Die Cloud verändert auch das Netzwerk:
Cloud-Computing: Know-how nimmt die Angst, damit umzugehen

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

28.05.2010

Zwischen den Administratoren in Deutschland und den USA gebe es Unterschiede, so die Erfahrung von Josh Stephens, Vice-President of Technology bei Solarwinds. Network Computing hat sich mit dem Experten speziell auch über Cloud-Computing unterhalten.

Im Vergleich zu den USA seien die Anwender in Deutschland etwas mehr auf Security ausgerichtet, so die Erfahrung von Josh Stephens, Vice-President of Technology bei Solarwinds [1]. Auch würden die Nutzer hier mehr Wert auf Konfigurations-Management legen. In Deutschland seien die Experten, so Stephens Erfahrung, länger dabei und wüssten auch besser über die Technologie Bescheid. Und sie sähen die Probleme mehr strategisch. Auch die Haltung im Channel sei anders: Es herrsche hier eine stärkere Beziehung zu dem Anwender. Es gehe mehr darum, Teil eines Teams zu sein. Das Thema Cloud-Computing ist ihm auch im Mittelstand begegnet. Allerdings hat Stephens die Erfahrung gemacht, dass sich zwar schon das untere Management damit auseinandergesetzt habe. Die Admins selbst wüssten aber über das Thema nicht so viel. Dabei hat er ein paar Tipps und Anstöße für den Umgang mit dem Thema: Denn der Cloud-Einsatz werde Auswirkungen auf das Netzwerk haben.

Josh Stephens, Vice-President of Technology bei Solarwinds

Mit dem Cloud-Computing verändern sich die Datenströme im Netzwerk. Schließlich gehe nun ein Teil der Datenströme in die Cloud, so Stephens. Für Admins sieht er drei Schritte, wenn sie sich auf Cloud-Computing vorbereiten wollten:

  • Sich mit Cloud-Computing auseinandersetzen,
  • die Technologie ausprobieren und
  • die Auswirkungen auf das Netzwerk nicht unterschätzen.

Der erste Schritt beginnt damit, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Wichtig sei es dabei auch die Unterschiede zwischen einer Public- und einer Private-Cloud zu verstehen, so Stephens. Letzteres ist eine Cloud-Lösung im Unternehmen. Im anderen Fall stellt ein Provider extern die Cloud-Dienste bereit. Sei der Admin mit dem Thema erst einmal vertraut, dann falle ihm auch der zweite Schritt auch nicht mehr so schwer, so Stephens.

Der Weg zu Cloud-Computing ist Ausprobieren

Für ihn ist Ausprobieren das A und O. Jede Technologie lerne sich nur durch das Ausprobieren, betont er. Allerdings sollte es sich dabei nicht um kritische Anwendungen handeln.

Schließlich geht es für Stephens darum, die Auswirkungen auf das Netzwerk durch Cloud-Computing nicht zu unterschätzen. Ein erster Schritt dorthin ist, dass das Netzwerk überhaupt erst einmal für den Administrator sichtbar werde. Er habe die Erfahrung gemacht, dass viele gar nicht wüssten, wie ihr Netzwerk-Verkehr im Datacenter aussehe.

Dabei hat Stephens in Vorträgen die Erfahrungen gemacht, dass zwar etwa 90 Prozent VoIP einsetzten, aber weniger als die Hälfte QoS machten. Dabei ist es ihm wichtig, dass sich Administratoren bewusst würden, dass sich nicht alles über mehr Bandbreite lösen ließe. QoS ist auch keine statische Angelegenheit. Es fängt mit der Überwachung an. Dann gilt es, Regeln zu implementieren. Das Netzwerk verändert sich aber immer wieder. Daher gilt es, das Netz weiter zu überwachen und auf Änderungen des Verkehrs zu reagieren. Mit Ciscos »Netflow« und IP-SLA« gibt es dazu schon viele Informationen.

Zwei Typen von Partnern

Bei dem Vertrieb ihrer Lösungen habe Solarwinds zwei verschiedene Partner-Typen, so Stephens. Dies seien einmal diejenigen, bei denen es rein um die Stückzahl gehe. Zum anderen nennt er die Solutions-Partner: Sie böten auch Services und Training an. Sie sähen auch, was bei den Kunden als Ganzes passiere, welche Switches er etwa einsetze. Dies seien die wichtigen Partner für Solarwinds.

Für die Solarwinds-Lösungen gebe es auch ein Zertifizierungsprogramm, so Stephens. Es sei gut, wenn der Partner auch zertifizierte Mitarbeiter in seinen Reihen habe. Solarwinds habe in Deutschland auch ein Sales- und Support-Team. Bei Bedarf gehe Solarwinds auch mit zu den Kunden. Dies werde aber nicht so oft gewünscht.

Stephens sieht in Deutschland auch den Trend in Richtung Services. Der Bedarf sei da, weil den Administratoren einfach die Zeit fehle. Solarwinds sei dabei, ihre Partner auf diesen Bedarf vorzubereiten.

[1] http://www.solarwinds.com/

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