iPad schon über zwei Millionen Mal verkauft:
Massenandrang zum iPad-Verkaufsstart

von Dr. Joachim Gartz (joachim.gartz@crn.de)

31.05.2010

Das iPad wurde seit dem Verkaufsstart in Deutschland und einigen anderen Ländern bereits mehr als zwei Millionen Mal verkauft. Vor dem Apple Store in München bildete sich schon am frühen Samstagmorgen eine lange Schlange. Der klassischen Fachhändler um die Ecke bleibt bei dem Mega-Geschäft dagegen außen vor.

Seit dem vergangenen Wochenende wurde das iPad mehr als zwei Millionen Mal verkauft

Die Nachfrage nach dem nun auch hierzulande verfügbaren iPad ist groß. In den USA wurde die Internet-Tafel in den ersten Wochen über eine Million Mal verkauft. In Deutschland erreichte die iPad-Hysterie am Wochenende nun ebenfalls ihren Höhepunkt. Einige Fans campierten sogar vor den deutschen Apple Stores und machten die Nacht durch, um zu den Ersten zu gehören, die mit einem iPad unterm Arm nach Hause gehen durften. Vielen alten und jungen Apple-Fans scheint es auch irgendwie egal zu sein, ob das iPad für sie wirklich ein sinnvolle Anschaffung ist.

Apple hat schon wieder über zwei Millionen iPads verkauft

Apple hat derweil verkündet, seit dem Verkaufsstart in Deutschland und weiteren Ländern schon über zwei Millionen iPads verkauft zu haben. Seit Ostern verkauft Apple seine Internet-Tafel in den USA. Seit dem letzten Wochenende sind neben Deutschland nun auch Australien, Frankreich, Großbritannien, Japan, Italien, Kanada, Schweiz und Spanien der iPad-Hysterie verfallen. Im Juli sollen dann noch weitere Länder folgen.

Das iPad ist anscheinend einfach cool und wer es kauft, ist dann wohl auch irgendwie cool. Dass die Experten sich nach wie vor nicht über den Nutzwert des iPad einigen können, scheint die Menschen, die sich schon frühmorgens in die Schlange vor dem Münchner Apple Store gestellt haben, herzlich wenig zu interessieren.

iPad-Geschäft geht am klassischen Fachhandel vorbei

Spätestens seit dem Wochenende steht fest: Der Hype um das iPad und die Nachfrage ist auch hierzuande riesengroß. Doch kleinere Apple-Partner haben bisher kaum eine Chance, von dem neuen Topseller des Unternehmens mit dem markanten Apfel-Logo zu profitieren. Apple-Sprecher Georg Albrecht betont stets in solchen Fällen, dass Apple eine Multichannel-Strategie fährt, bei der dem Fachhandel ein wichtige Rolle zukommt. Bei der Markteinführung von neuen Top-Produkten wie zum Beispiel dem iPhone oder aktuell dem iPad hatte der Fachhandel jedoch immer mit massiven Allokationen zu kämpfen.

Vor den Apple Stores bildeten sich wie hier in München schon am frühen Samstagmorgen lange Schlangen

Im Apple-Store werden als Provider für das iPad T-Mobile, Vodafone und O2 genannt. Daneben gibt es aber auch noch eine größere Anzahl von Providern, die von Apple nicht offiziell empfohlen werden, die jedoch ebenfalls 3G-Tarife für das iPad anbieten. Dies ist deshalb möglich, weil die Mobilfunk-Modelle des iPad im Gegensatz zum iPhone nicht mit einem SIM- oder Netlock ausgestattet sind. Grundsätzlich kann das Gerät bei jedem beliebigen Mobilfunkprovider betrieben werden. Es passen jedoch nur die kleineren Micro-SIM-Karten ins Gehäuse, die nicht von allen Providern benutzt werden. Abhilfe schaffen im Internet erhältliche Anleitungen, die erklären, wie sich eine normale SIM-Karte auf Mico-SIM-Format zuschneiden lässt.

Vertrieb nur über Premium-Partner

Neben dem direkten Vertrieb über den Apple Store dürfen in Deutschland rund 230 Premium-Outlets das iPad vertreiben. Außer den Apple-Premium-Resellern (APR's) und Gravis sind als weiterer Vertriebskanal noch ausgewählte Media/Saturn-Filialen mit dabei. Eine Reihe von ausgesuchten Expert- und Euronics-Händlern werden das iPad ebenfalls anbieten. Der Fachhandel muss sich auf massive Allokationen einstellen: »Die bereits vorliegenden Aufträge übersteigen die avisierte Liefermenge um ein Vielfaches«, erklärt ein Apple-Partner, der es vorzieht, anonym zu bleiben, gegenüber Computer Reseller News. Ein weiterer Händler, der ebenfalls nicht namentlich genannt werden möchte, ist von Apples Verhalten gegenüber dem klassischen Fachhandel schon seit langem zutiefst enttäuscht: »Wenn neue Produkte erscheinen, werden diese immer zuerst über den Apple Store und die Massenmärkte verkauft.« Jeder Fachhändler müsse sich fragen, ob es bei einer Marge von drei Prozent und zahlreichen Auflagen noch Sinn mache, mit Apple zusammenzuarbeiten. Der langjährige freie Apple Partner Reinhard Weidinger, Geschäftsführer von In Time Computer in München, hat bereits vor einigen Jahren die Konsequenz gezogen und sich ein zweites Standbein durch den Verkauf hochwertiger Audioprodukte aufgebaut: »Die Hardware von Apple ist ja nicht schlecht, doch bei Margen im Bereich von drei bis fünf Prozent, muss jeder Händler selbst entscheiden, ob es sich lohnt, Produkte von Apple zu verkaufen«, meint auch Weidinger. In der Regel verkaufe Apple seine Produkte am liebsten selbst und erst wenn die erste große Nachfrage-Welle befriedigt sei, komme dann später zu einem gewissen Grad auch der Fachhandel zum Zug.

Gravis-Vorstand Archibald Horlitz: »iPad in allen Gravis-Filialen verfügbar«

Laut Gravis-Vorstand Archibald Horlitz wird das iPad in allen bundesweit 27 Gravis-Filialen verfügbar sein

Im Gespräch mit Computer Reseller News erläutert Gravis-Vorstand Archibald Horlitz welche Erwartungen er mit der deutschen iPad-Markteinführung verknüpft.

CRN: Kommen wir aus aktuellem Anlass nun direkt zum iPad: Wird das iPad zur deutschen Markteinführung in sämtlichen Gravis-Filialen verfügbar sein?

Horlitz: Das iPad wird bundesweit in allen 27 Gravis-Niederlassungen inklusive einem exklusiven Gravis-Starterkit verfügbar sein.

CRN: Welche Bedeutung hat das iPad für den Mobile Computing Markt?

Horlitz: So wie das iPhone den Markt der Mobiltelefone umgekrempelt hat, wird das iPad den Markt für tragbare Computer revolutionieren.

CRN: Welche Tarife werden bei Gravis für das iPad angeboten?

Horlitz: Wir freuen uns, dass unsere Kunden – anders als beim iPhone – bei den 3G-Modellen zwischen Angeboten der Telekom, von O2 oder Vodafone und insgesamt sieben Tarifen wählen können.