Die Highlights der IFA:
Das sind die fünf größten IFA-Trends

von Markus Reuter (markus.reuter@crn.de), magnus.de

16.08.2010

Die IFA hat dieses Jahr ihren fünfzigsten Auftritt. Fünf große Trends sollen die Messe bestimmen. Wir zeigen Ihnen, was in Berlin vorgestellt wird.

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Ein Top-Trend in Berlin wird 3D sein: Sharp setzt auch bei seinem ersten 3D-Fernseher auf Quattron-Technik mit zusätzlichem Gelb-Pixel. Ob TV- und Heimkino-Enthusiasten von 3D ebenso begeistert sein werden wie die elektrisierten Firmen, ist noch offen. Die Hersteller betrachten die dritte Bilddimension jedenfalls als wichtigste IFA-Innovation 2010 und setzen unisono auf das Feature. Zumindest jene, die es im Griff haben. Das scheint aber nicht so einfach zu sein. So möchte der niederländische Hersteller Philips bis zur Messe in die 3D-Liga aufschließen, verfügt derzeit aber erst über einen ersten Prototypen. Und die deutschen Hersteller werden nach aktuellem Stand noch nicht einmal zur IFA einen marktreifen Tiefblick gewähren, obgleich Loewe mit der Technik durchaus liebäugelt. Anders die fernöstlichen Kollegen: Panasonic, Samsung und Sony brillieren schon jetzt mit 3D-Fernsehern und -Blu-ray-Playern. Auf der IFA werden sie weitere Modelle präsentieren. Neu hinzukommen Sharp, LG und Toshiba. Letztere haben zudem einen 3D-Laptop für die PC-Spielkameraden im Gepäck. Auch für 3D-Inhalte soll gesorgt sein. So wird die Telekom in ihrem Entertain-TV-Paket mit Beginn der IFA 3D-Filme via Internet anbieten. Die VideoWeb-Box von Ex-Web.de-Chef Matthias Greve zeigt, dass sie das auch könnte, und zeigt zumindest schon mal 3D-Trailer.

Megatrend 2: Service-Portale

Loewe-Fernseher präsentieren ihre Service-Seiten in besonders schmucker Umrahmung.

Im Juni hat Europa die Normen für HbbTV verabschiedet. Prompt reagieren die EU-verwurzelten deutschen Firmen. Sie wollen den gemeinsamen Standard nutzen, um vielfältige, dem TV-Schirm angepasste Info- und Spaß-Services via Internet-Anschluss anzubieten. Überraschend ist der Fernseher- und Digitalboxen-Spezialist TechniSat aus Daun in der Eifel dem Club beigetreten. Das eigene ISIO-Portal klotzt vom Stand weg mit 250 kostenlosen interaktiven Angeboten, bietet Widget-Infotafeln und ermöglicht dank Maxdome sogar komfortables Video on Demand (VoD). Neu in der Internet-Riege präsentiert sich auch Sharp. Die Japaner nennen ihre Pforte zum neuartigen Fernsehen genau wie Vorreiter Philips "Net TV" und lehnen sich auch inhaltlich so deutlich an die Niederländer an, dass man eine Kooperation vermuten darf. Innovator Philips wiederum hat seinen bisherigen Auftritt überarbeitet, verspricht einen noch besseren Überblick und integriert anders als zuvor das TV-Bild ins Portal. Philips und VideoWeb halten Bestellfilme bereit. Dabei packt Philips Net TV auch in den neuen 3D-Blu-ray. VideoWeb paart sein Angebot ausschließlich mit dem Sat-Empfänger 600 S. HbbTV beherrschen beide Web-Spezialisten.

Zudem lassen sich in Kooperation mit Videoload nun VoD-Filme bestellen und am Schirm anschauen. Noch nicht ganz so weit ist Multimedialist Loewe. Neue HbbTV-Applikationen werden die Kronacher zur IFA allerdings einführen.

Wer die beschriebenen Highlights genießen, seinen Fernseher aber behalten möchte, holt sich den VideoWeb-Satelliten-Empfänger 600 S. Hier gibt es zwar noch nicht so viele HbbTV-Partner, die Mediatheken sowie Bestellfilme stehen jedoch ebenfalls brandneu zur Verfügung.

Nicht am HbbTV-Tisch sitzen nach wie vor Panasonic, Samsung, Sony und LG. Sie pflegen eigene, nicht standardisierte Plattformen. Virtuelle Videotheken können Panasonic und LG dennoch vorweisen.

Megatrend 3: Vernetzung

Immer raffinierter werden die Lösungen, die sämtliche multimedial veranlagten Heimkino-Partner miteinander kommunizieren lassen. Als Verbindungswege dienen WLAN, Bluetooth, Ethernet- und Stromleitungen sowie USB-Speichermedien. So "streamen" in TVs und Digitalboxen integrierte Festplatten ihre gespeicherten Filme zu Empfängern in anderen Zimmern. Dabei können die Zuschauer sogar unterschiedliche Sendungen abfragen.

Oder Filme und Fotos wandern von einem "mitdenkenden" Heim-Server wahlweise zu einem Handy oder anderen portablen Multimedia-Player. Neue Techniken erlauben es auch, den TV-Bildschirm drahtlos als PC-Monitor anzudocken. Schließlich strömt noch Musik vom Internet-Anschluss zum WLAN-Radio, oder der Fernseher zeichnet eine Sendung auf die angeschlossene USB-Festplatte auf. Fast alle namhaften TV-Hersteller halten eine Überraschung bereit, die man auf der IFA in Augenschein nehmen sollte. Samsung macht als besonders extravagante Lösung das TV-Bild mobil, indem es der Fernseher per WLAN zur Fernbedienung mit integriertem Bildschirm spielt. Doch auch bekannte Set-Top-Boxen-Anbieter wie TechniSat können sich sehen lassen: Der ermöglicht unter anderem die Programmierung von Festplatten-Aufzeichnungen übers Internet.

Selbst Kopfhörer vernetzen sich immer vielfältiger: Sennheiser bietet hochwertigen Klang, eliminiert Umgebungslärm (Noise Cancelling), integriert ein Headset und verbindet alles drahtlos per Bluetooth mit einem beliebigen Zuspieler – bei Bedarf auch mithilfe optionaler Adapter. So ist man zu Hause und unterwegs für alles gerüstet.

Megatrend 4: Umweltgerechtes Design

Zum Teil besteht der 42 PFL 6805 aus Recycling-Material, die Fernbedienung ist mit Solarzellen bestückt. 1800 Euro kostet der 22 Millimeter schlanke TV.

Zum Teil besteht der 42 PFL 6805 aus Recycling-Material, die Fernbedienung ist mit Solarzellen bestückt. 1800 Euro kostet der 22 Millimeter schlanke TV.

"Nachhaltigkeit und Eleganz" postuliert Philips. Was vielleicht ein wenig sperrig klingt, trifft den Trend exakt. Das eine ist vom anderen kaum noch zu trennen. Wichtig sind die Materialwahl für die Produkte, Verpackung, der Transport, Wiederverwertbarkeit sowie der Verbrauch. Schlanke, Strom sparende LED-TVs helfen bereits prinzipbedingt, den Öko-Anforderungen zu entsprechen. Für das entsprechende Outfit dazu sorgen Designer. Kaum ein namhafter Hersteller zeigt sich auf der IFA ohne hochwertig gestaltete Produktlinien. Die edelste Verarbeitung leistet sich Loewe und macht auf diese Weise nicht nur Fernseher, sondern auch Soundprojektoren und Elektrostaten zum optischen Ereignis. Ultraschlanke TVs verhelfen auch Samsung zu Design-Höchstleistungen: Nur 7,98 Millimeter tief ist ein 140-Zentimeter-Bolide der C9090-Serie. Sie kommt noch vor der IFA auf den Markt. Die zugehörige High-End-Fernbedienung bietet zur Steuerung ein berührungsempfindliches Display. Extravagant wirkt auch die im Design dazu passende Blu-ray-Komplettanlage.

Philips stattet sein "grünes Flaggschiff" mit einer Solar-Fernbedienung aus, die sich tagsüber im Hellen auflädt. Des Weiteren vereinen niedriger Energieverbrauch, recycelte Materialien und eine schlanke Linie mit 22 Millimetern Umwelt und Design. Ein weiteres Highlight: Die neuen Philips-Standfüße lassen sich auch als Wandhalter verwenden, auf denen der Schirm sogar schwenkbar ist.

Neben Samsung lotet LG die Grenzen des Machbaren aus. Der koreanische TV-Schirm misst atemberaubende 7,8 Millimeter in der Tiefe und bietet dabei Direct-LEDTechnik. Ein Nano-Screen-Filter, der das Licht trotz des geringen Abstands zu den LEDs gleichmäßig über den Schirm verteilt, macht’s möglich. Wann ein serienreifes Modell erhältlich sein wird, hat LG offen gelassen.

Megatrend 5: LED

Das einfache Zuspiel von Fotos oder Filmen mit dem iPhone ermöglicht Toshiba. Eine kostenlose App verbindet etwa den PC mit einem Toshiba-TV.

Auch wenn es bereits selbstverständlich scheint: LEDs als TV-Schirmlicht stecken in immer mehr Modellen. Wurden noch zu Jahresbeginn 15 Prozent des TV-Umsatzes mit LED-TVs erzielt, sollen es laut Toshiba-Erhebung ab der IFA bis Ende 2010 bereits 50 Prozent sein. So stellte LED-Nachzügler Loewe unlängst den ersten Individual-Fernseher entsprechend bestückt vor, zur IFA gibt’s eine Connect-Variante. Die Konkurrenz ist freilich schon seit Längerem bei LED angekommen und vergrößert ihre Auswahl ständig. Die Direct-LED-Technik, mit der die Lampen hinter dem Schirm verteilt sitzen und ausgefeiltes Local Dimming ermöglichen, hat das Nachsehen. Sie ist selbst in den höheren Preisklassen nicht bei allen Firmen zu finden. Edge LED ist dagegen überall vertreten und für weniger Geld zu bekommen. Immerhin können auch ausgebuffte Techniken einen gewissen Local-Dimming-Effekt erzeugen, indem die LED-Abschnitte unabhängig voneinander hell oder dunkel gedimmt werden. Dem Verbrauch tut Edge LED durchaus gut: "Stromsparweltmeister" sind genau nach diesem Muster gebaut. Man hat also mal wieder die Qual der Wahl.

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