Cisco schweigt über den Konflikt:
John Chambers: Wettbewerb mit HP sei nie wichtig gewesen

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de), Chad Berndtson

30.04.2010

»Wir konzentrieren uns nicht auf die anderen Unternehmen. Wir wollen Märkte verändern«, so John Chambers von Cisco. Auf dem Partner Summit im vergangenen Jahr hat sich das noch anders angehört.

»Cisco ist auf jedem Markt zur Nummer 1 geworden, den es betreten hat«, so John Chambers, Chairman und CEO von Cisco [1] zu Journalisten auf Partner Summit in San Francisco. Er habe sich nicht auf den Wettbewerb mit HP fokussiert. »Wir konzentrieren uns nicht auf anderen Unternehmen. Wir wollen Märkte verändern.« Vor einem Jahr auf dem letzten Partner Summit hat sich dies ganz anders angehört. Hier sind viele Senior-Executives, Chambers eingeschlossen, direkt auf den Wettbewerb mit HP eingegangen.

John Chambers, Chairman und CEO von Cisco: Wettbewerb mit HP sei nie wichtig gewesen.

Stattdessen konzentriert sich Chambers auf das Marktumfeld. Außerdem geht es ihm darum, Partnern zu helfen, erfolgreicher zu werden. Der Kauf von Tandberg, Starent Networks und anderen Unternehmen sei wichtig für Cisco, um ihre Version zu verfolgen. Bei den Käufen ist Cisco erfolgreich: 70 Prozent der Erwerbungen hätten die Unternehmenserwartung ge- oder sogar übertroffen.

Indirekt geht Chambers auf HP und andere Wettbewerber ein: »Cisco liefert keine gewöhnliche Produkte aus«. Das Unternehmen bevorzuge Produkte, mit denen sich neue Möglichkeiten erschlössen.

Nach Angaben von Cisco-VARs hätten sie bemerkenswerte Anstrengungen wahrgenommen, die Rivalität mit HP auf diesem Summit herunterzuspielen. Dies sei vermutlich eine Reaktion auf das vergangene Trommelfeuer gegen HP gewesen, so Pete Bleyea, Vice-President von Teracai.

Cisco schweigt über den Konflikt

Wendy Bahr, Senior-Vice-President für US- und Kanada-Channels bei Cisco bestätigt, dass Cisco-Verantwortliche sich letztes Jahr auf eine HP-gefärbte Rhetorik eingeschossen hätten. Dieses Jahr lägen ihre Prioritäten aber einfach woanders.

»Es geht um neue Märkte, Marktveränderungen, Geschäftsmodelle und Kunden«, so Bahr. »Die Möglichkeiten, neue Kunden zu gewinnen, liegen außerhalb der IT. Sie erstrecken sich über das ganze Spektrum. Wir haben viel Kontakt mit unseren Partners, und nur darum geht es: Veränderung von Märkten.«

Interessant ist auch die Erfahrung eines Solutions-Providers, als er von der HP Americas Partner Conference in Las Vegas kommt: Die Veränderung des Tons sei dramatisch. Die HP-Verantwortlichen hätten ihre Partner aufgestachelt, sich im Netzwerkbereich mit Cisco zu messen. Dagegen konzentrierten sich die Äußerungen bei Cisco auf ihre Ziele und Visionen und Partner-Probleme, die weiter existierenden Supply-Chain-Themen.

»Ich hatte gehört, bevor ich angekommen bin, dass die Anti-HP-Stimmung verstummt ist«, so der Solution-Provider. Er verkauft Cisco und HP und bat darum, seinen Namen nicht zu nennen dürfen. »Es ist keine Überraschung, weil sie letztes Jahr so viel in dieser Richtung gesagt hatten. Aber auf der anderen Seite vorzugeben, dass es [den Konflikt] nicht gibt, beleidigt auch die Intelligenz der Partner.«

[1] http://www.cisco.com/de

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