Franchise:
Colt baut neuen Vertriebskanal auf

von Ulrike Garlet (ulrike.garlet@crn.de)

09.08.2012

Colt entwickelt neue Vertriebswege: Zusätzlich zu seinen bestehenden Partnerkanälen plant der Netzbetreiber einen Franchise-Kanal. Im deutschen Markt sieht sich Colt gerade nach geeigneten Resellern um

Keine Beiträge im Forum. » Diskussion starten!

Joachim Trickl, Director Sales Central Region bei Colt

Mit einem Franchise-Kanal baut sich Colt neben seinen bestehenden Vertriebskanälen einen zusätzlichen Channel auf. »Wir bieten Partnern jetzt die Möglichkeit, unter dem Colt-Brand aufzutreten«, sagt Joachim Trickl, Director Sales Central Region bei Colt, im Gespräch mit Computer Reseller News.

Neben dem Wholesale-Geschäft über große Telcos wie AT&T, BT und Orange setzt Colt im indirekten Vertrieb aktuell zum einen auf klassische Handelsvertreter, die Colt-Dienste gegen eine Provision vermitteln ohne dabei eigene Services einzubringen. Zum anderen vertreibt Colt über einen klassischen Resellerkanal mit meist größeren Systemhäusern, die die Colt-Dienste unter ihrem eigenen Namen verkaufen und um eigene Dienstleistungen ergänzen. »Da gibt es eine Lücke im Channel, nämlich die Kombination aus diesen beiden Modellen«, hat Zentraleuropachef Joachim Trickl festgestellt. »Diese Lücke können wir jetzt schließen.« Denn während sich das Franchise-Konzept in vielen Märkten bereits fest etabliert hat, ist es im ITK-Markt bislang wenig präsent.

Die neuen Franchise-Partner schließen Verträge eigenständig mit ihren Endkunden, treten dabei jedoch unter dem Namen Colt auf. Im gegensatz zu klassischen Resellern, die oft mit mehreren Anbietern zusammenarbeiten, bieten Franchisenehmer die Colt-Services exklusiv an. Sie sind zudem für die Bereiche Customer Relationship Management (CRM) und Fakturierung verantwortlich und müssen eine gewisse Größe haben. »Als Richtgröße stellen wir uns etwa 25 Mitarbeiter vor«, sagt Trickl.

Selektive Partnerauswahl

Während Colt in Frankreich bereits die ersten beiden Franchise-Partner unter Vertrag hat, ist der Netzbetreiber hierzulande noch auf der Suche nach geeigneten Partnern. »Wir werden dabei sehr selektiv sein«, stellt Vertriebschef Joachim Truck bereits klar. »Wir wollen nicht die große Masse an Partnern für den Franchise-Kanal.« Mit etwa fünf Franchise-Partnern sieht sich Colt im ersten Schritt in Deutschland gut aufgestellt.

Aufgabe der Franchise-Partner wird es sein, Colts Smart Office-Portfolio, das neben Kommunikations-Services auch Netzwerk- und Computing-Dienstleistungen umfasst, an mittelständische Kunden zu vertreiben. Denn während Colt in der Vergangenheit reine Telekommunikations-Dienste angeboten hat, positioniert sich der Netzbetreiber seit einigen Jahren als »Information Delivery Plattform« im Markt und rückt Themen wie Backup und Standortvernetzung stärker in den Fokus. »Wir wollen nicht einfach nur Sprachminuten oder eine Leitung von A nach B zur Verfügung stellen«, erklärt Joachim Trickl.

Von Konkurrenten absetzen möchte sich Colt zudem durch seine starke europäische Ausrichtung: Das Netzwerk von Colt mit einer Länge von 35.000 Kilometern verbindet 21 Länder und umfasst Stadtnetze in 39 europäischen Metropolen. »Wir geben unseren Kunden die klare Zusage, dass sie in ganz Europa die gleiche Servicequalität bekommen und die gleichen Prozesse nutzen können«, sagt Trickl.

Verwandte Artikel