Compliance-Kosten steigen
Gesetzliche Auflagen und Regularien (Compliance) belasten immer mehr die IT-Budgets der Unternehmen. Und gerade angesichts der aktuellen Datenskandale und Finanzkrise ist damit zu rechnen, dass die Regulierungswut der Behörden weiter wachsen wird.
Nur die Hälfte der IT-Verantwortlichen geht davon aus, dass ihre internen Systeme auch SOX erfüllen (Grafik: exagon)
Die Compliance-Kosten sind weltweit bei rund der Hälfte der Unternehmen im vergangenen Jahr angestiegen, so eine neue Studie von CA [1]. In Nordamerika berichten demnach 41 Prozent der Unternehmen, dass die Einführung von neuen Regularien der Grund für die Zunahme der Compliance-Ausgaben war. In der Region Asien-Pazifik machten sogar 55 Prozent der Befragten dieselbe Erfahrung. Dort trat beispielsweise im April 2008 die J-SOX in Kraft, eine Sicherheits-Gesetzesinitiative der japanischen Regierung, die sich auf in Japan börsennotierte Unternehmen bezieht. In Europa und Zentral- und Südamerika sind es 40 Prozent beziehungsweise 29 Prozent der Unternehmen, die über erhöhte Compliance-Ausgaben klagen.
Dabei steht den Europäern das böse Erwachen aber erst noch bevor, denn Euro-SOX, also verschärfte europaweite Bilanzrichtlinien, sind für das nächste Jahr zu erwarten. Mit diesen neuen Anforderungen werden auch die IT-Budgets der deutschen Firmen erneut weiter belastet, so die Experten. Derzeit versucht noch die Mehrzahl der Befragten, die Einhaltung der Compliance-Vorgaben auf manuellem Wege zu erreichen. Dabei ist jedoch auch klar, dass das Fehlen einer zentralen Kontrolle höchst problematisch ist und ohne sie nicht die maximale Effektivität bei der Umsetzung der Compliance-Richtlinien erzielt werden kann.
Mit jeder Richtlinienveränderung nimmt das Problem zu
Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben jedoch an, dass sie Informationen über den Status ihrer IT-Compliance-Kontrollen in verschiedenen Kalkulationstabellen und oft in unterschiedlichen Unternehmensbereichen vorhalten. Mehr als 75 Prozent der Befragten sagten, dass Durchführung, Test, Monitoring und Reporting ihrer IT-Compliance-Kontrollen im besten Fall aus einer Kombination automatisierter und manueller Prozesse bestehen. Somit verschenken die Unternehmen in diesem Bereich noch viel Optimierungspotential, das neben geringeren Kosten gleichzeitig zu mehr Sicherheit führen kann.
»Die Studie bestätigt die Erfahrung unserer Kunden, dass die Einhaltung von Compliance-Vorgaben noch immer eine große Herausforderung darstellt, sowohl bei den Kosten als auch in ihrer Wirkung auf die Geschäftsprozesse. Mit jeder Richtlinienveränderung oder -ergänzung nimmt dieses Problem zu«, betont deshalb Thomas Leitner, Geschäftsführer CA Deutschland.
[1] http://www.ca.com/de/
- 1. Seite: Compliance-Kosten steigen
- 2. Seite: Mit jeder Richtlinienveränderung nimmt das Problem zu
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