Vernetzung von Rechnern und Unterhaltungselektronik:
Fraunhofer-Institut entwickelt Esperanto für TV, PC und Handy
Fernseher, Handy, Set-Top-Box und Computer sind bisher Einzelgeräte, die nicht miteinander kommunizieren. Forscher, darunter Experten vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme, haben nun eine gemeinsame Sprache für die Informations- und Kommunikationstechnik aus dem Web entwickelt.
Fernsehen via Kabel oder Satellit könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Dem Internetfernsehen – kurz IPTV von Internet-Protocol-Television – gehört die Zukunft. Doch die junge Technik hat noch einige Kinderkrankheiten. »Die unterschiedlichen Hersteller programmieren die Geräte mit unterschiedlichen Sprachen, um Information mithilfe spezieller Protokolle zwischen Sender und Empfänger auszutauschen. Da passt natürlich das eine nicht zum anderen«, sagt Robert Seeliger vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme [1] (Fokus).
Vom Handy lassens sich mithilfe der Technik des Fraunhofer-Instituts Fokus Bilder auf den Fernseher übertragen.
»Um einer möglichst großen Anzahl von Geräten und Anwendungen den Zugang zu web-basierten IPTV-Diensten zu erschließen, ist es entscheidend, standardkonforme Technologien bereitzustellen«, erklärt Dr. Stefan Arbanowski, Leiter des Kompetenzzentrums Future Applications & Media bei Fokus.
Derzeit arbeiten Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts gemeinsam mit den Partnern vom Open-IPTV-Forum an solch einem neuen IPTV-Standard. Im Open-IPTV-Forum sind Industrievertreter der Kommunikations- und Unterhaltungsindustrie aktiv. Ziel der Initiative ist es, durchgängige Spezifikationen (Ende-zu-Ende) zu entwickeln, um die nächste IPTV-Generation für den Markt vorzubereiten. Fokus ist das erste und bislang einzige unabhängige Forschungsinstitut, das Mitglied im Open-IPTV-Forum ist.
Handys, TV-Geräte und Rechner sprechen miteinander
Fokus-Forscher haben bereits eine Art Universal-Sprache für die Info-, Spiel- und Kommunikationstechnik aus dem Web entwickelt, eine Art Online-Esperanto. »Open-IPTV-Ecosystem« heißt dieser kleineste gemeinsame Nenner, mit dem Handys, Fernseher und Computer von diversen Herstellern einerseits und Kunden, Heimelektronik-Konzerne und Telefongesellschaften andererseits kommunizieren sollen.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen die Forscher in ihrem Berliner Labor: Der Fernseher im Institut kann nicht nur Videos herunterladen. Die Filme werden interaktiv.
Flimmert beispielsweise ein Video über das Zentrum von Berlin über den Bildschirm, können die Forscher den Berliner Dom oder den Reichstag berühren – und schon öffnet sich ein Zusatzfenster mit Hintergrundinformationen oder einem weiteren Kurzfilm aus dem Internet, der die Gebäude von innen zeigt.
Wer will, kann mit der Technik sogar die aktuellen Urlaubsbilder von einer Digitalkamera oder dem Handy auf den Fernseher spielen und via Internet an die Fernsehgeräte von Freunden und Verwandten weiterleiten, etwa für einen gemeinsamen Dia-Abend mit Bekannten in einer fernen Stadt.
Bei dem internationalen Test sollen Fernseh- und Kommunikationstechnik, Handys, Router und Sender mit dem »Open-IPTV-Ecosystem« zu einem virtuellen Ganzen verknüpft werden. »Vorerst ist unser Open-IPTV-Ecosystem nur ein Prototyp«, sagt Seeliger. »Doch es bedarf nur wenig Aufwand, um ihn heute schon für den breiten Einsatz vorzubereiten.«
[1] http://www.fokus.fraunhofer.de/de/fokus/index.html
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Das sind die Top-Notebooks
Auf der Suche nach neuen Notebooks sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unsere Kollegen von der PC Go haben daher die besten Geräte für Sie getestet.
NEC prämiert die schönste Installation
Einen Fotowettbewerb der etwas anderen Art startet NEC Display Solutions für seine Partner. Unter dem Motto »Application Picture Competition« können NEC-Partner Bilder einsenden, die NEC-Produkte im Einsatz zeigen. Für die kreativsten Fotografen winkt als Preis ein iPhone.
SAP will den Cloud-Anbieter Ariba übernehmen
Der Softwareanbieter SAP steht vor einem weiteren großen Zukauf im SaaS-Segment: Für 4,3 Milliarden Dollar wollen sich die Walldorfer den kalifornischen Beschaffungsspezialisten Ariba einverleiben und das Cloud-Geschäft auf diese Weise ausbauen.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
So sexy sind Deutschlands Bäuerinnen
Vor kurzem war es wieder soweit: Die Macher des Deutschen Bauernkalenders suchten nach den schönsten Botschafterinnen für die Landwirtschaft. Die ansprechendsten Bewerberinnen kamen zum Casting nach München und Hamburg. Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Vorauswahlen in unserer Bilderstrecke ...
Massenentlassungen bei HP geplant
Der Rückgang der PC-Nachfrage und die Zusammenlegung von PC-und Druckersparte haben einschneidende Konsequenzen für die Mitarbeiter von HP. Es sollen laut Medienberichten 30.000 Mitarbeiter entlassen werden.