Mobile Computing:
Microsoft: »Das iPhone 4 ist wie Windows Vista«
Hohn und Spott goss Kevin Turner, Microsofts Chief Operating Officer, über Apple aus. Er verglich das neueste Modell des Smartphone mit Windows Vista, Microsofts viel gescholtenem Betriebssystem.
Nutzer des iPhone 4 jammern über technische Unzulänglichkeiten. Apple [1] beschwichtigt oder »mauert«. Eine solche Situation ist auch für Microsoft [2] nichts Neues.
Denn ähnlich wie Apple beim neuen iPhone verfuhr der Software-Hersteller bei Windows Vista. Als er im Januar 2007 mit Vista »das beste Windows aller Zeiten« auf den Markt brachte, waren die Erwartungen bei den Usern groß.
Schadenfroh: Microsofts COO Kevin Turner verglich Apples Probleme mit dem iPhone 4 mit Microsofts Windows-Vista-Debakel.
Und als kurz danach klar wurde, dass es sich bei Vista um alles andere als einen großen Wurf handelte, reagiert Microsoft lange Zeit wie eine gereizte Klapperschlange: Kritik an Vista, etwa wegen des Ressourcenbedarfs und der Schwerfälligkeit, wurde »abgebügelt«.
Kleine Nadelstiche
Nun, da sich der Vista-Nachfolger Windows 7 bestens verkauft, hat Microsofts Chief Operating Officer Kevin Tuner gut lachen. Und er verteilt kleine Seitenhiebe Richtung Apple: »Es sieht ganz so aus, als würde sich das iPhone 4 zu ihrem [Apples, d. Red.] Vista entwickeln«, so der Manager in einer Rede auf der Microsoft Worldwide Partner Conference (WPC) in der US-Bundeshauptstadt Washington.
Wie berichtet (siehe Verwandte Artikel unten), klagten etliche Besitzer des iPhone über das schlechte Empfangsverhalten, vor allem dann, wenn der Nutzer das Smartphone in die linke Hand nimmt. Außerdem soll es zu Verfärbungen des Displays gekommen sein.
Nehmt lieber Windows Phone 7!
Turner Ratschlag ist ebenso nahe liegend wie marketinglastig: Leute, kauft doch ein Smartphone mit Windows Phone 7! Ein solches Mobiltelefon könne der Besitzer halten, wie er wolle – er werde immer einen guten Empfang haben. Dass dies allerdings nicht nur vom Betriebssystem, sondern auch vom Hardware-Design abhängt, unterschlug der Microsoft-Manager geflissentlich.
Rückrufaktion oder nicht? Noch ist unklar, ob und auf welche Weise Apple auf die Klagen von Usern des iPhone 4 reagieren wird.
Mittlerweile wird darüber spekuliert, dass Apple das iPhone 4 überarbeiten wird. Auch von einer möglichen Rückrufaktion ist die Rede.
Die allerdings dürfte ziemlich teuer werden, denn bis zum 26. Juni wurden laut Apple 1,7 Millionen iPhones verkauft. Mittlerweile dürften noch etliche 100.000 hinzugekommen sein.
[1] http://www.apple.de/
[2] http://www.microsoft.de/
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