Was bei Handy-Verlust zu tun ist:
Vier Millionen Handy-Diebstahlopfer

von Folker Lück (folker.lueck@crn.de)

31.08.2010

Laut einer aktuellen Umfrage des Bitkom ist mehr als zehn Millionen Bundesbürgern schon einmal das Mobiltelefon abhanden gekommen, vier Millionen mal wurde es gestohlen. Jetzt gibt der Branchenverband Tipps, wie man sich im Verlustfall verhalten soll.

Branchenverband-Tipps: Der Bitkom nennt wichtige Grundregeln, die man beanchten sollte, wenn das geliebte Handy plötzlich weg ist (Foto: LG)

Mehr als zehn Millionen Bundesbürgern ist schon einmal ihr Handy abhanden gekommen. Rund sieben Millionen haben ihr Handy verloren (12 Prozent aller Handy-Besitzer) und vier Millionen wurden Opfer eines Diebstahls (7 Prozent). Rund 1,2 Millionen Handy-Besitzern ist sogar schon beides passiert: Ihnen wurde ein Handy gestohlen und sie haben ein Gerät verloren. Das hat eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Bitkom ergeben. Bei der Befragung unter 1.000 Personen ab 14 Jahren waren Mehrfachnennungen möglich.

Die Geräte enthalten oft wichtige und in vielen Fällen auch private Daten, Bilder und Texte. Deshalb sollte man einige einfache Vorkehrungen treffen und im Fall der Fälle schnell reagieren, rät der Verband.

Zuerst das eigene Handy anrufen:

Es empfiehlt sich immer, zuerst das eigene Handy anzurufen. Nur in den seltensten Fällen ist das Gerät tatsächlich verloren oder gestohlen, wenn es einmal nicht sofort gefunden werden kann. Wer sein Handy zu Hause, im Auto und am Arbeitsplatz immer an der gleichen Stelle aufbewahrt, muss seltener auf die Suche gehen. Ist das Handy tatsächlich verloren gegangen, besteht die Chance, dass ein ehrlicher Finder das Gespräch entgegennimmt.

Die sechs Notfall-Regeln

SIM-Karte sofort sperren lassen:

Schlägt die gründliche Suche fehl, sollte sofort die SIM-Karte des Telefons gesperrt werden. Dadurch wird verhindert, dass Unbefugte über den Handy-Anschluss telefonieren, was hohe Kosten verursachen kann. Zudem könnten Diebe das Telefon für kriminelle Zwecke verwenden. Für die Sperrung haben die Mobilfunkanbieter Service-Rufnummern eingerichtet. Diese Nummern sind auf den Internetseiten der Anbieter sowie in den Vertragsunterlagen zu finden. Alternativ ist eine Sperrung über die Online-Kundenportale möglich.

Unterlagen für das Sperren der SIM-Karte bereithalten: 

Meist sind zur Handysperrung folgende Angaben nötig: die Handyrufnummer und die SIM-Kartennummer oder ein Kundenkennwort. In der Regel finden sich diese Angaben in den Vertragsunterlagen. Die Kartennummer ist auf der SIM-Karte vermerkt, die im Handy steckt. Es ist ratsam, die notwendigen Daten rechtzeitig zu notieren und für den Notfall griffbereit zu halten. Für die Sperrung der alten und die Zusendung einer neuen SIM-Karte fallen in der Regel Kosten zwischen 20 und 30 Euro an.

Polizei und Fundbüro einschalten:

Zu den Informationen, die man am besten direkt nach dem Kauf notiert, zählt die »International Mobile Equipment Identity« (IMEI). Mit dieser Seriennummer kann das Telefon eindeutig identifiziert und dem rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden – etwa dann, wenn das Handy im Fundbüro abgegeben wird. Die 15stellige Nummer ist auf dem Typenschild des Handys zu finden, meist unter dem Akku. Manche Handys zeigen die IMEI-Nummer auch unter dem Menüpunkt Telefoneinstellungen an. Einfacher ist es, die Tastenkombination »Stern-Raute-Null-Sechs-Raute« (*#06#) einzutippen. Dann erscheint die IMEI im Display.

Versicherung kontaktieren:
Die Hausratversicherung zahlt in speziellen Fällen, etwa wenn das Telefon bei einem Einbruch in den eigenen vier Wänden gestohlen wurde oder wenn das Handy mitsamt Wohnung einem Brand zum Opfer gefallen ist. Sie springt ebenfalls bei Raubüberfällen ein, wenn die Herausgabe des Handys mit Gewalt erzwungen wurde. Der Überfall muss der Polizei gemeldet werden. Wem dieser Schutz nicht ausreicht, sollte spezielle Handy-Versicherungen prüfen.

Daten auf dem Smartphone löschen:
Die mit einem Computer vergleichbaren Smartphones haben gegenüber herkömmlichen Handys einen entscheidenden Vorteil: Bei einem Verlust kann man selbst aus der Ferne auf sie zugreifen und beispielsweise persönliche Daten löschen. Für das Fernlöschen gibt es spezielle Programme, die auf dem Smartphone installiert sein müssen. Bei manchen Handy-Betriebssystemen sind ähnliche Funktionen bereits vorhanden, müssen aber aktiviert werden.

Das Guthaben von Prepaid-Karten bleibt erhalten:
Beim Verlust eines Prepaid-Handys mit SIM-Karte bleiben sowohl die Handynummer als auch das Guthaben der Prepaid-Karte bestehen. Diese Informationen sind nicht auf der SIM-Karte selbst, sondern beim Mobilfunkanbieter gespeichert.

Zwei einfache Vorsorge-Massnahmen

Vorsorge 1- Sperrfunktion des Handys
nutzen:
Die automatische Tastensperre mit Geheimnummernfunktion ist für den Eigentümer des Mobiltelefons ein sehr zweckmäßiger Schutz vor Missbrauch durch Unbefugte. Diese Funktion sorgt dafür, dass sich das Handy nach kurzer Ruhephase selbst sperrt und erst nach Eingabe einer Geheimnummer wieder genutzt werden kann. 



Vorsorge 2 – Datensicherung:
Damit beim Verlust des Handys nicht alle auf dem Gerät gespeicherten Kontakte, Termine, Fotos oder Geburtstage komplett verloren gehen, sollten die Daten regelmäßig außerhalb des Mobiltelefons gesichert werden. Dafür gibt es spezielle Software, mit der sich die persönlichen Daten zwischen Handy und Computer synchronisieren lassen. Online-Dienste wie www.mobical.net [1], www.memotoo.com [2] oder www.vodafone360.com [3] speichern die Informationen im Internet und erlauben es, von unterwegs darauf zuzugreifen.

[1] http://www.mobical.net/
[2] http://www.memotoo.com/
[3] http://www.vodafone360.com/