er nach wie vor, nur können diese ihm nicht helfen. Er steht nicht allein. Er ist indirektes Opfer der Sparmaßnahmen von SAP. Im Januar setzten die Walldorfer ein Programm um, dass 200 bis 300 Millionen Euro Einsparungen vor allem durch den Abbau von vier Prozent der damals 15 500Mitarbeiter zum Ziel hatte. Erreicht werden sollte das vor allem über »natürliche Fluktuation«, Teilzeitarbeit oder freiwillige Aufhebungsverträge. Vor allem letztere haben es wohl gebracht, denn diese wurden »äußerst attraktiv incentiviert«, wie von offizieller Stelle zu erfahren ist. Auch wenn die genaue Formel nicht verraten wird: Sie liegt deutlich über dem, was etwa von Arbeitsgerichten üblicherweise an Abfindung festgesetzt wird. Da kommt auch dann schnell ein dreistelliger Betrag zusammen, wenn man nicht schon seit der Lehre im Konzern ist. Klar, dass die langjährigen und guten Berater überproportional von dem Angebot Gebrauch machten. Ein halbes oder ganzes Jährchen Sabbatical und danach entspannt etwas anderes antreten oder sich gar mit dem »Startkapital« (und vielleicht einigen »Leidensgenossen«) selbstständig und den im Konzern verbliebenen Ex-Kollegen mit »Dumpingpreisen « Konkurrenz gemacht, von denen es sich immer noch sehr gut leben lässt, ist doch verlockend. Zumal in einer Zeit, in der das interne Klima denkbar schlecht ist. Ein Insider berichtet, dass man den Altgedienten in der Vergangenheit wohl einige Consultants aus internationalen, vermeintlichen Top-Managementberatungen « vor die Nase gesetzt hat, die dem üblichen Management-Beratungsanspruch bestens genügten: hart im Ton, ahnungslos in der (SAP-)Sache und abenteuerlich im Preis. Für weiteren Frust sorgten die Debakel rund um Business One und den Enterprise Support. Kein Wunder, dass 647 sich für einen Aufhebungsvertrag und 167 sich für freiwillige Teilzeit entschieden haben. Damit ist SAP wohl nicht nur zahlenmäßig etwas übers Ziel hinaus geschossen.
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