Praxis-Ratgeber Smartphones:
Der große Internet-Check der Smartphone Betriebssysteme

von Markus Eckstein, magnus.de

03.09.2010

Wenn man sich heutzutage ein neues Mobiltelefon kaufen will, kommt man kaum mehr um die Frage herum, für welches Betriebssystem man sich entscheiden will. Unser Ratgeber zeigt Ihnen, wer bei Anroid, Blackberry, iOS, Symbian und Windows Mobile die Nase vorne hat, wenn es Ihnen vor allem um Internetanwendungen geht.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 5)

Mobile Betriebssysteme im Direktvergleich. (Tabelle: Connect)

Wer vom Handy auf ein Smartphone umsteigt, hat ab sofort immer und überall das Internet zur Hand. Denn tatsächlich bietet jede Smartphone-Plattform die gängigen Internet-Funk­tionalitäten – von wenigen Ausnahmen wie dem heiß diskutierten Flash abgesehen, das nur wenige Smartphone-Browser beherrschen. Allerdings zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass sich die Qualität des Gebotenen zum Teil gewaltig unterscheidet. Wobei es vermeintliche Kleinigkeiten sein können, die einen großen Unterschied machen – wie beispielsweise das Hineinzoomen in eine Web­seite, die in ihrer vollen Pracht auf dem Smartphone-Display nicht zu lesen ist. Dass das schnell und problemlos klappt, ist deshalb so wichtig, weil diese Funktion im Alltag immer und immer wieder gebraucht wird.

Allgemein lässt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den neueren Plattformen wie iOS fürs iPhone, Android oder WebOS für Palms und den alten Haudegen Symbian, Windows Mobile aber auch Blackberry feststellen. Letztere stammen aus einer Zeit, als Internet auf dem Smartphone noch verdammt kompliziert war – das ist beispielsweise in den Einstellungsmenüs, wo die Datenverbindungen konfiguriert werden müssen, noch gut zu erkennen. Die neueren Plattformen – allesamt übrigens, von Samsungs brandneuer Plattform Bada abgesehen, amerikanische Entwicklungen – meistern das Thema Konfiguration mit großer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, zeigen aber wiederum an anderen Stellen Restriktionen.

Auf den folgenden Seiten nehmen wir die Internetfähigkeit der wichtigsten Smartphone-Plattformen unter die Lupe. Der Browser als Zugangssoftware für das World Wide Web spielt dabei natürlich die größte Rolle. Aber auch andere Internetdienste wie Videotelefonie, Instant Messaging oder auch Streaming-Dienste wie YouTube oder Webradios nutzen das Internet. Das Thema E-Mail lassen wir hier außen vor; dazu wird es eine eigene Folge geben.

Einen wichtigen Punkt stellen die erwähnten Einstellungsoptionen für Internet-Verbindungen dar. Die Zeiten, als jeder Nutzer umständlich IP-Adressen und Zugangspunkte manuell eingeben musste, sind längst vorbei. Dennoch spielt die Einrichtung aufgrund der teilweise noch immer hohen Datenkosten, vor allem im Ausland, eine wichtige Rolle. Lässt sich festlegen, ob bestimmte Dienste ausschließlich per WLAN ins Netz dürfen? Lässt sich einstellen, dass im Ausland der Datenempfang automatisch unterbunden wird? Und falls ja, sind die Einstellungen auch schnell zu finden? Die Performance der Browser wurde unter anderem mit dem Benchmark Browsermark ermittelt, den jeder mit seinem Handy unter browsermark.rightware.com ausprobieren kann.

Apple iPhone

Das iPhone ist der Pionier für das mobile Internet: Kein anderes Gerät hat das Web so praktisch und einfach nutzbar gemacht und gleichzeitig die Konkurrenz so angestachelt. Plötzlich ließ sich mit einem Smartphone fast so bequem surfen wie am PC – und vor allem auf genau den Seiten, die man auch am Rechner nutzt. Es stand ja lange zur Diskussion, ob nicht ein zweites, für kleine Displays optimiertes Internet nötig ist. Uns genügt ein Internet, sagten die Nutzer, und waren begeistert, als im iPhone plötzlich ein Smartphone zu haben war, das diese Diskussion beendete.

Der Browser: Safari gibt den Ton an

Safari heißt der hauseigene Browser von Ap­ple, der 2003 erstmals als Betaversion für das Computer-Betriebssystem Mac OS X veröffentlicht wurde und seit 2007 auch für Windows-PCs zur Verfügung steht. Die abgespeckte Smartphone-Version erblickte ebenfalls 2007 zusammen mit dem ersten iPhone das Licht der Welt – und stellte tatsächlich eine Revolution dar. Smartphone-Browser, die auch mit großen Webseiten zurechtkommen, gab es zwar schon länger. Doch bislang kam kein Smartphone so nahe an das Surferlebnis heran, wie man es vom Computer kennt. Die Stärken des iPhone-Browsers waren genau die Schwächen der Konkurrenz: Geschwindigkeit und eine einfache sowie praxistaugliche Bedienung, die sich an den Browsern am Rechner orientiert.

Im Kern arbeitet Safari mit der WebKit-Engine, die sich um die Anpassung von Webseiten auf kleine Displays kümmert. Eigentlich fast schon ein gängiger Standard: Auch Nokia setzt beim S60-Browser auf WebKit. Die Oberfläche des Apple-Browsers wirkt aufgeräumt und lässt sich einfach so bedienen, wie man es vom PC kennt: Oben gibt’s eine Adressleiste zur Eingabe von URLs, daneben ein Eingabefenster für Suchanfragen. Unten am Display finden sich Vor- und Zurück-Buttons, eine Taste zum Aufrufen der gespeicherten Favoriten sowie ein Button, mit dem man zwischen den offenen Browserfenstern wechseln oder eine neue leere Seite öffnen kann.

Genial einfach: Zum Hineinzoomen legt man zwei Finger aufs Display und zieht damit die Ansicht groß. Dabei arbeitet der Browser rasend schnell und macht deutlich: Nicht mehr die Geschwindigkeit der Datenübertragung ist das schwächste Glied der Kette, der Flaschenhals steckt in Zeiten von WLAN und HSPA längst im Smartphone selbst. Wie schnell der Browser empfangene Daten verarbeiten und als Webseite darstellen kann, entscheidet über die Geschwindigkeit und damit den Surfkomfort. Hier hilft natürlich viel Rechen­power, aber auch gut geschriebene Software.

Die Einstellungsoptionen im zentralen Menü »Einstellungen/Safari« umfassen bei der aktuellen iPhone-Software-Version 4.0 zehn übersichtlich angeordnete Einträge. Sich hier zu verirren ist kaum möglich, und da die Einträge für sich sprechen, hat man den Browser schnell im Griff. In den Einstellungen lässt sich entscheiden, ob der Browser beim Aus­füllen von Online-Formularen mit Vorschlägen behilflich sein soll und welche Suchmaschine Safari für Recherchen nutzen soll; neben Google stehen auch Yahoo und Microsofts Bing zur Auswahl. Hinzu kommen Sicherheitsfunktionen wie ein Popup-Blocker. Safari unterstützt in der neuesten Version bereits HTML5 und bleibt weiterhin der beste Smartphone-Browser. Damit, dass er keine Flash-Inhalte darstellen kann, steht er nicht allein da.

Massig Apps, die ins Netz führen

Neben dem Browser kommt das iPhone auch mit einer Kartenanwendung zur Navigation und Ortsbestimmung und einem You­Tube-Client. Was obendrein zur hervorragenden Internet-Funktionalität beiträgt, ist der mehr als prall gefüllte AppStore, der jede Menge Zusatzprogramme (sogenannte Applikationen) bietet, die spezielle Internetdienste per iPhone nutzbar machen oder Inhalte fürs Smartphone-Display optimiert aufbereiten. Hier ist das iPhone oft führend: So gibt es zwar mittlerweile einen Facebook-Client für jede Plattform, doch eine App beispielsweise für die Online-Aufgabenverwaltung Things ist lediglich fürs iPhone zu haben. Nur Android reicht in Sachen Zusatzsoftware ans iPhone heran.

Wie und wann das iPhone online geht, lässt sich gut steuern: Ein kleines Icon in der Statusleiste, die jederzeit zu sehen ist, zeigt an, ob das Web per WLAN oder übers Mobilfunknetz (3G) angezapft wird. Unter „Einstellungen/Allgemein/Netzwerk“ lässt sich zum Stromsparen UMTS deaktivieren, der Datenempfang übers Mobilfunknetz komplett oder nur im Ausland abschalten. Hier kann man zudem eine geschützte VPN-Verbindung beispielsweise mit einem Unternehmensserver einrichten.

Google Android

Auch Google bietet ein fürs Web optimiertes Smartphone-Betriebssystem sowie ein riesiges Angebot an Zusatzsoftware, die häufig das Internet aufs Display zaubert. Mehrere Zehntausend Applikationen, die beispielsweise auch VoIP-Telefonate oder die Nutzung von zahlreichen Internet-Diensten ermöglichen, stehen im Android Market zur Verfügung. Natürlich hat Android die meisten Internetdienste von Google gleich im Gepäck: Google Maps, YouTube, der Instant Messenger Google Talk und ein Googlemail-Client sind gut integriert und gut nutzbar. Zudem lässt sich die Suche nach Informationen auf dem Smartphone schnell auf eine Internet-Suche ausweiten. Auch die Anbindung an Exchange-Server ist in der aktuellen Android-Version 2.1 integriert.

Googles Chrome Browser

Der Android-Browser, eine abgespeckte Version des hauseigenen Chrome Browsers, kommt in Sachen Geschwindigkeit und Bedienung recht nah an Apples Safari heran. Und ist an manchen Stellen sogar ein wenig weiter: So unterstützt der neue Browser auch Flash. Zudem sind einige aktuellere Geräte wie das HTC Desire Multitouch-fähig, sprich mit zwei Fingern lässt sich die Ansicht wie beim iPhone schnell und intuitiv vergrößern. Die Steuerung erfolgt hier ansonsten über Optionen, die über die Menütaste eingeblendet werden: So erscheinen die wichtigsten Funktionen wie Vor- und Zurück-Buttons, die Lesezeichen sowie die Möglichkeit, zwischen mehreren offenen Fenstern übersichtlich zu wechseln.Der Verlauf oder die Möglichkeit, Text auf einer Seite auszuwählen, findet sich nochmals ein Menüebene tiefer, von wo es dann auch zu den Einstellungen geht.

Im Gegensatz zum Safari-Browser bietet Android in der aktuellen Version ein wirklich umfangreiches Regelwerk: Vom Festlegen der Startseite über den Popup-Blocker bis zu den Textgrößen und zur Größe des Cache-Speichers, der bereits geladene Webseiten vorhält, zieht sich das ganze Einstellungsmenü über etwa fünf Displaylängen. Das wirkt nicht einmal unübersichtlich, und was hinter den einzelnen Optionen steckt, ist so klar beschrieben, dass auch mit rudimentären Internet-Kenntnissen kaum Fragen offen bleiben. So kommt der Browser zwar nicht ganz an die Leistungen des iPhone-Browsers heran, bietet aber etwas mehr an Optionen.

Auch das Einstellungsmenü für die Datenverbindung ist übersichtlich und selbsterklärend. Hier finden sich die Reglements für WLAN, Bluetooth, der Flugmodus, der alle Funkteile deaktiviert, sowie die Möglichkeit, sichere VPN-Verbindungen einzurichten. Auch lässt sich hier festlegen, ob das Smartphone für Internetverbindungen das Mobilfunknetz überhaupt nutzen oder generell nur per WLAN online gehen soll. Und wenn ja, ob dann zumindest im Ausland der Datenempfang übers Mobilfunknetz gesperrt werden soll. Das ist wirklich vorbildlich gelöst. Zumal die Statusleiste keine Fragen offenlässt: Empfängt das Android-Smartphone Daten per WLAN, zeigt sich in der Statusleiste nur das WLAN-Symbol – bei den meisten Betriebssytemen wird parallel noch anzeigt, ob sie Kontakt zum UMTS-Netz samt HSPA haben, was beim Nutzer Fragen aufwerfen kann.

Insgesamt kann Android in Sachen Internet mit dem iPhone mithalten. Und die Offenheit der Plattform hat ihre Vorteile. So haben Motorola und Sony Ericsson Android um Social-Networking-Funktionen ergänzt. Womit sich Google womöglich keinen Gefallen tut, sind die häufigen Updates für das Betriebssystem. Im Moment kommen noch Smartphones mit Android 1.6 auf den Markt; aktuell ist allerdings die Version 2.2 - doch nicht jedes Modell kann man auf die neueste Version updaten, was mitunter für Verdruss sorgt.

Microsoft Windows Mobile / Phone

Zusammen mit Symbian gehört Windows Mobile zu den älteren Smartphone-Betriebssystemen. Und um es gleich auf den Punkt zu bringen: Die alten Haudegen sind nicht so einfach zu bedienen wie iPhone oder Android-Smartphones. Sie wurden zum einen in Zeiten entwickelt, als Smartphones entweder über eine Tastatur oder einen Eingabestift bedient wurden. Zum anderen stammen sie aus den Tagen, die vom Nutzer noch gute PC-Kenntnisse und ein Herz für IP-Adressen verlangten, um das Smartphone online zu bekommen. Das merkt man den Windows-Mobile-Geräten noch immer an. Gerade bei den Einstellungen zeigt es sich: So ist der Comm-Manager im Einstellungsmenü in der aktuellen Windows-Mobile-Version zwar gelungen; auch hier lässt sich wie bei Android einfach die Datenverbindung übers Mobilfunknetz abschalten, sodass das Smartphone im Zweifelsfall ausschließlich per WLAN online geht.

Schaut man sich allerdings in den Einstellungen um und wirft einen Blick in den Menüpunkt »Verbindungen«, findet man sich plötzlich in einem kleinteiligen Umfeld wieder, das Spezialisten zu schätzen wissen; der Durchschnittsnutzer kommt sich aber schnell wie ein Dummerchen vor. Doch keine Bange: Für den Alltagsgebrauch genügt der gelungene Comm-Manager, die meisten Einstellungen werden auch hier längst bei der ersten Inbetriebnahme automatisch vorgenommen.

Der gute, alte Internet-Explorer

Microsoft setzt auch bei den Smartphones seinen Internet Explorer ein, und der hat hier fast noch einen schlechteren Ruf als auf dem PC. Langsam und den Erfordernissen aktueller Webseiten nicht gewachsen, so lautet der Vorwurf. Ganz so schlimm ist es nicht, doch die Konkurrenz ist tatsächlich meist schneller beim Aufbau einer großen Webseite. Einige Modelle wie der HD2 von HTC bieten ein Multitouch-fähiges Display, das das Vergrößern von Webseiten durch eine Geste mit zwei Fingern ermöglicht. Bei den meisten Geräten sind zum Zoomen noch immer zwei Bedienprozeduren nötig, was das Leben auf großen Internetseiten doch etwas mühselig machen kann. Dass der Internet Explorer nicht der Weisheit letzter Schluss ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass mancher Hersteller seinem Windows-Smartphone gleich den Opera-Browser mit auf den Weg gibt. Ansonsten ist das Thema Internet noch immer vom Anspruch als businesstaugliche Plattform geprägt: So lassen sich VPN-Tunnel einrichten, und die Anbindung an Microsoft Exchange-Server, mittlerweile auch von den anderen Plattformen implementiert, ist hier schon immer vorgesehen und auch gut gelöst.

In Sachen Messaging hat Microsoft mit Windows Live, in Sachen Internet-Suche mit Live Search seine eigenen Lösungen, die auf allen Windows-Smartphones vorinstalliert sind. YouTube oder Google Maps werden bei den allermeisten Geräten als Applikation draufgepackt. Insgesamt ist das Angebot an Zusatzsoftware aber bei Weitem nicht so umfangreich wie für iPhone und Android-Modelle – und daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern. Ende des Jahres sollen Smartphones mit Windows Phone 7 die aktuelle Version 6.5 ablösen, und auf denen wird keine der aktuellen Apps laufen. Hier müssen die Entwickler von Grund auf neu Hand anlegen.

RIM Blackberry

RIM war lange vor dem iPhone mit seinem Blackberry einer der ersten Pioniere des mobilen Internets. Doch diese Pionierleistung betrifft vor allem das Thema E-Mail. Hier gelang es den Kanadiern schon in den Zeiten, als die Datennetze die Bytes noch tröpfchenweise transportierten, E-Mails flott und direkt aufs Handy zu bringen. Der Trick: Die Kommunikation läuft über einen Server, auf dem E-Mails auf das wirklich Nötigste komprimiert und dann ungefragt aufs Smartphone übertragen oder neudeutsch gepusht werden. Entsprechend beliebt ist der Service bei Unternehmen, deren IT-Verantwortliche aber wiederum nicht unbedingt großen Wert darauf legen, dass die Mitarbeiter mit ihrem Blackberry im Web surfen. Entsprechend wurde der Browser lange Zeit etwas stiefmütterlich behandelt.

Mit der wachsenden Zahl an privaten Blackberry-Nutzern ändert sich das langsam. Der aktuelle RIM-Browser kommt längst auch mit großen Webseiten zurecht, ist aber weiterhin nicht der schnellste. Das könnte freilich nicht allein am Browser, sondern auch an der generellen Rechenleistung liegen. Der Prozessor im aktuellen Bold 9700 ist mit 624 MHz getaktet; die Konkurrenz verbaut bereits Prozessoren mit 1 GHz Taktfrequenz. Auch das Blackberry-Betriebssystem wurde für Geräte mit Tastaturen entwickelt, entsprechend wird vieles über Optionsmenüs gesteuert. Um große Webseiten übersichtlicher anzeigen zu lassen, gibt es die Option, auf Spaltendarstellung umzustellen. Dabei wird die Spaltenstruktur einer Webseite aufgelöst, alle Inhalte werden in einer Spalte untereinander eingefügt. Dass RIM von seinem aktuellen Browser selbst nicht hundertprozentig überzeugt ist, zeigt die Ankündigung auf dem Mobile World Congress im Februar, dass ein neuer Browser in Arbeit sei. Der soll später im Jahr veröffentlicht werden und bereits HTML 5 unterstützen; ein genauer Veröffentlichungstermin ist von RIM derzeit aber nicht zu bekommen.

Auch wenn man es den Blackberrys nicht unbedingt ansieht: Die Smartphones gehören zu den am einfachsten zu bedienenden Geräten überhaupt. Beispiel WLAN: Bei der ersten Nutzung hilft ein Einrichtungs­assistent. Auch lässt sich beispielsweise die Priorität von WLANs untereinander festlegen. Und unter dem Menüpunkt »Verbindungen verwalten« kann man einsehen, welcher Dienst über welche Verbindung online gehen soll. An sonstigen Internet-Applikationen gibt es eine Kartenanwendung mit Kartenmaterial von Teleatlas. Auch Apps für Flickr oder Facebook sind teilweise vorinstalliert. Zudem bieten die Blackberrys einen eigenen Instant-Messaging-Client; wer einen anderen Dienst nutzen will, kann die Messenger von Yahoo, Google Talk, AIM, ICQ oder Windows Live installieren.

Unterm Strich bleibt der Blackberry vor allem eine gelungene Messaging-Maschine; das Websurfen klappt mit iPhone, Android und auch Symbian besser. Dafür spielt das Thema Sicherheit eine große Rolle: So bieten die Blackberrys die Möglichkeit, VPN-Verbindungen einzurichten. Das Angebot an Zusatzsoftware ist auch hier nicht überbordend.

Symbian

Die alte Dame unter den Smartphone-Plattformen bietet neben Windows Mobile aktuell wohl die größte Produktvielfalt: vom Handy mit Smartphone-Betriebssystem über reine Touchscreen-Modelle bis zu Geräten mit Schreibmaschinen-Tastatur. Entsprechend ist auch hier die Bedienung nicht ideal gelöst, insbesondere bei den reinen Touchscreen-Geräten. Die Symbian Foundation arbeitet im Moment an einer Weiterentwicklung der Plattform, die diese Schwächen korrigieren soll. Das Nokia N8 wird im dritten Quartal das erste Smartphone mit Symbian 3 werden. Doch bis dahin gilt wie für Windows Mobile: Man spürt, dass das Ganze aus älterer Zeit stammt. Gleichzeitig ist Symbian eine wunderbare Spielwiese für alle, die gern ein bisschen an ihrem Smartphone herumfrickeln. Ein RSS-Reader oder auch ein SIP-Client für VoIP-Telefonate gehören zum Beispiel schon lange zum Symbian-Betriebssystem – ganz ohne Zusatz-App.

Der S60-Browser: WebKit

Symbian kommt wie das iPhone mit einem WebKit-Browser, der allerdings deutlich langsamer arbeitet und obendrein vor allem über Optionsmenüs gesteuert wird. Tippt man nach dem Öffnen des Browsers los, erscheint sofort die Zeile zur Eingabe von URLs, vom Start weg ist dieses Adressfeld allerdings nicht zu sehen. Der Browser verlangt insgesamt eine gewisse Umgewöhnung im Vergleich zu Browsern am PC: Große Webseiten stellen für ihn kein Problem dar, eine Art quadratischer Lupe hilft beim Navigieren über allzu weitläufige Seiten. Zu den Stärken in Sachen Internet gehört bei Symbian die gute Integration von Diensten ins System. So lassen sich beispielsweise Kontodaten von Flickr oder Blogdiensten so einrichten, dass man Fotos direkt aus dem Gerät ohne Start einer zusätzlichen Anwendung veröffentlichen kann. Obendrein bietet Nokia unter der Marke Ovi mittlerweile auch eine ganze Palette von eigenen Internetdiensten: Die inzwischen kostenlose Navigationssoftware Ovi Karten ist sicherlich die bekannteste, aber auch einen Synchronisations- sowie eine E-Mail-Push-Dienst haben die Finnen im Programm. Symbian-Geräte lassen sich aber auch ohne Ovi-Dienste gut nutzen.

Diese Offenheit und Flexibilität hat allerdings ihren Preis: Das System wirkt an machen Stellen doch sehr unübersichtlich – insbesondere, wenn es an etwas komplexere Einstellungen geht. So lässt sich prinzipiell für jede Anwendung festlegen, wie sie online gehen soll – ob per WLAN oder Mobilfunknetz, oder ob jedes Mal individuell entschieden werden soll, welche Verbindung gerade am günstigsten ist. Um auf einen Blick zu erkennen, ob und wie das Smartphone gerade online ist, ist schon ein wenig Erfahrung nötig.

Für Symbian gibt es für die gängigen Internetdienste und sozialen Netzwerke die passenden Clients; für iPhone und Androiden ist das Angebot aber wesentlich größer. Gerade für kleine, aber feine Dienste aus den USA, wo Symbian fast keine Rolle spielt, fehlt nicht selten passende Symbian-Software. Ein Beispiel: Die Online-Notizverwaltung Evernote lässt sich auf iPhone, Android und selbst mit einem Blackberry über eine gelungene Applikation steuern, dem Symbian-Nutzer bleibt nur der Weg über die für Handys optimierte Webseite.

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