Batterielaufzeit ist etwas schwach:
Im Test: Guter und schneller Touchscreen bei HTCs »Droid Incredible«

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de), Eric Zeman

10.05.2010

Das jüngste Android-Smartphone »Droid Incredible« von HTC macht einen guten Eindruck bei der Performance Dank des 1-GHz-Prozessors. Davon profitiert auch der Touchscreen mit dem »AMOLED«-Display.

Einen sehr positiven Eindruck hinterlässt das Android-Smartphone »Droid Incredible [1]« von HTC [2]. Es ist die Mischung aus Hardware-Design, guter Leistung und HTCs Nutzungsinterface, die attraktiv macht. Es gibt zwar ein paar Macken. Aber zum größten Teil hält das Gerät, was es durch seinen Namen verspricht. Das Gerät gibt es derzeit in den USA bei Verizon Wireless.

Das »Droid Incredible« von HTC hat einen guten Touch-Screen.

Schon die Ankündigung des Geräts hat vermuten lassen, dass es Potenzial hat. Nach dem Einsatz des Smartphones über mehrere Tage hinweg, lässt sich sagen, dass das Smartphone wohl an der Spitze der derzeit verfügbaren Android-Geräte liegt. Es übertrumpft auch Motorolas Droid.

Das Incredible liegt zunächst gut in der Hand. Die Kanten sind gut abgerundet und das Gewicht ist angenehm. Es gibt nur wenige Tasten. Die wichtigsten sind alle auf der Vorderseite unterhalb des Displays.

Es gibt vier kapazitive, berührungsempfindliche Tasten, die einige der Hauptfunktionen der Android-Plattform aktivieren wie Home, Menü, Zurück und Suche. Das Incredible verwendet auch einen optischen Maus-Button. Die Bewegung der Finger über den Button hinweg verschiebt den Cursor über den Bildschirm. Der Knopf dient auch als Auslöser für die Kamera.

Touch-Screen-Telefone wie das Incredible habe es eher schwer, sich im Design von anderen abzuheben. Das große Display schränkt hier den Spielraum ein. Die Rückseite ist dabei auffälliger durch das Design rund um die Kamera. Wobei sich der rote Ring um die Linse sich am deutlichsten vom schwarzen Körper abhebt.

Das Display des Incredibles fällt sehr positiv auf. Es ist ein 3,7-Inch-AMOLED-Screen (9,4 cm) mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln. Der Bildschirm ist hell, farbenfroh und lässt sich gut in der Sonne betrachten. Durch die hohe Auflösung lassen sich Bilder, Videos, Text, Icons, Grafiken oder Webseiten gut ansehen.

Das »Droid Incredible« von HTC hat eine Kamera mit 8 Megapixel.

Network Computing hat sich mehrere Videos angeschaut und war von der Qualität positiv beeindruckt. Das Gerät übertrifft sogar das iPhone, was das anbelangt.

Kommunikation in alle Richtungen

Das Gerät bietet viele verschiedene Möglichkeiten, um mit anderen, sei es Kollegen, Familien oder Freunde, in Kontakt zu treten. Auch wenn es keine Hardware-Buttons zum Senden oder Auflegen gibt, bieten alle sieben Home-Screens einen Software-Button »Phone«. Die Telefonie-Applikation ist dabei eng mit der Kontakt-Anwendung verknüpft.

Das Wählprogramm sortiert die passenden Kontakte, sowie der Anwender seine Nummer eingibt, was den Vorgang beschleunigt. Im Netz von Verizons 3G-Netz war die Qualität gut.

Um einen E-Mail-Account einzurichten, gibt es verschiedene Wege. Das Incredible unterstützt Exchange, Gmail und POP3/IMAP4. Das E-Mail-Programm hat HTC selbst entwickelt. Es ist etwas robuster als das eigentliche Gmail-Programm. Fans werden aber die eigentliche Gmail-App bevorzugen.

Für Social-Networks bringt das Droid-Gerät bereits »Peep« für Twitter und Facebook mit. Beide Apps arbeiten gut. Wer HTCs Peep nicht mag, findet dafür frei verfügbare Alternativen.

Updates von Status-Informationen von Twitter und Facebook mixt »FriendStream« in einen Threat von Informationen. Es ist zwar schön zu sehen, was die Freunde gerade machen. Allerdings leidet die Batterie deutlich darunter. Mit der App wird sie deutlich schneller leer. Entsprechende Widgets für Twitter, Facebook und Friendstream liefern einen schnellen Überblick ohne die eigentliche App zu öffnen.

Das aktuelle User-Interface »Sense« ist noch besser

War die ursprüngliche Nutzungsoberfläche »Sense« schon gut, ist die im Incredible noch besser. Sie bringt sieben verschiedene Home-Screens mit. Jeder Bildschirm kann leer sein oder gefüllt mit Apps, Shortcuts und Widgets.

Ein Schwachpunkt des »Droid Incredible« von HTC: die Batterielaufzeit

Hinzu kommen sieben verschiedene Szenerien oder User-Interface-Profiles. Jede »Scene« ordnet die sieben Bildschirme in Abhängigkeit vom dem Anwendungsmix, den der Nutzer gerade verwendet.

So ordnet die »Work-Scene« ein Kalender-Widget in der Mitte und E-Mail sowie Anrufliste drum herum an. Andere Scenes wie »Play« machen ähnliches. Sie alle lassen sich anpassen.

Mit vielen Home-Screens verliert der Anwender leicht den Überblick. Incredible löst dies ganz geschickt. Ein doppelter Druck auf den Home-Button lässt alle sieben Bildschirme als kleine Karten auf dem Display auftauchen. Mit einem Druck auf die gewünschte Karte landet User auf dem zugehörigen Screen.

Gute Bilder mit 8-Megapixel-Kamera

Für die Medien bringt das Incredible einiges mit. Zunächst hat es eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofocus und Blitz. Dank des 1-GHz-SnapDragon-Prozessors blitzt das Smartphone schnell.

Die Bilder sind gut. Der Blitz ist sehr hell. Bilder und Videos lassen mit einer Gallery-App bearbeiten. Darüber verschickt der Nutzer auch die Bilder an Freunde oder Kollegen.

HTC hat die Music-Player-Software etwas erweitert. Die Icons und die Performance sind besser. Ein kleiner Nachteil ist, dass sich Videos nur über die etwas klobige Gallery-Anwendung anschauen lassen. Über Android-Market gibt es aber genügend andere Möglichkeiten.

Von Haus kommt das HTC-Gerät mit 8 Gigabyte an Speicher. Über eine Speicherkarte kommen bis zu 32 Gigabyte hinzu.

Gute Performance durch 1-GHz-Prozessor

Ein Schwachpunkt beim Incredible ist die Batterielaufzeit. Es hält kaum einen Tag durch. Durch die vielen Online-Applikationen gibt es auch wenig Hoffnung, dass diese akzeptable wird.

Für die meisten Anwender sollte ein Tag realistisch sein. Verwenden Anwender regelmäßig Friendstream, Twitter, Facebook und E-Mail, dann wird es nicht ganz reichen. So muss jeder sich selbst entscheiden, wie viel Verbindung ins Netz er braucht.

Das Beste an dem Gerät ist vermutlich sein 1-GHz-Prozessor. Durch ihn ist das Telefon erstaunlich schnell. Auch das Sense-User-Interface lässt sich dadurch gut bedienen, was auf weniger leistungsfähigen Geräten nicht unbedingt der Fall ist. Auch der Wechsel zwischen Screens erfolgt flüssig.

Im Test mit Verizons drahtlosem Netzwerk hat das Radio-Modul gut funktioniert. Das Gerät lässt sich auch als Modem für einen Laptop verwenden. Es gab auch keine Probleme im Test mit Bluetooth, GPS oder Wireless-LAN.

Fazit

Das Incredible trägt seinen Namen nicht zu Unrecht. Es ist ein beeindruckendes Android-Gerät. Allerdings könnte die Batterielaufzeit besser sein. Auch der Umgang mit Videos ließe sich verbessern. Die Kombination von hoher Performance, dem guten AMOLED-Display und der leistungsfähigen 8.Megapixel-Kamera machen das HTC-Gerät zu einem guten Angebot.

[1] http://www.htc.com/us/products/droid-incredible-verizon
[2] http://www.htc.com/de/

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