Wireless-LAN-Analyse:
Test: WLAN-Tester »Air Check Wi-Fi Checker« von Fluke Networks
Dieses Mal auf dem Prüfstand: ein Tool für die Analyse von Wireless LANs. Im Test zeigte sich, dass Fluke Networks‘ »Air Check Wi-Fi-Tester« ein gutes Einschalten-und-Loslegen-Werkzeug fürs Troubleshooting von WLAN-Wehwehchen ist.
Enterprise-Wireless-Netzwerke sind für den IT-Administrator sowohl ein Segen als auch ein Fluch. Wi-Fi nutzt das lizenzfreie Funkspektrum und bietet bequemen, sicheren Zugriff auf Netzwerkressourcen. Ohne Einschränkung, wer die Wellen belegen darf, ist es aber schwierig, Endbenutzern stets stabile und zuverlässige Verbindungen bereitzustellen.
Handwerkszeug für Netzwerkprofis: der Air Checker Wi-Fi Tester von Fluke Networks.
Einige Technologien, die dasselbe Spektrum nutzen, beispielsweise Bluetooth, verhalten sich gegenüber dem WLAN artig. Schnurlose Telefone oder Mikrowellen hingegen können das Wireless-Netzwerk empfindlich stören. Fluke Networks [1] stellt mit dem Air Check Wi-Fi Tester Administratoren ein Tool bereit, das ihnen dabei hilft, klare Luft für ihre Netzwerke zu finden.
Gleich beim Auspacken ist klar, dass es sich beim Air Check Wi-Fi Tester um ein klassisches Fluke-Produkt handelt: traditionell gelb und robust gebaut. Nach dem Einschalten startet das Gerät in drei Sekunden und beginnt sofort damit, die 2,4- und 5-GHz-Kanäle nach Netzwerken zu durchsuchen.
Vier Optionen verfügbar
Der Home-Screen des Air-Check-Geräts präsentiert vier logische Optionen: Networks, Access-Points, Channels und Tools. Während drei der Ansichten im Grunde die gleichen gesammelten Daten darstellen, ist deren Formatierung auf die jeweilige Aufgabe zugeschnitten.
Die Networks-Option zeigt alle Wi-Fi-Netzwerke nach SSIDs geordnet. Neben der Signalstärken-Anzeige gibt es für jedes sichtbare Netzwerk einen rot/gelb/grünen Statusindikator sowie Icons für jeden der IEEE-802.11-Standards. Diese Ansicht ist besonders nützlich bei der Durchführung einer Site-Survey und der ersten Untersuchung einer neuen Umgebung.
Eine sinnvolle Anmerkungsspalte beschreibt jedes Problem, das Air Check sieht. Während des Tests bemerkte das Gerät beispielsweise einen benachbarten Access-Point, der für Kanal 5 und nicht einen der Standard-802.11-Kanäle konfiguriert war. Hier heißt es, das eigene Netzwerk besser von diesen Kanälen fern zu halten, um Interferenzen zu vermeiden.
Der Networks-Screen erlaubt einen Verbindungstest mit einem ausgewählten Netzwerk.Der Air Check verknüpft sich mit diesem Netzwerk, holt sich eine Adresse via DHCP und sendet dann Pings ans selektierte Ziel. Der Administrator sieht daraufhin, wie solide die Wireless-Verbindung ist und wie es mit der Transferrate und Signalstärke ausschaut. Ein Log des Tests liefert die Details jedes einzelnen Schritts im Prozess.
Kanäle unter der Lupe
Die Channels-Option liefert eine Gesamtansicht der nutzbaren Kanäle in den 2,4- und 5-GHz-Bändern. Der Air Check zeigt die Kanalauslastung, die Anzahl der Access-Points sowie die Menge des IEEE-802.11- und sonstigen Verkehrs im ausgewählten Kanal. Standard-802.11-Verkehr stellt das Gerät blau, andere Datentransfers sowie Rauschen grau dar.
Besonders interessant wird diese Ansicht in der Nähe von Mikrowellen. Schnell erkennt der Administrator, wie es sich auf einen VoIP-Call auswirkt, wenn nebenan jemand in einem solchen »schnellen Brüter« seine Tütensuppe erhitzt.
Die Networks- und Channel-Ansichten erlauben eine Analyse bis hinab auf die Ebene einzelner Access-Points. Die Access-Points-Option zeigt Signalstärken-, Kanal-, Sicherheits- und Protokollinformationen. Hinzu kommen Hinweise auf den Hersteller des jeweiligen Systems. Dazu nutzt Air Checker die MAC-Adressen der Geräte. Für individuelle Access-Points stehen Verbindungstests zur Verfügung.
Die Air-Check-Manager-Software dient zur Konfiguration des Geräts sowie als Sammelpunkt für Tests und Sitzungen. Der Nutzer kann auf dem Analysesystem mehrere Profile einrichten und speichern. Das erleichtert es, unterschiedliche WLAN-Umgebungen zu analysieren.
Nur kleinere Schnitzer
Der Windows-Client ist die einzige Stelle, wo Sicherheitseinstellungen, beispielsweise Pre-shared Keys, eingegeben werden können. Damit lässt sich ein verlorener oder gestohlener Air Check nicht zum Reverse-Engineering verwenden. Gespeicherte Sitzungsdaten sind vom Gerät auf einen PC kopierbar, dort kann der Administrator sie zu einem Standardbericht zusammenfassen.
Das Gerät leistet sich ein, zwei kleiner Schnitzer. Beispielsweise ist bei der Durchführung von Verbindungstests zu Access-Points darauf zu achten, die Sitzung nach Testende zu speichern. Denn der der Air Check merkt sich nur den letzten Test. Solche Ungereimtheiten sollten sich allerdings mit einem Software-Update schnell beheben lassen.
Fazit
Der Air Checker Wi-Fi Tester ist ein leistungsstarkes WLAN-Analysegerät, das zudem leicht zu bedienen ist. Kleinere Schnitzer, wie die Speicherfunktion von AP-Verbindungstests, trüben den positiven Gesamteindruck nur unwesentlich.
Einziges Manko ist der relativ hohe Preis. Rund 2000 Dollar sind »eine Menge Holz«. Die Anschaffung des Geräts lohnt sich dafür für Netzwerkspezialisten, die häufiger Wireless LAN überprüfen oder einrichten müssen. Sie erhalten mit dem Air Checker ein höchst hilfreiches Werkzeug.
[1] http://www.flukenetworks.com/
- 1. Seite: Test: WLAN-Tester »Air Check Wi-Fi Checker« von Fluke Networks
- 2. Seite: Kanäle unter der Lupe
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