IBM bringt neue Version des Informix-Datenbanksystems
Die neue Fassung des Informix Dynamic Server macht deutlich, dass der Hersteller IBM bei Datenbanken seine zweigleisige Strategie beibehält.
Ab dem 6. Mai liefert IBM das Release 11.5 des relationalen Datenbanksystems Informix Dynamic Server (IDS) aus. Es verspricht bessere Skalierbarkeit und einfachere Wartung. Ein Highlight ist die Unterstützung für den Einsatz in Clustern, bislang vor allem vom Wettbewerber Oracle ins Feld geführt. Redirected Writes erleichtern dabei Updates in verteilten Umgebungen.
Der im Lieferumfang enthaltene Connection Manager überwache den Betrieb und verteile die Lasten ohne Administratoreingriffe, berichtet Sandor Szabo, der das deutsche IDS-Entwicklungsteam leitet. In den nächsten Jahren werde IBM bei IDS weiter an der Verfügbarkeit und an der Performance arbeiten.
Erstmals läuft die Informix-Software nun auch unter Apple-Betriebssystemen. Bei XML-Informationen beschränkt man sich weiterhin auf nicht-native Speicherung. Von den Datenbankwerkzeugen, die IBM um DB2 herum angeordnet hat, können indes viele auch für IDS verwendet werden.
IDS hat für IBM strategische Bedeutung
Szabo zufolge ist das IDS-System auf Transakionsverarbeitung (OLTP, Online Transaction Processing) ausgerichtet. Für analytische Anwendungen in Data-Warehouse- oder Data-Mart-Umgebungen sei es weniger geeignet. Zum Zug komme es hingegen des Öfteren in eingebetteter Form (Embedded Systems). Allgemeine Vorzüge seien, dass die Verwaltung kaum Aufwand erfordere und die Kosten günstig seien.
»IBM gewinnt weltweit auch neue Kunden für Informix Dynamic Server«, versichert Szabo. 40 Prozent des Geschäfts laufe über OEM-Kanäle. »IDS ist zu einer Wachstumsmaschine für IBM geworden«, bestätigt Carl Olofson, Analyst bei dem Marktforschungshaus IDC. Mit der Übernahme von Informix hat sich IBM vor ein paar Jahren ein weiteres relationales Datenbanksystem ins Portfolio geholt. Das Produkt passt offenbar besser als von manchen erwartet. Denn die IBM-originären DB2-Datenbanken laufen überwiegend auf IBM-Hardware und bei Großunternehmen. Die Informix-Datenbanken hingegen laufen nach wie vor zu 70 Prozent bei mittelständischen Firmen und zu 80 Prozent auf Nicht-IBM-Hardware, mit Unix-Derivaten und zunehmend mit Linux. Schwach vertreten ist IBM indes mit aller Datenbank-Software auf Microsoft-Plattformen.
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