Kein Durchblick in der Infrastruktur

von Dr. Jakob Jung

04.09.2007

Mehr als die Hälfte der IT-Verantwortlichen in Europa haben keinen verlässlichen, aktuellen Einblick in ihre IT-Infrastrukturen. Automatisierung und Transparenz sind Wunschträume.

Infrastruktur ist ein komplexes Thema und nicht einmal die direkt dafür Verantwortlichen blicken durch. Außerdem führen IT-Abteilungen die Diagnose und Ursachensuche auftretender Störungen immer noch manuell durch, so das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag von EMC [1]. Eine Priorisierung der Probleme anhand der Wichtigkeit für den Geschäftsprozess sowie eine effiziente Lösung ist so kaum möglich. 78 Prozent der Befragten haben keine integrierte Dashboard-Übersicht über ihre IT-Infrastruktur. 31 Prozent gaben an, bei auftretenden Störungen deren Ursache manuell zu analysieren. Mangelnde Einsichtsmöglichkeiten in die IT-Infrastruktur sind ein Risiko bei Konsolidierungs- oder Migrationsprojekten in Rechenzentren, denn Unternehmen sind gezwungen, eine manuelle Bestandsaufnahme ihrer Informationsinfrastruktur vorzunehmen. Dies ist unproduktiv, zeitintensiv, wenig verlässlich und somit nicht sehr effizient. Unkenntnis der Beziehungen zwischen der IT und den Anwendungen führt zudem dazu, dass IT-Verantwortliche ihren Kunden bestimmte Service Level Agreements nicht garantieren können und auftretende Störungen nicht in Bezug zu den betroffenen Geschäftsprozessen setzen können. Der Umfrage zufolge führen 66 Prozent der IT Manager ihren IT-Betrieb auf der Basis von ITIL-Richtlinien (IT Infrastructure Library), nur fünf Prozent jedoch glauben, dass die IT ein strategischer Teil des Geschäftsmodells des Unternehmens ist. 65 Prozent der Befragten gaben zudem an, die Kosten von Systemsausfällen nicht zu messen. Ohne genaue Informationen über die Häufigkeit von Ausfällen und deren Kosten ist es jedoch schwierig, Service Levels effektiv einzuhalten oder Kosten zu senken.

[1] http://germany.emc.com