Sparen durch Second-Hand-Hardware
Sparen durch Second-Hand-Hardware Hardware muss nicht immer neu sein. Geräte aus zweiter Hand erledigen ihre Aufgaben auch bei professionellen Anwendern zuverlässig.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 2)
Gebrauchte Notebooks im Funktionstest vor der Wiedervermarktung
Es muss nicht immer etwas Neues sein. Diese Einsicht hat sich zumindest bei Bombastus-Werke AG, einem Hersteller von Naturheilmitteln, schon seit geraumer Zeit durchgesetzt. Matthias Zimmermann, EDV-Leiter des Unternehmens, betont: »Neue Rechner sind häufig überteuert. Gebrauchte gehen nicht häufiger kaputt als neue, sie sind sogar sehr robust. Und viel günstiger.« Zimmermann kauft rund die Hälfte der Clients gebraucht. Vor allem der Preis spricht für Gebraucht-Hardware. Beim Online-Ableger des Remarketers ergoTrade AG (im Folgenden Ergotrade) kostet ein Lifebook E von Fujitsu-Siemens rund 250 Euro plus Mehrwertsteuer, Neugeräte der größeren Gerätetypen kosten mehr als 1500 Euro. Kunden können für 49 Euro zwei Jahre Zusatzgarantie bekommen. »Die Systeme halten fünf bis sechs Jahre«, sagt Peter Bundgaard, Vorstand bei Ergotrade. »Neugeräte muss man eigentlich nur kaufen, wenn man wirklich die neueste Technologie braucht«, betont Bundgaard. Unternehmen nutzen diese Sparmöglichkeit aber noch sehr selten, zum Beispiel, wegen hygienischer Bedenken oder weil sie Eifersüchteleien unter den Nutzern fürchten: Hat ein Vertriebsmitarbeiter einen neuen Laptop hat, wollen die anderen auch einen.
Zuverlässigkeit ist kein Argument: Gebrauchte Systeme fallen nicht öfter aus als neu gekaufte Geräte
Oft stammen die Geräte der Remarketer von Leasingfirmen oder auch aus Projektbeständen, wenn Projekte überdimensioniert wurden. Denn der Verkauf an einen Remarketer ist gerade bei Switches und Routern für den Kunden meist günstiger als Rücknahmeverhandlungen mit dem Hersteller. Der verlangt hohe Discounts. Um Funktionsfähigkeit und Sicherheit der Systeme braucht man sich deshalb kaum zu sorgen. Üblich ist, neu eingehende Ware zu prüfen, zu sortieren, zu erfassen und gegebenenfalls zu reparieren, falls es sich um Kleinigkeiten handelt. Bei Speichersystemen werden die Daten gelöscht und darüber ein Protokoll erstellt. Ein professioneller Second-Hand-Markt hat sich bei Cisco-Komponenten entwickelt. Spezialisiert auf diesen Sektor ist NHR (Network Hardware Resale), ein amerikanisches Unternehmen mit europäischem Hauptsitz in den Niederlanden, von wo der deutsche Markt bedient wird. Zu den NHR-Kunden gehören zum Beispiel TK-Provider. Wichtig sei vor allem, dass der Remarketer sofort liefern könne. »Bei Cisco dauern Geräte-Nachbestellungen häufig acht bis zwölf Wochen«, sagt Wilfried Kramer, der bei dem Unternehmen für die Kundenbetreuung zuständig ist. Sekundärnetze kämen mit Gebraucht-Hardware bis zu drei Vierteln billiger. Trotzdem muss der Kunde keine Abstriche beim Support machen: Kunden können Support-Verträge bis zu fünf Jahren Länge kaufen. »Die meisten wollen aber nur ein Jahr«, sagt Kramer. Ein wichtiges Problem ist das Aussortieren von Klon-Hardware. Gegen »faule Eier« wappnet sich NHR, indem die Geräte geöffnet und ihr Aufbau sowie die Seriennummern geprüft werden.
Green IT als zugkräftiges Argument für Second-Hand-Hardware
Derzeit liegt das Remarketing-Volumen etwa bei zehn Prozent des professionellen IT-Markts, schätzen Remarketer. Kramer (NHS) kann sich kaum erklären, warum es noch nicht mehr ist. »Oft geht IT entweder am Anfang kaputt oder gar nicht. Deshalb sind gebrauchte Geräte manchmal robuster als neue«, sagt er. Doch die Branche ist zuversichtlich. Dazu könnte auch die »Eingrünung« der IT beitragen. Gerade hat mit der Global Technology Remarketing & Recycling GmbH ein Remarketer aus Eching bei München den Innovationspreis 2008 der Initiative Mittelstand in der Kategorie Green IT kassiert. Und das, obwohl neue Systeme beim Stromverbrauch häufig sehr viel effizienter sind. Wird nur der Stromverbrauch betrachtet, bleibt aber der beträchtliche Produktions- und Recyclingaufwand außen vor: Wird Hardware längstmöglich genutzt, muss weniger neue produziert und weniger alte entsorgt werden.
- 1. Seite: Sparen durch Second-Hand-Hardware
- 2. Seite: Zuverlässigkeit ist kein Argument: Gebrauchte Systeme fallen nicht öfter aus als neu gekaufte Geräte
- 3. Seite: Green IT als zugkräftiges Argument für Second-Hand-Hardware
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Das sind die Top-Notebooks
Auf der Suche nach neuen Notebooks sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unsere Kollegen von der PC Go haben daher die besten Geräte für Sie getestet.
NEC prämiert die schönste Installation
Einen Fotowettbewerb der etwas anderen Art startet NEC Display Solutions für seine Partner. Unter dem Motto »Application Picture Competition« können NEC-Partner Bilder einsenden, die NEC-Produkte im Einsatz zeigen. Für die kreativsten Fotografen winkt als Preis ein iPhone.
SAP will den Cloud-Anbieter Ariba übernehmen
Der Softwareanbieter SAP steht vor einem weiteren großen Zukauf im SaaS-Segment: Für 4,3 Milliarden Dollar wollen sich die Walldorfer den kalifornischen Beschaffungsspezialisten Ariba einverleiben und das Cloud-Geschäft auf diese Weise ausbauen.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
So sexy sind Deutschlands Bäuerinnen
Vor kurzem war es wieder soweit: Die Macher des Deutschen Bauernkalenders suchten nach den schönsten Botschafterinnen für die Landwirtschaft. Die ansprechendsten Bewerberinnen kamen zum Casting nach München und Hamburg. Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Vorauswahlen in unserer Bilderstrecke ...
Massenentlassungen bei HP geplant
Der Rückgang der PC-Nachfrage und die Zusammenlegung von PC-und Druckersparte haben einschneidende Konsequenzen für die Mitarbeiter von HP. Es sollen laut Medienberichten 30.000 Mitarbeiter entlassen werden.