Windows-Smartphones:
Nokia präsentiert »iPhone-Killer«

von Karl-Peter Lenhard (kplenhard@weka-fachmedien.de)

06.09.2012

Nokia hat seine neuen Windows-Smartphones vorgestellt. Das Nokia Lumia 920 soll die Messlatte für Apple und Samsung ein Stückchen höher legen. Allerdings mussten die Finnen schon während und nach der Präsentation Rückschläge hinnehmen.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Stolz präsentieren Steve Ballmer und Stephen Elop das neue Lumia 920. © Nokia/Microsoft

Nokia hat wie erwartet zwei neue Lumia-Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 8 in New York vorgestellt. Vor allem das neue Flaggschiff Lumia 920 ist Nokias ganzer Stolz. Features wie die »Nokia City Lense«, dass durch Augmented Reality die Umwelt mit zusätzlichen Infos versorgt, ein Display, dass sich dank der Technik »Puremotion HD+« auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch perfekt ablesen lässt und das Aufladen durch Induktion sollen das Smartphone zum »Must have« im Weihnachtsgeschäft machen. Die wichtigste Neuerung kommt aber nicht von Nokia selbst, sondern von seinem starken Partner Microsoft. Mit Windows Phone 8 will der Softwareriese aus Redmond nun endlich im Smartphone-Markt mitmischen. Bisher musste Microsoft aus der Ferne zusehen, wie Google mit Android und Apple mit iOS den Markt unter sich aufteilten. Das sollen die Geräte von Nokia jetzt ändern.

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Tolles Display, kein Speicherkartenslot

Starke Farben und brilliantes Display: das Nokia Lumia 920. © Nokia/Microsoft

Neben den genannten Software-Neuerungen hat Nokia beim Lumia 920 auch ordentlich an der Hardwareschraube gedreht. Das 185 Gramm schwere Smartphone ist mit einem detailscharfen 4,5 Zoll-Display samt einer Auflösung von 1280 x 768 Pixel ausgestattet. Angetrieben wird das Lumia 920 von einem 1,5 Ghz-Dualcore-Prozessor von Qualcomm. Zudem stehen 1 GByte RAM und 32 GByte interner Speicher zur Verfügung. Dieser wird durch sieben GByte Online-Speicher bei Microsofts Cloud-Lösung SkyDrive noch erweitert. Leider hat das Lumia 920 keinen Speicherkarten-Slot um das Gerät zusätzlich mit Speicher zu versorgen.

Um sich auch farblich von der Konkurrenz zu unterscheiden, bietet Nokia das Lumia 920 in vier verschiedenen Farben an, darunter auch ein knalliges Gelb und ein Lippenstift-Rot. Der Akku des Lumia 920 hat 2000 mAh und soll nach Nokia Gesprächszeiten von 17 Stunden (in GSM-Netzen) bzw. 10 Stunden (in UMTS-Netzen) ermöglichen.

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Patzer bei Kamera-Präsentation, Anleger zweifeln

Als interessanteste Neuerung kündigte Nokia-Managerin Jo Harlow die »beste Smartphone-Kamera« an. Zwar kann sie nicht mit atemberaubenden 41 Megapixeln auflösen, wie beim Nokia 808 Pureview, dafür ist die 8,7 Megapixel-Kamera mit einer leistungsstarken Carl Zeiss-Optik ausgestattet. Durch die »Floating Lens«-Technik soll das Bild so gut stabilisiert werden, dass selbst bei ungünstigen Lichtverhältnissen noch scharfe Bilder geschossen werden können und auch bei HD-Filmen die lästigen Wackler bei der Kameraführung der Vergangenheit angehören. Dazu präsentierte Nokia ein kleines Video, dass genau dieses Feature in all seiner Pracht darstellen sollte. Zum Leidwesen der Finnen entdeckte aber der Techblog »The Verge«, dass die wackelfreien Bilder im Produktvideo keineswegs mit dem Smartphone selbst [1], sondern mit einer professionellen Kamera aus einem Van aufgenommen wurden.

Die Finanzwelt war von der Präsentation ebenfalls nicht besonders angetan. Während der Veranstaltung fiel Nokias Aktienkurs teilweise um 14 Prozentpunkte und kennt bis zur Stunde nur den Weg nach unten.

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[1] http://www.theverge.com/2012/9/5/3294545/nokias-pureview-ads-are-fraudulent/in/3057769

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